Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Kulmbach

Es hat sich eingependelt

Knapp ein Jahr rollt der Verkehr auf der neuen Melkendorfer Umgehung. Die Einwohner sind bis heute von den gewaltigen Dimensionen überrascht.



Die neue Umgehungsstraße bei Melkendorf ist knapp ein Jahr lang in Betrieb. Der Bau hat 15,6 Millionen Euro gekostet. Fotos: Stefan Linß
Die neue Umgehungsstraße bei Melkendorf ist knapp ein Jahr lang in Betrieb. Der Bau hat 15,6 Millionen Euro gekostet. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Kulmbach - 2,8 Kilometer Fahrbahn mit Flüsterasphalt, sechs Brücken, 900 Meter Feld- und Waldwege, mehr als 600 Meter Gemeindeverbindungsstraßen, zwei Regenrückhaltebecken und ein Kreisverkehr - das alles für 15,6 statt wie geplant elf Millionen Euro. Die neue Staatsstraße 2190, die Melkendorfer Ortsumfahrung, ist seit knapp einem Jahr in Betrieb. Bereits 1998 sind die ersten Pläne vorgelegt worden. Lange Zeit war der Neubau durch das Rotmaintal, gegen den Bund Naturschutz vergeblich geklagt hatte, in der Bevölkerung umstritten. Wie schaut es heute aus?

Der Melkendorfer Friedhof ist eine Insel der Ruhe geblieben, obwohl in unmittelbarer Nähe die Lastwagen vorbeirauschen. Eine Frau kümmert sich um ein Grab. Sie zweifelt daran, dass es so eine große Umgehung mit all ihren Zu- und Abfahrten wirklich gebraucht hat. "Aber es passt schon", sagt sie. Wenn sie zum Friedhof fährt, dann nutzt sie sowieso lieber die alte Straße durch den Ort. Damit ist sie nicht allein. Es gibt offenbar viele, die auf der neuen Straße gar nicht unterwegs sein wollen.

Der größte Unterschied zu früheren Zeiten: Es donnern viel weniger Lastwagen über die Hauptstraße. Für die Anwohner war die Situation damals unerträglich. Heute nutzt der Schwerlastverkehr überwiegend die Umgehung, sagt Bäckermeister Claus-Jürgen Dippold. Für ihn war die Baustelle, die von Herbst 2013 bis Herbst 2018 gedauert hat, vor allem zum Ende hin eine Belastung. "Es hat sich alles wieder eingependelt", sagt Dippold im Gespräch mit der Frankenpost. "Nachts ist es auf der Hauptstraße jetzt total ruhig." In dieser Hinsicht habe die Umgehung schon eine Verbesserung für Melkendorf gebracht.

Claus-Jürgen Dippold hat sich schon während der Bauphase gefragt, ob die Umgehung nicht auch eine Nummer kleiner ausreichend gewesen wäre. Aber das Staatliche Bauamt hat seine ambitionierten Pläne durchgezogen.

Nicht alle Melkendorfer sind glücklich über die neue Verkehrssituation. Die Anwohner im Neubaugebiet Siegberg klagen über die Lärmbelästigung. Die neue Trasse verlaufe zu hoch oben, lautet ihre Kritik. Seit Mai dieses Jahres gilt ein Tempolimit, das die Situation für die Anwohner verbessern soll.

Eine weitere Folge der Umgehung: Im Ort fehlt manchen Geschäften die Laufkundschaft, die früher der Durchgangsverkehr mit sich gebracht hat. Bäckermeister Dippold kann sich allerdings über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Er hört oft, dass die Kunden, die ihren Wagen gegenüber seines Ladens an der Kirche parken, jetzt viel einfacher und sicherer als früher die Straße überqueren können. Und weil nur hin und wieder mal ein Auto vorbeifährt, ist es auch das Ausparken dort viel einfacher geworden.

Obwohl die Umgehung schon ein Jahr lang in Betrieb ist, bleiben Restarbeiten übrig. Der Friedhof hat an der Seite zur Straße hin immer noch keine Abgrenzung. Provisorisch steht dort ein Bauzaun. Eine Mauer ist geplant.

Autor

Stefan Linß
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
17:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baubehörden Bauphasen Baustellen Bevölkerung Brücken Lastkraftwagen Schwerlastverkehr Tempolimit Unternehmen Verkehr
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Äußerst rechts müssen die Autos zwischen Kauerndorf und Fölschnitz fahren. Denn die Staatsstraße ist eng. Eine Baugrunduntersuchung soll nun zeigen, welche Möglichkeiten das Staatliche Bauamt hat, um die Verkehrssituation zu verbessern. Fotos: Stefan Linß

10.10.2019

Vollsperrung im Nadelöhr

Das Staatliche Bauamt plant auf der Straße zwischen Kauerndorf und Fölschnitz eine bessere Linienführung. Zuvor ist eine umfangreiche Baugrunduntersuchung nötig. » mehr

Thomas Pfeifer und Matthias Wölfel (von links) von der Autobahndirektion Nordbayern sind für die Bauarbeiten auf der A70 zuständig.

27.09.2019

Erneuerung war überfällig

In den kommenden Jahren wird auf der Autobahn zwischen Bamberg und Kulmbach gebaut. Gesamtkosten für die aktuell zwei Projekte: 80 Millionen Euro. » mehr

Jäger Adolf Reinel aus Himmelkron findet in seinem Revier viele überfahrene Tiere. Am häufigsten werden Rehe getötet, zudem Wildschweine, Hasen, Greifvögel, Marder und Haustiere. Foto: Stefan Linß

09.10.2019

Wildunfälle nehmen weiter zu

Die Gefahr, dass Autos mit einem Tier kollidieren, wird von Jahr zu Jahr größer. Polizei und Jäger warnen und rufen zur vorsichtigen Fahrweise auf. » mehr

Nobel geht die Welt zugrunde: Auf der Liegefläche neben dem neuen Sprung- und Kletterbereich verlegt die Mitarbeiterin der Firma Reso mit ihren Kollegen Rollrasen.

18.07.2019

Bahn frei für Köpfer und Klatscher

Am Samstag geht im Kulmbacher Freibad das Springerbecken in Betrieb. » mehr

Die Stadt Kulmbach hat in der Hofer Straße ihren Bauabschnitt mit Kanal und Pumpwerk von der Berliner Brücke bis zur Caspar-Fischer-Straße weit vorangebracht.

06.09.2019

Endspurt für die Blaicher Riesen-Röhre

Der neue Purbach-Kanal soll in den kommenden Wochen fertig werden. Im Anschluss an den Weißen Main geht dann das nächste Stück Hochwasserschutz in Betrieb. » mehr

Rechts im Hang zwischen Untersteinach und Kauerndorf wird eine Umleitungsstrecke gebaut. Sie ist nötig, damit die Arbeiten an der eigentlichen Umgehungsstrecke durchgeführt werden können. Die Interimsstrecke im Hang wird später ein Flurbereinigungsweg.

24.05.2019

Umgehungsbau liegt voll im Zeitplan

Die 4,2 Kilometer lange Umfahrung von Untersteinach soll Ende 2020 fertig sein. Schon während der Bauzeit beginnen die Straßenbauer mit der Begrünung der Böschungen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Die Turbine leuchtet in Kulmbach Kulmbach

Kulmbacher Turbinenhaus | 16.11.2019 Kulmbach
» 17 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 Garmisch-Partenkirchen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 | 17.11.2019 Garmisch-Partenkirchen
» 29 Bilder ansehen

Autor

Stefan Linß

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
17:10 Uhr



^