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Kulmbach

Gewerkschaften prangern ungleiche Verteilung an

Susanne Ferschl weist bei der Maikundgebung in Kulmbach auf Ungerechtigkeiten hin. Die soziale Spaltung,sagt sie, führe zu politischen Krisen.



Susanne Ferschl von der NGG referierte bei der Maikundgebung in Kulmbach. Foto: Werner Reißaus
Susanne Ferschl von der NGG referierte bei der Maikundgebung in Kulmbach. Foto: Werner Reißaus  

Kulmbach - Der 1. Mai stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von Europa. Als Referentin konnte der DGB-Kreisvorstand Kulmbach mit Susanne Ferschl eine Betriebsrätin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gewinnen, die deutlich machte, dass ein Europa gebraucht werde, dem die Menschen wieder vertrauen: "Es wird Zeit, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten verbessern. Das ist das, wofür wir Gewerkschafter kämpfen." Susanne Ferschl stellte fest, dass mittlerweile in Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen, Ungarn und jetzt auch in Spanien die "Rechten" in der Parlamenten sitzen und in England um den Brexit gestritten wird: "Der Brexit und die Salvinis, Orbans und wie sie alle heißen, haben aber nicht die Krise ausgelöst, sondern sind die Symptome einer falschen Politik." Es vergehe kaum ein Tag, an dem den Menschen nicht erklärt werde, wie gut es allen gehe. "Das Problem ist aber, dass nicht alle Menschen davon profitieren. Seit 1980 geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.Die 26 reichsten Menschen der Welt besitzen genauso viel wie die ärmste Hälfte der Bevölkerung, nämlich 3,8 Milliarden. Ein Bruchteil dieses Vermögens würde ausreichen, um absolute Armut und Hunger zu beseitigen."

Susanne Ferschl

Susanne Ferschl wurde am 10. März 1973 in Schwaz/Österreich geboren. Seit Anfang der 1990-er Jahre ist sie gewerkschaftlich für die NGG aktiv und war zuletzt für Nestlé im Europäischen Betriebsrat. 2017 wurde Susanne Ferschl in den 19. Deutschen Bundestag gewählt und ist seit Februar 2018 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken.


Die NGG-Gewerkschafterin und Bundespolitikerin kritisierte, dass 40 Prozent der Beschäftigten seit Anfang der 90er-Jahre weniger in der Tasche hätten. Als einen Skandal bezeichnete es Ferschl, dass der Amazon-Onlineversandhändler seinen Beschäftigten einen Tarifvertrag verwehre, sie überwache und schikaniere. Gleichzeitig sei Amazon-Chef Jeff Bezos der reichste Mann der Welt und verdiene in einer Minute mehr Geld als ein Amazon-Mitarbeiter in einem Jahr. Diese soziale Spaltung gefährde den Zusammenhalt der Gesellschaft, führe zu politischen Krisen. Zur Frage, ob sich Deutschland den Sozialstaat noch leisten könne, hielt Susanne Ferschl entgegen: "Wir können uns die Reichen und die Konzerne, die keine Steuern bezahlen, nicht mehr leisten."

Stellvertretend für OB Henry Schramm sprach Bürgermeister Frank Wilzok auch im Namen des anwesenden Landrats Klaus Peter Söllner ein Grußwort. Wilzok stellte fest, dass die Gewerkschaftsbewegung heute noch genauso wichtig ist wie vor mehr als 130 Jahren. Dankesworte richtete der Bürgermeister vor allem an den DGB-Kreisvorsitzenden Detlef Ramming, der die Besucher der Mai-Kundgebung im Mönchshof-Saal begrüßt hatte.

Mit dem traditionellen Arbeiterlied "Brüder reicht die Hand zum Bunde" wurde die Kundgebung abgeschlossen.

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
02. 05. 2019
16:58 Uhr

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Werner Reißaus

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02. 05. 2019
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