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Kulmbach

Gewerkschaft übt Kritik an Auto-Scholz

Die Arbeitnehmer, sagt die Gewerkschaft, haben dem Unternehmen mehrfach unter Verzicht auf Einkommen geholfen. Von Inhaber Eidenmüller ist die IG Metall enttäuscht.



Volker Seidel, IGM
Volker Seidel, IGM  

Kulmbach - Volker Seidel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostoberfranken, bezichtigt Michael Eidenmüller, den Inhaber der Firma Auto Scholz, die Unwahrheit zu sagen. Michael Eidenmüller will, wie berichtet, aus dem Haustarif aussteigen und Einzelverträge mit seinen Beschäftigten schließen. Die sind deswegen am Montag in einen Warnstreik getreten. Die Forderungen der Gewerkschaft hatte der Inhaber der Scholz-Gruppe unter anderem als "ruinös" bezeichnet und den Vorwurf erhoben, Auto Scholz habe sogar schon Betriebe schließen müssen, um die Forderungen der IG Metall bezahlen zu können. "Das stimmt nicht", kontert Volker Seidel. "Wenn Michael Eidenmüller nun sagt, er habe Betriebe schließen müssen, um Gewerkschaftsforderungen zu erfüllen, verwehre ich mich ausdrücklich dagegen." Seidel spricht dagegen von Sanierungsbestandteilen, die durch die Beschäftigten des Unternehmens mit erheblichen Beiträgen unterstützt worden seien. Über Jahre hinweg hätten Arbeitnehmer ihrem Unternehmen geholfen, als es ihm schlecht ging. Michael Eidenmüller fahre eine regelrechte Kampagne, um die IG Metall aus dem Betrieb zu drücken, um anschließend ein leichtes Spiel mit den Beschäftigten zu haben. Seidel betont: "Der Inhaber will Menschen beeinflussen. Was er zu den Betriebsschließungen sagt, stimmt nicht." Eidenmüllers Aussage, die IG Metall verunsichere die Beschäftigten, bezeichnet Seidel als "absolute Frechheit". Die IG Metall habe immer und immer wieder Nachlässe gegeben. Es habe über Jahre Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld gegeben, Wochenarbeitszeiten seien angehoben worden. Sogar Sachleistungen, zum Beispiel Tankgutscheine, seien als Bezahlung akzeptiert worden.

Als jetzt der Haustarifvertrag zum Ende 2018 ausgelaufen war, wollte die Gewerkschaft Lohnerhöhungen von jeweils unter drei Prozent durchsetzen. Doch Auto Scholz habe überhaupt kein Angebot gemacht und erklärt, er wolle keinen Tarifvertrag mehr. "Damit war die Friedenspflicht zu Ende und die Leute gingen auf die Straße." Das Argument, der Branche gehe es nicht gut, lässt Volker Seidel nicht gelten. "Das sagt Eidenmüller immer." Aber Auto Scholz vertrete hauptsächlich die Premiummarke Mercedes Benz. Die verkaufe nicht schlecht. Wie es in dem Tarifstreit weitergeht, haben die organisierten Mitarbeiter zu entscheiden.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
16:52 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
16:52 Uhr



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