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Kulmbach

Feuerwehrhaus ist ein Mammutprojekt

Für den in Harsdorf geplanten Neubau sollte zunächst nur die Standortfrage geklärt werden. Im Gemeinderat entbrennt aber eine Diskussion um die Kostenfrage.



Harsdorf - Das Jahr 2019 ist gerade mal ein paar Tage alt - und schon konfrontierte Bürgermeister Günther Hübner am Dienstagabend den Harsdorfer Gemeinderat mit einer Herkulusaufgabe: mit dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit veranschlagten Baukosten von rund 900 000 Euro. Die große Frage war in der Diskussionsrunde freilich, ob sich die Gemeinde einen solch’ kostenträchtigen Neubau überhaupt leisten kann. Schließlich hat sie bereits weitere Großprojekte wie die Sicherung der künftigen Wasserversorgung und den Ausbau der Straße Zettmeisel-Altenreuth zu stemmen. Vorrangig ging es dem Bürgermeister aber erst einmal nur darum, im Rahmen einer Bauvoranfrage vom Landratsamt zu erfahren, ob der Standort am Festplatz auch genehmigungsfähig ist.

Was die weiteren Kernaufgaben für das Jahr 2019 neben der Wasserversorgung und der Gemeindeverbindungsstraße angeht, brachte Hübner auch eine mögliche Erschließung des Baugebietes in Zettmeisel ins Gespräch. Daneben steht auch das Jubiläumsjahr des TSV Harsdorf im Fokus, bei dem die Gemeinde Harsdorf auch bei einem Festwochenende im August mit im Boot sitzt. Bürgermeister Hübner: "Ich wünsche uns für diese großen Aufgaben gute Beschlüsse."

"Es ist schon eine riesige Hütte." Mit diesen Worten legte der Bürgermeister einen ersten Planentwurf der Bindlacher Architekten Berthold Just vor. Gemeint war der riesige Korpus des Feuerwehrgerätehauses mit einer Länge von 27 Metern und einer Breite von knapp 15 Metern. Neben zwei Stellplätzen weist das Erdgeschoss auch Umkleideräume und Toiletten, eine Werkstatt sowie eine öffentliches Behinderten-WC aus. Über ein Treppenhaus soll der Schulungsraum im ersten Stock erreichbar sein. Die Planung ist nach den Worten von Bürgermeister Hübner mit der Feuerwehr Harsdorf abgestimmt, und er könne sie auch guten Gewissens dem Gemeinderat empfehlen. Er schränkte aber gleich ein: "Was rauskommt, werden wir sehen. Die Umsetzung steht natürlich auch unter einem Finanzierungsvorbehalt."

Gemeinderat Thomas Böhner (FW) zeigte sich von der Größe des Kostenrahmens überrascht: "Können wir uns Kosten von rund 900 000 Euro überhaupt leisten?" Michael Hahn (CSU) machte in seiner Eigenschaft als Kommandant der Harsdorfer Wehr deutlich, dass die Planung nach den derzeit gültigen Vorschriften erfolgte.

Gemeinderat Wilfried Löwinger (CSU) sah es für richtig an, zunächst eine optimale Planung vorzulegen: "Ob die Umsetzung machbar ist, das ist dann eine andere Geschichte. Auf jeden Fall bedeutet die Finanzierung für unsere Gemeinde einen Kraftakt. Es gilt auch zu überlegen, ob der Bau in Teilabschnitten möglich ist." Löwinger hielt auch Sach- und Arbeitsleistungen der Wehr und Spendenaktionen in der Bevölkerung für notwendig.

Die staatliche Förderung bezifferte Hübner auf zehn Prozent. Zunächst gehe es aber darum, zu eruieren, ob der ins Auge gefasste Bauplatz am Rande des Festplatzes mit der angrenzenden Autobahn auch Aussicht auf eine baurechtliche Genehmigung hat. Wilhelm Lauterbach (FW) vertrat die Meinung, dass der Baukörper auf den ersten Blick groß wirke. Die Frage sei deshalb, ob man so groß bauen müsse. Hier verwies Lauterbach auf Feuerwehrgerätehäuser in der Nachbarschaft, die allesamt schon wieder erweitert wurden.

Was Gemeinderat Thomas Böhner störte, war der geringe Staatszuschuss: "Das ist für mich eine Lachnummer, denn für jede andere Sanierungsmaßnahme bekommen wir weitaus mehr Zuschüsse." Beim Feuerwehrgerätehaus wäre dagegen ein erhöhter Zuschuss nach den Worten Böhners zweckmäßig, denn anders sei die Maßnahme für die Gemeinde finanziell nicht durchführbar. Hermann Hofmann (FW) kam zum Ergebnis: "Mich erschrecken die Kosten auch, aber wir investieren in die Zukunft, und wir müssen ja die Finanzierung und die tatsächliche Umsetzung nicht übermorgen in die Tat umsetzen."

Bürgermeister Günther Hübner warb abschließend für den vorgelegten Planentwurf: "Der Bau ist nicht überzogen, er schaut nur so aus. Den kleinen Luxus im ersten Stock mit dem Unterrichtsraum sollten wir gleich mit einplanen." Der Planentwurf fand schließlich die einhellige Zustimmung im Gremium, ebenso die Bauvoranfrage, die jetzt dem Landratsamt Kulmbach zur Genehmigung vorgelegt wird. Erst wenn von dort grünes Licht komme, werde die Gemeinde an den Grunderwerb gehen.

Der Bau ist nicht überzogen, er schaut nur so aus.


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Bürgermeister Günther Hübner


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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
19:06 Uhr

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Werner Reißaus

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09. 01. 2019
19:06 Uhr



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