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Kulmbach

Fasten mit Bressagg und Leberkees

In seinem neuesten Buch beleuchtet der "Gerch" die Ess-Klasse der Franken. Um "Schlachdschissl- Biodoobe" geht es, um Grobstoffliches und "esoderischa Weibsbilder".



Der "Gerch"-Autor mit seinem neuesten Best-of-Band: Gert Böhm hat seit 1966 etwa 2800 Geschichten für die wöchentlich erscheinende Mundart-Glosse der Frankenpost verfasst. Foto: Harald Werder
Der "Gerch"-Autor mit seinem neuesten Best-of-Band: Gert Böhm hat seit 1966 etwa 2800 Geschichten für die wöchentlich erscheinende Mundart-Glosse der Frankenpost verfasst. Foto: Harald Werder  

Hof - Nach der Jubiläums-Parade der "Gleeskepf, Schnerbfl" und "olda Waafn" geht es diesmal um höchst kulinarische Dinge: um "Bressag und Bluudwärschd ols Functional Food" zum Beispiel, um einen "Angriff aus der Schlachdschissl", um "Fedda Wamma schdadds Soja-Wärschdla", um grobstoffliche und esoterische Nahrungsaufnahme und um die weise Erkenntnis, dass "dinna Menschen" fei "gfährlich leem". In seinem neuesten Best-of-Buch beleuchtet der "Hofer Spaziergänger Gerch" alias Gert Böhm die "Ess-Klasse der Franken". Und unter dieser Stichzeile beziehungsweise diesem Leitfaden lässt schon der Titel "Brodwärschd, Fassbier, Bressaggbreedla" erahnen, welches Feuerwerk der Heiterkeit und des Hofer Humors der "Gerch" da abbrennen wird auf 130 Seiten.

Termine

Mundart-Autor Gert Böhm schreibt die "Gerch"-Glosse, die jeden Samstag im Hofer Lokalteil der Frankenpost erscheint, seit 1966. Bisher sind rund 2800 Geschichten erschienen. Das Buch "Brodwärschd, Fassbier, Bressaggbreedla" ist neben sieben CDs der neunte Band mit "Gerch"-Geschichten. Gert Böhm wird sein neues Buch in fünf Städten der Region mit einer Lesung vorstellen. Der Eintritt ist frei.

Die Lesungen finden statt in:

Hof : Dienstag, 5. November, 19 Uhr, Gaststätte Meinels Bas.

Naila : Mittwoch, 6. November, 19 Uhr, Stadtbibliothek.

Rehau : Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, Buchhandlung Seitenweise.

Münchberg : Dienstag, 19. November, 19 Uhr, Bürgerzentrum.

Schwarzenbach an der Saale : Donnerstag, 21. November, 18.30 Uhr, Erika-Fuchs-Haus.


Die 60 Gerch-Gschichdla, die der Autor im 53. Jahr der beliebten Frankenpost-Mundart-Glosse zusammengetragen hat, zielen auf die lebenserhaltende Grundhandlung ab, die der Hofer respektive der Franke beherrscht wie kein anderer Menschenschlag weltweit: aufs Essen und Trinken, auf den "Darschd" und das "Spachdln" in seiner schönsten und derbsten Art. Wer mit einem gesunden Humor gesegnet ist und sich nicht gerade als preußischer Veganer durchs Leben quält, dem treibt’s schon mal die Lachtränen aus dem Kopf in Anbetracht der brüllend-komischen Vorkommnisse auf Festen, im Familienkreis, auf Rhodos, im Verdl, am Stammtisch und im "Schlachdschissl-Biodoob" und der feinsinnig-schrillen Formulierungen, die milieu-echt und typisch für den "Gerch"-Humor sind.

So erfährt der Leser, dass dass Gehirn "voneran normaln Menschn" drei Pfund wiegt, aber "na Rentner Gerold seins" nach Schätzung seiner Wirtshausbrüder "heggsdns 400 Gramm". Kein Wunder, dass der Gerold auf die Frage seines Enkels "Opa, wie vill issn 3 moll 4?" nach langem Überlegen antwortet: "14" und dann seine Gehirn-Optimierung" gezielt angeht mit rumänischem Rotwein "Schwarze Mädchentraube" aus dem Supermarkt-"Deddra-Bagg" für 1,95 Euro pro Liter. Zum Kugeln ist die Geschichte vom japanischen Essen, zu dem der Waldemar und seine Lore die "zwa Vorschdänd und na Kassier vom Gaddnverein mit ihra Weiwer" einladen: Nach dem Genuss von Okonomiyaki-Schdiggla und haaßn Reiswein im Schneidersitz sind den Gästen "die Baa eigschloofn": "Männla und Weibla sänn aufm Fußbodn hie- und hergerollerd und mussdn sich geengseidich schditzn, damit’sa ieberhabsd widder auf die Baa kumma sänn." Ein anderes Missgeschick widerfährt dem Vadder und seinem "Gunger" Rainer, die der Mutter zum Muttertag ein Gericht aus "na Büchla vom Schubeck" kochen wollen. Nach einem vierstündigen vergeblichen Versuch an "Rinderbraten mit Balsamico-Rotweinsauce" bricht der Vater das Experiment ab und lässt den Sohn aus der Pizzeria dreimal die "Pizza Diavolo" holen.

Köstlich geht die Fasten-Wanderung aus, die fünf grobstoffliche Männer und ihre "esoderischn Weibsbilder" durch den Frankenwald führt - rein zufällig immer an Wirtshäusern vorbei, in denen sich die Damen mit Früchtetee ohne Zucker kasteien, während die Männer sich an Bressagg, Leberkees, Fassbier und "dopplda Obsdler" laben. Wie man sich gegen einen Veganer aus Berlin wehrt, der als vermeintlicher Kurgast in einem Wirtshaus im Frankenwald Spratzlwasser trinkend und Salat essend neben dem Rudi Platz nimmt und über dessen Schlachtschüssel urteilt: "Sie wissen schon, dass dieses fette Essen Ihrer Gesundheit schadet", das erfährt der Leser gleich in der Auftakt-Geschichte: Der Rudi, früher Richtschütze bei der Bundeswehr, "hot auf san Deller die bralla Leberwarschd in die richdicha Nahkambf-Bosizion gedrehd und dann mit der Goobl von oom ineran 45-Grad-Winkl nei gschdochn - raus gschbritzd iss a dinner, haaßer Schdrohl, der woss ols Volldreffer zielgenau aufm weißn Hemm vom Berliner Veganer eigschloong hot".

Schließlich und endlich erfährt der "Gerch"-Fan augenzwinkernd, dass eine "Anti-Ädsching-Diäd" und stringenter Kalorienentzug nicht das Wahre sind und "im Kopf aweng eigewerrd" machen.

Autor

Roland Rischawy
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
17:48 Uhr

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Autor

Roland Rischawy

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
17:48 Uhr



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