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Kulmbach

Firma Gammisch verursacht Ärger

Das Unternehmen hat unerlaubterweise Gelände aufgeschüttet und eine Wiese angesät. Jetzt wird sich das Landratsamt damit befassen.



Die Geländeauffüllung auf rund 8000 Quadratmetern links des Weges in Unterlangenroth sorgte in der ersten Arbeitssitzung des Jahres 2018 für Diskussionen im Neuenmarkter Gemeinderat. Am Ende wurde dem Bauantrag mit elf gegen fünf Stimmen aber das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Foto: Werner Reißaus
Die Geländeauffüllung auf rund 8000 Quadratmetern links des Weges in Unterlangenroth sorgte in der ersten Arbeitssitzung des Jahres 2018 für Diskussionen im Neuenmarkter Gemeinderat. Am Ende wurde dem Bauantrag mit elf gegen fünf Stimmen aber das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Foto: Werner Reißaus  

Neuenmarkt - Eine Geländeauffüllung bei Unterlangenroth hat in der ersten Sitzung des neuen Jahres im Neuenmarkter Gemeinderat am Montagabend gehörigen Ärger verursacht. Es handelt sich dabei um ein genehmigungspflichtiges Vorhaben, das ohne eine Baugenehmigung vollzogen wurde und über das, wie es Gemeinderat Klaus Zahner sarkastisch formulierte, sprichwörtlich Gras gewachsen ist. Doch Zahner meldete gegen die Art und Weise, wie die Maßnahme ohne eine Genehmigung des Landratsamtes Kulmbach erfolgte, die "schärfsten Bedenken" an.

Mit elf gegen fünf Stimmen wurde dem Bauantrag dennoch das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Dagegen stimmten die CSU-WG Räte Gernot Kintzel, Ralf Pistor und Alexander Hollweg sowie Nino Richter (NG) und dritte Bürgermeisterin Patricia Lerner (SPD-Offene Liste).

Wie Bürgermeister Siegfried Decker (NG) dazu berichtete, geht es um eine Geländeauffüllung der Firmengruppe Gammisch auf den Grundstücken des Landwirts Wolfgang Biedermann, dabei mit reinem Erdaushub in einer großen Geländemulde mit einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern. Die Oberfläche wurde inzwischen bereits mit Humus abgedeckt und auch angesät: "Es ist eine Wiese entstanden, die landwirtschaftlich genutzt wird. Die Maßnahme dient der Landwirtschaft und die Auffüllung ist mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar. Wir hätten diese Menge auf unserer gemeindlichen Deponie gar nicht unterbringen können", sagte Decker. Nachdem das Vorhaben aber ohne eine Baugenehmigung durchgezogen wurde, liegt hier nach den Worten von Bürgermeister Decker eine Ordnungswidrigkeit vor, die das Landratsamt Kulmbach weiter verfolge.

Der Flächennutzungsplan weist auf dem Gelände eine Teilfläche als schutzwürdiges Biotop aus. Das Landratsamt Kulmbach wird deshalb nun im Zuge des Genehmigungsverfahrens die Träger öffentlicher Belange beteiligen und im Einzelfall die Beeinträchtigung prüfen lassen, wie die Bauverwaltung der Gemeinde dazu in ihrer Stellungnahme zum Ausdruck brachte.

Klaus Zahner machte deutlich, dass sich auch die Unternehmensgruppe Gammisch an Gesetz und Ordnung zu halten habe. Als Gemeinderat Ulrich Stelter (NG) zum Ausdruck brachte, dass die Geländeauffüllung seiner Meinung nach auch im Interesse der Gemeinde Neuenmarkt ist, hielt Zahner deutlich dagegen. "Das kann ganz und gar nicht im Interesse der Gemeinde sein!" Dritte Bürgermeisterin Patricia Lerner verwies darauf, dass jeder Grundstückseigentümer auch bei noch so kleinen Baumaßnahmen wie den Bau einer Dachgaube oder einer Einfriedung einen Bauantrag vorlegen und auch genehmigen lassen muss: "Auch ein Herr Gammisch darf nicht machen, was er möchte. Ich finde das einfach nicht in Ordnung. Wir müssen ein Zeichen setzen. Es reicht!" Dennoch befürwortete der Gemeinderat nachträglich mehrheitlich das Baugesuch.

Weiteres Thema waren die E-Bike-ladestationen, die das Unternehmen N-ERGIE den Gemeinden des Landkreises zu vergünstigten Konditionen anbietet. Wie Decker dazu ausführte, hat auch der Markt Marktleugast eine solche Ladestation im Einsatz. Der Vorteil sei, dass der Nutzer sein eigenes Heimladegerät nicht mitführen muss und der Akku während des Ladevorgangs versperrt am Fahrrad verbleiben kann. Die Kosten belaufen sich bei einer Säule mit drei Ladepunkten auf rund 2800 Euro. Als mögliche Standorte nannte Decker den Bahnhof, die Wirsberger Straße sowie im Ortsteil Schlömen oder auf dem Grundstück der ehemaligen Pizzeria am Rathausplatz.

Mit dem Angebot der N-ERGIE von E-Bike-Ladestationen eröffnete Bürgermeister Siegfried Decker zugleich die Grundsatzdebatte, ob der Gemeinderat auch die Errichtung einer Pkw-E-Ladesäule wieder aufgreifen möchte. Die Sprecher der Fraktionen, Nino Richter (NG), Alfred Faßold (SPD-Offene Liste), Alexander Wunderlich (CSU-WG) und Klaus Zahner (FW) erklärten übereinstimmend, dass man sich der Technik nicht verschließen dürfe. Für das weitere Vorgehen sollen die Kosten und die Fördermöglichkeiten abgeklopft werden und gegebenenfalls entsprechende Mittel im Haushalt 2018 eingestellt werden. Klaus Zahner zeigte sich verwundert darüber, dass es nach wie vor keine Kombisäulen für E-Autos und E-Bikes gibt und schlug als weiteren Standort das DDM vor.

Abschließend gab der Bürgermeister bekannt, dass die Sanierungsarbeiten in der Gartenstraße im Dezember abgeschlossen und abgerechnet wurden. Die Kosten belaufen sich auf 28 000 Euro. Im Haushalt 2018 werde man weitere Straßensanierungen einplanen. Auf dem Prüfstand befinde sich derzeit die Straßenausbaubeitragssatzung.

Noch vor Jahresende hat das Ingenieurbüro IBP aus Kulmbach das Gewässer-Entwicklungskonzept vorgelegt, das zur Prüfung an das Wasserwirtschaftsamt Hof, dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Landratsamt Kulmbach weitergeleitet wurde. Gemeinderat Alfred Faßold kritisierte noch den Wildwuch am Regenrückhaltebecken im Bereich der "Schlömer Kurve". Der sollte entfernt werden.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
10. 01. 2018
00:00 Uhr

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Werner Reißaus

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10. 01. 2018
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