Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelGerchRegionale Videos: Kellerwetter, Tiny House

Kulmbach

"Furchtbare Narbe im Gesicht unserer Heimat"

Das Landratsamt hat den "Solarpark Dörnhof" jetzt genehmigt. Das Recht bietet keine Alternative, sagt Landrat Söllner. Anlieger Udo Petzold ist entsetzt.



Auch der Ortstermin des Petitionsausschusses hat nichts geholfen. Bei der Genehmigung des Flächennutzungsplans für den "Solarpark Dörnhof" gab es keine rechtlichen Fehler. Deswegen muss er jetzt genehmigt werden. Foto: Melitta Burger
Auch der Ortstermin des Petitionsausschusses hat nichts geholfen. Bei der Genehmigung des Flächennutzungsplans für den "Solarpark Dörnhof" gab es keine rechtlichen Fehler. Deswegen muss er jetzt genehmigt werden. Foto: Melitta Burger  

Kupferberg/Kulmbach - Das Landratsamt Kulmbach hat die von der Stadt Kupferberg beantragte Genehmigung der Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich "Solarpark Dörnhof" erteilt. Damit kann der für die Realisierung des "Solarparks Dörnhof" erforderliche Bebauungsplan in Kraft treten. Das hat das Landratsamt am Montagnachmittag mitgeteilt. Landrat Klaus Peter Söllner macht aus seiner persönlichen Meinung zu dem 12,5 Hektar großen Solarfeld mitten in freier, weit einsehbarer Landschaft kein Geheimnis. Es gefällt ihm nicht. Aber es gibt keine Alternative. "Wir mussten es genehmigen", macht Söllner deutlich. Udo Petzoldt, einer der 18 Anlieger, die sich deswegen an den Petitionsausschuss gewendet hatten, ist entsetzt über die Nachricht. "Das ist eine bittere, furchtbare Narbe im Gesicht unserer schönen Heimat."

"Den Bebauungsplan hatte die Stadt Kupferberg in Ausübung ihrer Planungshoheit zusammen mit der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans am 23. Oktober beschlossen und so die planerische Grundlage gelegt. Eine gesonderte zusätzliche Baugenehmigung ist nicht erforderlich" teilt das Landratsamt mit. Sehr schnell haben Anlieger reagiert und versucht, das riesige Projekt zu stoppen. Die Sympathie aller drei Kulmbacher Landtagsabgeordneten und auch des Landrats hatten sie. Bei einem Ortstermin vor einigen Tagen standen Martin Schöffel (CSU), Inge Aures (SPD) und Rainer Ludwig (FW) kopfschüttelnd am Schützenhaus in Neufang und haben sich vorgestellt, wie die Landschaft wohl aussehen wird, wenn statt Wiesen und Feldern auf einer Fläche, die spielend mehr als 200 Einfamilienhäuser fassen könnte, Solarpanels in der Sonne funkeln.

Udo Petzold ist sich sicher: "Wenn das erstmal gebaut ist, fragt sich sicher jeder, der daran vorbeifährt, wie man das nur machen konnte." Für Petzold gehören Solaranlagen auf Dächer, nicht in die Natur. Er fürchtet, dass der "Solarpark Dörnhof" nur der Anfang ist. "Was wird, wenn das nächste Mal einer 40 Hektar bebauen will? Da macht man für die Region Tourismuskonzepte. Letztes Jahr sollte das noch ein Nationalpark werden." Petzoldt räumt ein, dass es das Gesetz gibt, das dieses Projekt erst möglich macht. Er bezweifelt aber, ob sich der Gesetzgeber genug Gedanken gemacht hat, welche Folgen daraus entstehen.

Das Bundesgesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien ermächtigt die Landesregierungen, die Flächenkulisse für die Errichtung von Solaranlagen um Acker- und Grünlandflächen zu erweitern. Am 7. März 2017 beschloss das Bayerische Kabinett die Verordnung über Gebote für Photovoltaik-Freiflächenanlagen und machte damit den Weg grundsätzlich frei für Photovoltaik-Projekte auf Acker- oder/und Grünlandflächen, erläutert das Landratsamt. Weitere Voraussetzung für die Realisierung der Anlage ist, dass die jeweilige Standortgemeinde eine entsprechende Bauleitplanung in die Wege leitet. Diese besteht in einer Anpassung des Flächennutzungsplans und im Erlass eines Bebauungsplans, der letztlich Rechtsgrundlage für die Errichtung der Anlage ist.

