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Kulmbach

Fränkische Weisen am Tyrrhenischen Meer

Der Musikverein Thurnau verzaubert die Menschen in Positano. Die Partnerschaft mit der italienischen Stadt ist lebendig.



Positano hat viele wunderschöne Blickfänge.	Fotos: Horst Wunner
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Thurnau/Positano - Man muss sie original erleben. Sie wird als einer der schönsten Küstenabschnitte der Welt gepriesen, die Costa Amalfitana unterhalb von Neapel. Und ein besonderes Schmuckstück am Tyrrhenischen Meer in einer spektakulären Landschaft ist Positano, die Partnerstadt des Marktes Thurnau. Die "Gemellaggio", im Jahr 2000 gegründet, machte es möglich, dass der Musikverein Thurnau nun auf einer Konzertreise wundervolle Eindrücke gewinnen durfte.

Sechs Tage verbrachten die Musiker unter mediterraner Sonne. Und sie machten das, was die Thurnauer, außer Töpfern natürlich, am besten können: Musik. Erster Auftritt war in der imposanten Chiesa Nuova, mit sakralen Klängen von Georg Friedrich Händel, ein bisschen Peter Maffay und etwas aus dem modernen Genre. Sie füllten das Gotteshaus zeitweise in wagnerianischer Monumentalität und zarter Ergriffenheit. Später dann Party draußen vor der Kirche mit fränkischen Weisen, Pop und Rock bis Mitternacht. Der neue Dirigent Andreas Friesner spornte seine Schützlinge zu Höchstleistungen an. Die Süditaliener und die Franken waren ein Herz und eine Seele, die Partnerschaft lebt.

Einen tiefen Einblick in die positanische Lebensart bekamen die deutschen Gäste auch. Bei Valentino, der eine kleine Limoncello-Fabrik hat, lernten sie kennen, wie ungespritzte Zitronen schmecken, die in terrassierten Gärten wachsen. Vor den Augen der Thurnauer wurde dieser feine, intensiv gelb schimmernde Likör handmade hergestellt, man konnte sich bei Kostproben überzeugen, wie gut eine so natürlich gewachsene Limone riecht und dass die Schale auch gekostet werden kann. Danach drei Stunden üppiges "Mangiare" im Ristorante "La sorgente del melo" oben auf fast 500 Metern Höhe über dem Meer, unglaubliche neun Gänge als Belohnung nach einem harten Aufstieg.

Positano ist die Stadt der zigtausend Treppen und Stufen, der engen Gässchen. Die Häuser kleben an den Steilhängen wie Schwalbennester, und unten am Strand der Dom und die Weite des Tyrrhenischen Meeres. Der ideale Platz zum Musizieren. Dort spielten die fränkischen Blasmusiker ein Potpourri bekannter Schlager. Vor solch internationalem Publikum haben die Thurnauer sicherlich noch nie gespielt. Es war eine Nacht mit magischen Momenten. Trompeter Fabian Einwag aus Hutschdorf schwärmte von der Atmosphäre, ließ eine Liebeserklärung an das Orchester folgen: "Es macht einfach Spaß, weil wir zusammen etwas erreichen können. Dirigent Heimo Bierwirth hat uns geprägt", sagt der 20-Jährige. Und Bierwirth bedankte sich bei den jungen Musikern, die für diese 1500 Kilometer weite Orchesterreise ihr Taschengeld locker machten. "Es ist für die jungen Leute auch ein Stück Völkerverständigung", sagte er. Vorsitzender Martin Koslowski fügte an, dass der Musikverein zum vierten Male seit Bestehen der Partnerschaft in Positano war. Bei Renata vom Ristorante "Lo guarracino" direkt am Meer in malerischer Szenerie gab es dann noch ein leckeres Abendessen.

Mitgereist waren auch Monika Baumgarten, Rektorin der Grundschule Thurnau, und ihre Stellvertreterin Katja Schulte. Beide loteten aus, ob nach 2011 wieder ein Schüleraustausch über das Programm Erasmus Plus möglich ist. Die Chancen stehen nach ihren Aussagen gut.

Was noch erwähnt werden muss: Der Trip nach Ravello zur Villa Ruffulo, wo die Franken im Geiste einen "Bekannten" begrüßen konnten: Richard Wagner, der im von Klingsor beherrschten Zaubergarten für seine Oper "Parsifal" inspiriert wurde. Von der Villa Cimbrone gab es unbeschreibliche Ausblicke auf eine paradiesische Landschaft, auch Ende Oktober noch bedeckt mit blühenden Pflanzen.

Autor

Horst Wunner
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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:54 Uhr

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Horst Wunner

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06. 11. 2019
17:54 Uhr



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