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Kulmbach

Gemeinderat lehnt Photovoltaik-Anlage ab

Die Wirsberger Räte haben entschieden: Eine Solaranlage im Kosertal würde das ökologische Gleichgewicht stören und der Idee vom naturnahen Tourismus widersprechen.



Wirsberg - Heiße Themen packte Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates an - etwa die geplante Photovoltaik-Anlage in der Gemarkung Marienweiher nahe der "Alten Schmölz" sowie die Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes für den Tiefbrunnen Wirsberg im.

Nachtrag beim Bau des Bürgerzentrums

Beim Bau des Bürgerzentrums am Marktplatz genehmigte der Marktgemeinderat einen Nachtrag von knapp 10 000 Euro bei den Rohbauarbeiten. Es wurde festgestellt, dass die über dem Schulungsraum im Altbau befindliche Holzbalkendecke in mehreren Balkenlagen auf einer Fläche von rund 30 Quadratmetern Schäden aufweist, die statische Eingriffe erfordern. Die ursprüngliche Planung ging von einem unveränderten Erhalt der Deckenkonstruktion aus. Die Kosten einer Ertüchtigung der Holzbalkendecke mit mehreren Stützen und Unterzügen im Raum wurden der einer Ortbetondecke, die letztlich günstiger war, gegenübergestellt.


Die Photovoltaik-Anlage soll auf einer Fläche von rund 8,5 Hektar nordöstlich des Kupferberger Stadtteiles "Alte Schmölz" auf Ackerflächen zwischen Waldrand und Koser-Fischteichanlagen errichtet werden. In seiner Stellungnahme beurteilte der Marktgemeinderat vor allem die Verträglichkeit des geplanten Solarfeldes mit dem Landschaftsbild im Naturpark Frankenwald. So ist das Umfeld der geplanten PV-Anlage eine der größten und bedeutsamsten Feuchtwiesenflächen im Kosertal. Für das Ratsgremium läuft die geplante Anlage den Qualitätsmerkmalen der Tourismusregion Frankenwald völlig zuwider. Sie würde dem Wirtschaftszweig "Naturnaher Tourismus" einen empfindlichen Schlag versetzen und der Zerstörung der Frankenwaldlandschaft weitere Türen öffnen. Bürgermeister Hermann Anselstetter: "Was die Grünstromgewinnung angeht, sind wir mit unseren drei Wind-Energie-Bürgeranlagen und mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach sowie vielen Privatdächern Vorreiter. Die geplante Anlage ist nicht zu verantworten, weil es ein Wildwuchs wäre. Und wir sind dafür, dass Photovoltaik-Anlagen in unserem Raum geordnet geplant werden." Das Kosertal sei ein idyllisches Wallfahrertal, unberührt, geschichtsträchtig und ökologisch wertvoll. Die PV-Anlage würde das empfindlich stören. "Wir werden auf jeden Fall alle Hebel in Bewegung setzen, dass die Zerstörung des Kosertales vermieden wird", betonte der Bürgermeister. Die ablehnende Stellungnahme erfolgte im Marktgemeinderat einstimmig.

Zur Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes für den Tiefbrunnen in der "Au" machte Anselstetter klar: "Die Zeit ist mehr als reif. Wir arbeiten jetzt 29 Jahre daran, und über 25 Jahre haben alle Hydrogeologen auf das falsche Pferd gesetzt: Auf eine Theorie, dass das Trinkwasser von Neuenmarkt und aus oberflächennahen Schichten kommt. Das wurde ein Vierteljahrhundert lang vertreten." In den 29 Jahren, in denen an der Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes für den Tiefbrunnen gearbeitet wurde, seien nicht weniger als sechs teure Bohrungen in den Jahren 1995, 2007 und 2016 und viele Wasseranalysen durchgeführt worden. Zwei Gutachterbüros arbeiteten von 2004 bis 2011 und seit 2011 daran. Die dafür angefallenen Ausgaben liegen bei rund 125 000 Euro.

Erste Unterlagen für die Durchführung des Wasserrechtsverfahrens wurden im Jahr 2002 eingereicht. Das Verfahren wurde aber nicht zu Ende geführt, da immer neue Forderungen nach Nachweisen und Belegen wie Bohrungen, Studien, Berechnungen und Analysen vom Wasserwirtschaftsamt erhoben wurden, um bei einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung Bestand zu haben, wie Anselstetter erklärte. "Vom neuen Gutachterbüro wurde die Herkunft des Wassers unter neuen Blickwinkeln gesehen. Es ging nun daran, die Theorie, dass das Wasser aus dem Altgebirge, aus Münchberg und Gefrees kommt, zu beweisen - mit neuen Analysen, Untersuchungen, Bohrungsergebnissen", sagte der Bürgermeister. Dieses Wasser aus dem Urgebirge gelte als hochwertiges Tiefentrinkwasser, das im Brunnen in der "Au" zur Schüttung kommt. Das Trinkwasser aus dem Brunnen sei schon immer nitratfrei gewesen, und "man hätte schon lange darauf kommen müssen, zu überlegen, warum das Wasser so gut ist. Denn oberflächennahes Wasser hat mit Sicherheit höhere Nitratwerte", so Anselstetter.

Aufgrund der Erkenntnisse soll das Wasserschutzgebiet verkleinert werden. Auf dieser Grundlage wurden nun im August 2019 neue, vom Büro Piewak und Partner aus Bayreuth gefertigte Unterlagen für die Durchführung des Wasserrechtsverfahrens zur Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes eingereicht. Die Unterlagen zeigen, so Anselstetter, die Ausdehnung des Wasserschutzgebietes wie sie in der Sitzung im Mai 2018 dem Gemeinderat vorgestellt wurden, mit einer Begrenzung allein auf Wirsberger Flur: "Jetzt erwarten wir vom Wasserwirtschaftsamt in Kooperation mit dem Landratsamt eine wirklich zügige Genehmigung unseres Antrages. Und ich werde auch darum bitten, dass beim nächsten Gespräch im Landratsamt der Landrat persönlich dabei ist - um den Sack endlich zuzumachen und dem Spuk ein Ende zu bereiten."

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
17:44 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
17:44 Uhr



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