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Kulmbach

Fünfzig Ideen für die Belebung der Burg

Kletterwand, Brunnen und modernere Museen: Die Freunde der Plassenburg übergeben Anregungen und Wünsche aus der Bevölkerung an Politik und Schlösserverwaltung.



Der Vorsitzende der Freunde der Plassenburg Peter Weith (Zweiter von links) übergab die in den vergangenen Monaten in der Region gesammelten Wünsche und Anregungen zur Attraktivierung des Kulmbacher Wahrzeichens an Landrat Klaus Peter Söllner, den Präsidenten der Bayerischen Schlösserverwaltung Bernd Schreiber, Oberbürgermeister Henry Schramm, die stellvertretende Landrätin Christina Flauder, Jürgen Treppner von der Verwaltung der Stiftung der Museen und Stadträtin Corinna Hörath. Foto: Ries/privat
Der Vorsitzende der Freunde der Plassenburg Peter Weith (Zweiter von links) übergab die in den vergangenen Monaten in der Region gesammelten Wünsche und Anregungen zur Attraktivierung des Kulmbacher Wahrzeichens an Landrat Klaus Peter Söllner, den Präsidenten der Bayerischen Schlösserverwaltung Bernd Schreiber, Oberbürgermeister Henry Schramm, die stellvertretende Landrätin Christina Flauder, Jürgen Treppner von der Verwaltung der Stiftung der Museen und Stadträtin Corinna Hörath. Foto: Ries/privat  

Kulmbach - Die Ergebnisse der Mitmachaktion "Meine Idee zur Attraktivierung der Plassenburg" hat der Vorsitzende der Freunde der Plassenburg, Peter Weith in der Sitzung der gemeinsam von Stadt und Landkreis getragenen "Stiftung Landschaftsmuseum Obermain und Deutsches Zinnfigurenmuseum" vorgestellt. An der Aktion haben sich mehr als fünfzig Personen beteiligt. In den vergangenen Monaten hatten die Freunde der Plassenburg auf ihren Veranstaltungen und auch via Aufruf in der Frankenpost dazu angeregt, dass jeder Interessierte ihnen seine Ideen für Veränderungen, Neuerungen und Verbesserungen in und um die Plassenburg zukommen lassen könne. Anlass waren die meist sinkenden Besucherzahlen auf der Burg in den vergangenen Jahren. Die Freunde der Plassenburg stellten die Vorschläge zu einer umfangreichen Liste zusammen, die sie nun wie versprochen den Verantwortlichen und Entscheidungsträgern zukommen ließen. Über 50 große und kleine Ideen sollen helfen, die Plassenburg nach vorne zu bringen.

Eine wichtige Erkenntnis konnte nach Worten Weiths aus der Mitmachaktion an sich gewonnen werden: "Die Kulmbacher Bürger sind sehr an ihrer Plassenburg interessiert, die Attraktivierung liegt ihnen wirklich am Herzen". Gerade in Bezug auf die von den meisten Teilnehmern geforderte bessere Verkehrserschließung der Festung, bei der auch wieder Seilbahnen, Aufzüge im Inneren des Burgberges und Parkplätze für Busse und oder Pkw im Osten hinter der Burg vorgeschlagen wurden, zeigte sich Weith zuversichtlich: "Wir Freunde der Plassenburg sind gespannt auf die Ergebnisse des angekündigten Gutachtens zur Verkehrserschließung und nehmen Staatsminister Söder beim Wort, dass dieses dann umgesetzt wird."

In Bezug auf die Nutzung der teilweise leer stehenden Kasernenhofbauten wurde vorgeschlagen, hier entweder Wohnungen, Büros oder gar Hotelzimmer einzurichten. Viele Eingaben befassten sich mit den unzulänglichen und teilweise schwer zu erkennenden Hinweistafeln auf der Plassenburg. Da hieß es in den Mitteilungen an den Verein:"Graue Tafeln vor grauen Mauern kann man doch kaum erkennen" oder "Im Kasernenhof fühlt man sich fast verloren" beziehungsweise "den Eingangs- und Kassenbereich im Schönen Hof sollte man besser ausschildern".

Mehr kinder- und jugendfreundliche Einrichtungen wurden angeregt, wie einen Abenteuerspielplatz oder eine Kletterwand auf dem Burggelände. Zudem solle mehr auf eine Barrierefreiheit Wert gelegt werden, dabei könne eine Verlegung des Eingangs- und Kassenbereichs in den Kasernenhof helfen. Eine engere Zusammenarbeit der Museen mit den Schulen der Region wird angemahnt. Für Vereine und Firmen solle es günstig zu mietende Tagungs- und Veranstaltungsräume geben.

