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Kulmbach

Gemeinsam stark gegen den Krebs

Die Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" in Kulmbach feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Ihre Stärke: Der persönliche Kontakt Gleichgesinnter.



Seit zehn Jahren gibt es in Kulmbach die "Selbsthilfegruppe für Frauen nach Krebs". Das Bild zeigt einen Teil der Frauen, die der Selbsthilfegruppe angehören mit Unterstützerinnen. Leiterin ist Liane Wack (sitzend vorne links), dahinter die Ärztin des Kulmbacher Brustzentrums Dr. Gabriele Stenglein und stehend ganz links Karin Schulz von der Krebsberatungsstelle Bayreuth.
Seit zehn Jahren gibt es in Kulmbach die "Selbsthilfegruppe für Frauen nach Krebs". Das Bild zeigt einen Teil der Frauen, die der Selbsthilfegruppe angehören mit Unterstützerinnen. Leiterin ist Liane Wack (sitzend vorne links), dahinter die Ärztin des Kulmbacher Brustzentrums Dr. Gabriele Stenglein und stehend ganz links Karin Schulz von der Krebsberatungsstelle Bayreuth.   Foto: Rainer Glissnik

Kulmbach - "Nur gemeinsam können wir stark gegen den Krebs sein", unterstrich die Leiterin der Kulmbacher Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" Liane Wack. Auf der Plassenburg wurde mit dem diesjährigen Sommerfest auch das zehnjährige Bestehen gefeiert. Viele der insgesamt 30 Frauen feierten mit Begleiterinnen und Unterstützerinnen verschiedenster Institutionen.

Kontakt

Ansprechpartnerin für die Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs II: Liane Wack, Höferänger 4, Kulmbach, Telefon: 09221/ 3917500, Email: liane.wack@web.de

 

"Unsere digitalisierte Welt kann die zwischenmenschlichen Kontakte und Beziehungen nicht ersetzen", stellte Liane Wack fest. "Selbsthilfe ist gerade in Zeiten besonders wichtig, wo die Patientenkontakte mit den Ärzten immer kürzer werden, weil sie nicht entsprechend honoriert werden oder weil großer Zeitdruck herrscht." In der Selbsthilfegruppe können die Betroffenen in einem geschützten Rahmen gegenseitiges Verständnis und Unterstützung erfahren. Eine Selbsthilfegruppe kann Hilfen anbieten, informieren, zuhören, Betroffene in schweren Zeiten auffangen und bis zum Tod begleiten.

 

Seit zehn Jahren treffen sich Frauen der Selbsthilfegruppe einmal im Montag im Gemeindezentrum Ziegelhütten. Im Januar 2009 wurde eine Gesprächsrunde gestartet, nachdem Karin Schulz von der Krebsberatungsstelle Bayreuth die beiden Gründerinnen angesprochen hatte. Damals schloss sich die Gruppe der Bayerischen Krebsgesellschaft an. Ausgangspunkt waren die Sozialpädagogin Liane Wack und Religionspädagogin Christine Dieling. Frauen in gleicher Lage trafen aufeinander. Alle wissen wie eine Frau sich fühlt, wenn sie meist ohne Vorwarnung die Diagnose "Krebs" erhält. Sie kennen die Sorgen und Nöte.

Die ganz alltäglichen Probleme, die sich nach einer Operation einstellen. Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie, einer Bestrahlung. Die Beschwerden die es unmöglich machen ein Auto zu fahren. Die Ratlosigkeit, wenn es darum geht, Haarausfall mit einer geeigneten Perücke zu kaschieren.

Im Vordergrund steht das Leben mit der Krankheit. "Wir reden hier nicht nur über unsere Krankheiten, sondern sind ganz aktiv in Sachen Leben leben unterwegs", erklärte Liane Wack. Für eine gute Versorgung und Behandlung von Krebskranken ist ihrer Meinung nach ein gutes Netzwerk erforderlich. Für sie gehört dazu die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Krebsgesellschaft und der Beratungsstelle in Bayreuth mit vielen Fortbildungen, Regionaltreffen und Supervision. Dazu gehöre die Zusammenarbeit mit dem Psycho-Onkologischen-Dienst am Klinikum Kulmbach sowie die Zusammenarbeit mit den Ärzten des Brustzentrums Dr. Benno Lex und Dr. Gabriele Stenglein. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, Fachärzten und anderen Beratungsstellen und dem VdK.

Zum Jubiläumsauftakt begeisterte Harald Stark mit einer hochinteressanten Führung durch die Plassenburg. Im Ristorante Al Castello wurde gebührend gefeiert und die Gemeinsamkeit genossen. Liane Wack nutzte die Gelegenheit, sich bei allen zu bedanken, welche die Selbsthilfegruppe unterstützten oder hier besonders mitwirkten. Gedacht wurde auch der Frauen, die den Krebs nicht überlebten und die deshalb nicht mehr mitfeiern konnten, aber in den Herzen aller dabei waren.

Der Runde Tisch der Krankenkassen hatte die Feier unterstützt. Auch die Selbsthilfekoordinationsstelle Coburg unterstützt die Selbsthilfegruppe in vielfältiger Weise. Entgegen aller Unkenrufe von einst, in Kulmbach wolle niemand über Krebs reden, hat sich die Gruppe stark entwickelt.

"Mit Gesprächsangeboten, Entspannungsmethoden, gesunder Ernährung, kreativen sowie spirituellen und geselligen Angeboten Arztvorträgen und Theaterveranstaltungen wollen wir in der Gruppe gemeinsam herausfinden, was uns stärkt, kräftigt, Energien und Lebensfreude bringt", betonte Liane Wack. "Eigene Kraftquellen entdecken, die Selbstheilungskräfte stärken sowie Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung fördern. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass dies in einem geschützten Rahmen passiert und keine persönlichen Sachen nach außen getragen werden. Wir haben dafür unseren Kerzenständer und unsere Schatzkiste mit Gesprächsregeln.

Seit einigen Jahren wird eng mit der Selbsthilfegruppe "Balance" in Bad Staffelstein zusammengearbeitet. Seit 2012 ist die Selbsthilfegruppe nach Zertifizierung des Brustzentrums Kulmbach Kooperationspartner des Klinikums. Ohne Zusammenarbeit, Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Unterstützung würde eine solche Gruppe nicht über so lange Zeit existieren. "Unsere Frauen sind zwischen 30 und über 70 Jahren jung", erklärte Liane Wack. Es kommen immer wieder neue Mitglieder dazu, die herzlich willkommen sind. "Wir sind eine bunt gemischte Gruppe mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Aber wir sitzen alle in einem Boot und haben ähnliche Erfahrungen gemacht, die zusammen schweißen."

Außer den Gesprächsabenden gibt es etliche thematische Angebote wie Pilates, Töpfern, Bewegung. Für heuer stehen an festen Programmpunkten noch an: eine Kochvorführung "Zurück zu den Wurzeln" am 11. September mit Edith Wagner, "Miteinander umgehen" am 9. Oktober mit Kathrin Karban-Völkl, eine Kreativwerkstatt "Basteln mit Naturmaterialien" am 13. November und eine Adventsfeier am 11. Dezember. Ende Oktober findet ein dreitägiges Wochenende in der Benediktinerabtei "Maria Frieden Kirschletten" statt. Oft trifft sich ein Teil der Gruppe Dienstags am Nachmittag zum Nordic Walking.

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Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
18:06 Uhr

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Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
18:06 Uhr



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