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Kulmbach

Geschmack am Wildbret fördern

Jäger sollen künftig bessere Möglichkeiten haben, Fleisch von Wildschwein oder Reh an die Verbraucher zu bringen. Die, sagen die Jäger, können unbeschwert genießen.



Wildbret aus dem Kreis Kulmbach bürgt für höchste Qualität. So wird zum Beispiel das Fleisch erlegter Wildschweine auf seine Strahlenbelastung hin untersucht. Die Kreis-.Jägerschaft betreibt hierzu ein Gerät (rechts hinten), das bei Jürgen Bredemeyer in Sackenreuth stationiert ist. Unser Bild zeigt (von rechts) Jürgen Bredemeyer, Heinz Mindergan, Peter Müller (alle Jagdschutz-und Jägerverein), Norbert Heimbeck von der Genussregion Oberfranken, Dr. Andreas Koller vom Veterinäramt, Landrat Klaus Peter Söllner, Otto Kreil und Heinrich Rauh von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt Kulmbach. Fotos: Redaktion
Wildbret aus dem Kreis Kulmbach bürgt für höchste Qualität. So wird zum Beispiel das Fleisch erlegter Wildschweine auf seine Strahlenbelastung hin untersucht. Die Kreis-.Jägerschaft betreibt hierzu ein Gerät (rechts hinten), das bei Jürgen Bredemeyer in Sackenreuth stationiert ist. Unser Bild zeigt (von rechts) Jürgen Bredemeyer, Heinz Mindergan, Peter Müller (alle Jagdschutz-und Jägerverein), Norbert Heimbeck von der Genussregion Oberfranken, Dr. Andreas Koller vom Veterinäramt, Landrat Klaus Peter Söllner, Otto Kreil und Heinrich Rauh von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt Kulmbach. Fotos: Redaktion  

Kulmbach - Die Vermarktung regionalen Wildbrets soll intensiviert werden. Das ist der Tenor eines Pressegeprächs, an dem Vertreter der Jägerschaft, des Landratsamtes und der der Genussregion Oberfrankens teilnahmen. Was einfach klingt, hat aber seine Tücken: Weitreichende lebensmittelrechtliche Hürden, aber auch die saisonalen Eigenheiten des Jagdgeschehens erschweren eine kontinuierliche Vermarktung. Dabei bietet Wild aus Wald und Flur ein exzellentes Fleisch, das höchsten Ansprüchen genügt.

Leider ist die öffentliche Wahrnehmung mitunter getrübt, wenn es um Wildbret geht. Die Folgen des Reaktor-Unfalls von Tschernobyl 1986, aber auch Themen wie die Afrikanische Schweinepest, die auf Wildschweine übergreifen kann, sorgen für Verunsicherung. Doch der Konsument kann sicher sein, dass nur einwandfreies Fleisch auf den Teller kommt. Dafür sorgt unter anderem der Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach, der ein eigenes Gerät vorhält, mit dem die Strahlenbelastung gemessen wird. Dazu wird eine 500-Gramm-schwere Portion von Wildschwein-Muskelfleisch kleingeschnitten und in einen Becher gegeben, an dessen Boden ein Detektor die Belastung durch Cäsium und Radium ermittelt. Das Gerät, das früher beim Schlachthof stationiert war, wird jetzt von Waidmann Jürgen Bredemeyer betrieben. Das hat für die Jäger organisatorische und finanzielle Vorteile, nachdem dieser Test und die nachgeordnete Trichinenschau nunmehr Hand in Hand gehen.

Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Von 1700 Sauen, die im vergangenen Jahr erlegt wurden, waren nur 18 als kritisch anzusehen, wie Heinrich Rauh als Leiter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt verdeutlichte. Die Bewertung fällt eindeutig aus: "Beim Verzehr bestehen für den Verbraucher keinerlei Bedenken", unterstrich Peter Müller, der Kreisvorsitzende des Jagdschutz-und Jägervereins Kulmbach. Es gelte, beim Konsumenten Vorbehalte abzubauen und das gesellschaftliche Bewusstsein zu ändern.

Entwarnung kann auch beim Thema Afrikanische Schweinepest gegeben werden: Diese Krankheit, die nicht auf den Menschen übertragbar ist, wohl aber Wildschweine befallen kann, spielt bisher in Deutschland keine Rolle. Derartige Fälle sind dato nur im Ausland aufgetreten, ein Einschleppungsrisiko sei allerdings gegeben, unterstrich Dr. Andreas Koller als Leiter des Veterinäramtes. Ganz allgemein riet er den Jägern, jedes Wildschwein untersuchen zu lassen, nachdem diese im rechtlichen Sinn ein Lebensmittel in den Verkehr bringen und dafür in vollem Umfang haften müssten.

Alles in allem bürgt Wildbret aus dem Raum Kulmbach für höchste Qualität, die man sich zunutze machen will. Dies ist auch im Sinn des Kulmbacher Landrats Klaus Peter Söllner, dem Vorsitzenden der Genussregion Oberfranken. Darauf wies Norbert Heimbeck als Geschäftsführer dieser Vereinigung hin. Man müsse die regionale Wertschöpfungskette intensivieren und auch über die Veredelung des Produkts nachdenken, schlug er vor. Dazu wünschen sich die Jäger eine engere Zusammenarbeit mit den Gastwirten und den Metzgern, die mit heimischem Wildbret ein "Premium-Produkt" anbieten könnten. "Wir brauchen Partner, die hierfür die Voraussetzungen mitbringen", so Heimbeck wörtlich. Konkret geht es darum, professionelle Betriebe zu finden, die die lebensmittelrechtlichen Anforderungen der EU-Zertifizierung erfüllen.

Neben dieser Vermarktungsoption hat aber jeder Interessent die Möglichkeit, Wild direkt beim Jäger zu erwerben. Wer dies möchte, kann sich direkt mit den beiden Vorsitzenden des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach, Peter Müller (Thurnau) und Otto Kreil (Vogtendorf), in Verbindung setzen. Einschlägige Adressen gibt es zudem auch im Internet auf der Seite der Landes-Jägerschaft unter www.jagd-bayern.de.

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Klaus Rössner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 12. 2018
00:00 Uhr

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Klaus Rössner

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