Ein Vorschlag betraf den Schönen Hof, dessen Mitte seit den Zeiten Markgraf Georg Friedrichs im 16. Jahrhundert ein Brunnen schmückte, der wiederhergestellt werden sollte. Den letzten Brunnen hatten die Nationalsozialisten in den 1930er-Jahren weggerissen. Es solle wieder das historische Feldlager stattfinden, alle zwei Jahre parallel als Ergänzung zur Zinnfigurenbörse, um Geschichte für alle erlebbar zu machen.

Zu den Museen im Inneren der Burg gab es ein Vielzahl von Anregungen, die vor allem die bessere, modernere Ausstattung betreffen. Ein Gesamtkonzept zur künftigen musealen Nutzung der Burg wurde vielfach gefordert. Radikal, aber für die Freunde der Plassenburg durchaus überlegenswert, sei es, die Museen der Stiftung aus der Hochburg in die teils leeren Gebäude im Kasernenhof zu verlegen und die Hochburg um den Schönen Hof den staatlichen Museen (Hohenzollernmuseum, Armeemuseum) zu überlassen. So hätten beide Museumsbetreiber mehr Raum zur Entfaltung.

Im Detail sollten die Präsentationen zeitgemäß erfolgen, Sonderausstellungen und Veranstaltungen könnten die Menschen immer wieder dazu animieren, auf die Burg zu kommen. Dabei wünschen sich manche, dass das Zinnfigurenmuseum über die bisherige Sammlungszusammensetzung hinaus gehen solle. Moderne Jugendfiguren aus Kino, Comic, Manga und Tabletop-Spielen sollen den bisherigen Bestand ergänzen, besonders die aus den Überraschungseiern. Es fehle auch eine Präsentation zu den über einhundert Jahren, in der die Plassenburg als Gefängnis diente. Daneben wurden auch kleinere Wünsche geäußert wie eine Museumsnacht auf der Burg oder Licht- und Soundeffekte in den Zinnfigurendioramen.

Eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit der in Sichtweite voneinander gelegenen Museen im Mönchshof und auf der Plassenburg wünschten sich eine ganze Reihe von Einsendern. Das Armeemuseum Friedrich der Große erscheint etlichen Teilnehmern als zu klein für die Vielzahl an Objekten. Die Internetauftritte zur Burg wie etwa www.plassenburg.de sollten grundlegend modernisiert werden. Unbedingt sei die Stelle des Leiters der Museen der Stiftung Landschaftsmuseum Obermain und Deutsches Zinnfigurenmuseum nach langer Zeit der Vakanz wieder zu besetzen.

Der Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, Bernd Schreiber, dankte Weith für das Engagement des Vereins. "Ich finde die Aktivitäten der Freunde der Plassenburg sehr lobenswert". Der Präsident versprach eine Rückmeldung aus seinem Haus an die Freunde der Plassenburg zu der Vielzahl gemachten Anregungen.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates Oberbürgermeister Henry Schramm dankte den Freunden der Plassenburg für die gesammelten Ideen: "Wir werden die Anregungen und Vorschläge, die wir für die Stadt Kulmbach erhalten haben, sehr gerne aufnehmen und prüfen."

Konkret aufgeschlossen für die Anliegen der Bürger zeigte sich der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Landrat Klaus Peter Söllner: "Ich halte das für eine sehr gute Aktion der Freunde der Plassenburg, das ist eine Art Brainstorming auf breiter Basis in Stadt und Landkreis". Er attestierte dem Verein, dass er sich offensiv und nachhaltig für die Burg einsetze. "Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine oder andere von dieser Liste von den Verantwortlichen sicher in gar nicht allzu ferner Zukunft umgesetzt werden kann, so zum Beispiel die Verbesserung der Hinweistafeln innerhalb der Festung. Das müsste doch machbar sein".

Die Freunde der Plassenburg leiteten das Kompendium aus Anregungen und Wünschen ebenfalls den drei Landtagsabgeordneten Inge Aures, Martin Schöffel und Ludwig Freiherr von Lerchenfeld weiter, verbunden mit der Bitte um eine Unterstützung der Arbeit für das Kulmbacher Wahrzeichen.

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Holger Peilnsteiner
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Veröffentlicht am:
25. 11. 2017
00:00 Uhr

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Holger Peilnsteiner

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25. 11. 2017
00:00 Uhr



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