Eine derartige Änderung des Flächennutzungsplans bedürfe der Genehmigung durch das Landratsamt. Dieses habe als Aufsichtsbehörde zu prüfen, ob die planende Kommune alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten hat. Eigene Abwägungsentscheidungen nehme das Landratsamt nicht vor. Maßgeblich sei allein die kommunale Planungshoheit der Gemeinde. Die Rechtskontrolle habe keine Mängel ergeben. "Aufgrund der geltenden Rechtslage war die Genehmigung der Änderung des Flächennutzungsplanes durch das Landratsamt Kulmbach als Untere Bauaufsichtsbehörde in enger Abstimmung mit den beteiligten Ministerien zwingend zu erteilen", teilt das Landratsamt abschließend zu diesem Thema mit.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
17:36 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bebauungspläne Bundesgesetze CSU Heimat Inge Aures Martin Schöffel SPD Solaranlagen Äcker
Kupferberg Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mehr als zwölf Hektar Fläche sollen bei Dörnhof mit Solarpanelen bestückt werden. Das umstrittene Vorhaben inmitten freier Landschaft hat jetzt begonnen. Die ersten Bauteile wurden angeliefert. Foto: Werner Reißaus

22.01.2019

Solarpark entsteht in eisiger Kälte

Die frostigen Temperaturen halten die Investoren nicht auf. Seit Dienstag läuft der Aufbau des umstrittenen Solarparks Dörnhof bei Kupferberg. » mehr

Einträchtig hängen die Plakate der Direktkandidaten von CSU, Freien Wähler und SPD auch am Tag nach der Wahl übereinander. Am Sonntag haben sie sich in einigen Gemeinden des Landkreises Kulmbach ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.	Foto: Gabriele Fölsche

15.10.2018

CSU kommt mit einem blauen Auge davon

Martin Schöffel verteidigt sein Direktmandat im Landkreis Kulmbach. Nur in zwei Gemeinden hat Inge Aures die Nase vorn, in Wirsberg machte Rainer Ludwig das Rennen. » mehr

Hossein blickt aus dem Fenster seiner Unterkunft in der Pestalozzistraße. Der junge Mann aus dem Iran wird, wie es aussieht, schon bald seine Mutter und die 14-jährige Schwester zurücklassen und in sein Heimatland zurückkehren müssen. Dort droht dem jungen Mann möglicherweise der Tod. Foto: Gabriele Fölsche

vor 13 Stunden

Hossein steht vor ungewissem Schicksal

Die Klage des jungen Iraners ist abgewiesen. Obwohl er zur Schule geht, gilt er als flüchtig. Jetzt bleibt ihm nur noch die Entscheidung zwischen Ausreise und Gefängnis. » mehr

Eine Petition gegen die Abschiebung von Hossein Fathi (Zweiter von rechts) überreichten Hanna Veronika Schneider (rechts) und Pfarrer Jürgen Singer (Dritter von links) an die Landtagsabgeordneten Inge Aures, Martin Schöffel und Rainer Ludwig. Mit auf dem Bild (von links) Bezirkstags-Vizepräsidentin Dagmar Keis-Lechner und Pfarrer Rolf Dieling. Foto: Rainer Unger

08.02.2019

Hossein Fathi hat viele Unterstützer

Mit dem Fall des jungen Iraners, der abgeschoben werden soll, wird sich bald der Landtag befassen. Die Petition ist übergeben. » mehr

Die erneute Nominierung gilt als sicher: Inge Aures, SPD

22.11.2017

Wird Lerchenfeld Direktkandidat in Bamberg?

Landtagswahl in Bayern: Bewerber von CSU, SPD und Freien Wählern bringen sich in Stellung. Fest nominiert ist bislang nur Martin Schöffel. » mehr

Seit Anfang an ist Ehrenmitglied Franz Rucker beim Verein der Musikfreunde dabei und hat sich in außerordentlicher Weise um ihn verdient gemacht. Vorsitzender Patrick Rosa überreichte Franz Rucker als Zeichen des Dankes ein Bild der Stadtkapelle. Foto: Klaus-Peter Wulf

16.09.2018

Brückenbauer im Zeichen der Musik

Der Verein der Musikfreunde Kupferberg hat sein 50. Jubiläum gefeiert. Waldemar Hebda ist jetzt Ehrenvorsitzender. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

"Let it beat" in der Hofer Freiheitshalle

"Let it beat" in der Hofer Freiheitshalle | 16.02.2019 Hof
» 41 Bilder ansehen

Black Base - Mens Night

Black Base - Mens Night | 16.02.2019 Hof
» 60 Bilder ansehen

Selber Wölfe-Eisbären Regensburg 3:2

Selber Wölfe -.Eisbären Regensburg 3:2 | 17.02.2019 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor

Melitta Burger

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
17:36 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".