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Kulmbach

Feuerwehrauto bleibt Streitpunkt

Die Schimmendorfer Bürger wünschen sich "ein anständiges Fahrzeug". Wie das aussehen soll, darüber sind sie sich aber nicht einig.



Schimmendorf - Reiner Schwarz hatte gehofft, dass nach der Kommunalwahl 2014 frischer Wind ins Mainleuser Rathaus einziehen werde. Bei der Teilbürgerversammlung für den Ortsteil Schimmendorf am Donnerstagabend in der Gastwirtschaft Herold machte er aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Es geht, was Schimmendorf anbetrifft, so weiter wie bei Ihrem Vorgänger", hielt er Bürgermeister Robert Bosch (CSU) vor. Zugleich sprach er drei Themen an, die vielen der rund 50 Bürger auf den Nägeln brannten: "Wir haben noch immer das ehemalige Milchhaus, das wir mehrheitlich nicht wollten. Das Wahllokal hat man uns genommen und ein anständiges Feuerwehrauto will man uns auch nicht geben."

Bosch begrüßte den Erhalt und die Sanierung des Milchhauses, das auch als Schulbushaltestelle dient. Man habe etwas Schönes für den Ort geschaffen, das besser ausschaue als eine neu aufgestellte Holzbude, meinte er. Er räumte ein, dass sich über Geschmack trefflich streiten lasse. Zugleich gab Bosch zu bedenken, dass ein Neubau Kosten verursacht hätte. Der Bürgermeister ermunterte die Schimmendorfer, sich mit ehrenamtlichem Engagement beim Streichen des Milchhauses einzubringen. Dann würden sich die Bürger, auch mehr mit dem Gebäude identifizieren. "Diejenigen, die das Milchhaus wollten, sollten es auch streichen", widersprach Schwarz dem Gemeindeoberhaupt.

Damit Rollstuhlfahrer nicht im sprichwörtlichen Regen stehen müssen, soll das Milchhaus barrierefrei werden. "Favorisiert wird folgender Vorschlag: In die überdachte Rampe wird eine Nische hineingeschnitten. In die Bucht kann sich dann der Behinderte stellen", informierte Bosch die Öffentlichkeit.

Bei den vergangenen drei Wahlen mussten die Schimmendorfer ihre Stimmen im Nachbarort Danndorf abgeben. "Die Wahlordnung besagt, dass das Wahlgeheimnis nicht mehr gewährleistet ist, wenn nur noch so und so viele Personen wählen", rechtfertigte Bosch die Schließung des Wahllokals. Joachim Käding fragte sich, ob gezählt werde, wie viele zur Wahl gehen oder wie viele Wahlberechtigte es in einem Ort gebe. Bosch versicherte, das überprüfen zu lassen.

Als Gert Hühnlein klagte, dass den Schimmendorfern alles nach und nach weggenommen werde, ließ sich Bosch doch noch erweichen: "Ich werde für die Kommunalwahl 2020 für den Wahlbezirk Danndorf-Schimmendorf ein Wahllokal in Schimmendorf vorschlagen", sagte Bosch. Die Zuhörer klopften vor Freude auf die Tische.

Der Markt Mainleus stellt jedes Jahr 220 000 Euro für die Feuerwehren zur Verfügung. In diesem Jahr sollen die Danndorfer Florianjünger ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Schlauchpaket erhalten, die Schimmendorfer ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser, das über Allradantrieb verfügt. Die Kritik, die Wehr erhalte kein anständiges Fahrzeug, konnte Bosch nicht nachvollziehen. "Ausgeschrieben wurde das, was Ihr Euch gewünscht habt. Oder stimmt das nicht?" "Der Allradantrieb ist in der Ausschreibung nur als Option vorgesehen, das Schlauchpaket hingegen als Muss", erwiderte Kommandant René Meußgeier, der sich zugleich empörte: "Entweder wir machen ein Konzept und bleiben ehrlich oder wir würfeln."

Bosch betonte, dass das letzte Wort in der Angelegenheit noch nicht gesprochen sei. Wenn dem Gemeinderat ein anderes Getriebe 26 000 Euro wert sei, dann werde er es auch bestellen. Mit seiner eigenen Einstellung hielt er nicht hinterm Berg. Als Bürgermeister werde er sich an die auferlegte Obergrenze von 222 000 Euro halten, die bei einer Entscheidung für einen Allradantrieb zu einer Überschreitung um 12 000 Euro führen würde.

Die Betreiber von Windkrafträdern müssen Ersatzleistungen zahlen, die in einen Fonds einfließen. Adolf Pfeiffer fragte Bosch, ob die Biotope in der Schimmendorfer Flur, die sich in einem schlechten Zustand befinden, aus diesem Topf saniert werden könnten. "Das ist leider nicht möglich, da die Gelder laut Unterer Naturschutzbehörde in ein Blühflächenprogramm fließen", erklärte der Bürgermeister.

Autor

Stephan Stöckel
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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
18:06 Uhr

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Stephan Stöckel

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
18:06 Uhr



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