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Kulmbach

Gratis-Infos zur Energiewende rechnen sich

Bürger im Kreis Kulmbach erhalten für weitere zwei Jahre die kostenlose Klimaschutzberatung. Die Energieagentur freut sich über eine hohe Kundenzufriedenheit.



Mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Wohnhauses hat der Mainleuser Karlheinz Wildgrube (links) seine private Energiewende geschafft. Hilfe und Tipps erhielt er dabei von Berater Jürgen Ramming von der Energieagentur Oberfranken. Fotos: Stefan Linß
Mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Wohnhauses hat der Mainleuser Karlheinz Wildgrube (links) seine private Energiewende geschafft. Hilfe und Tipps erhielt er dabei von Berater Jürgen Ramming von der Energieagentur Oberfranken. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Kulmbach/Mainleus - Die vieldiskutierte Energiewende ist bei Karlheinz Wildgrube schon seit Jahren Realität. Der Mainleuser produziert dank der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Wohnhauses oft mehr Strom als er verbraucht. Er schont den Geldbeutel und schützt die Umwelt. Dabei war er sich lange Zeit gar nicht sicher, ob er den Schritt überhaupt wagen soll. "Ich habe hin und her überlegt", erinnert er sich. Nach dem Beratungsgespräch mit der Energieagentur Oberfranken aus Kulmbach legte er los. Wildgrube ist einer von vielen Hundert zufriedenen Kunden, die in den vergangenen Jahren in den Kreisen Kulmbach, Kronach und Bayreuth den Service der Energieagentur genutzt haben.

Die Beratungsstelle

Die Klimaschutz-Beratungsstelle der Energieagentur Oberfranken ist unter 09221/8239-18 oder unter beratung@eao.bayern zu erreichen. Die Beratung ist für Privathaushalte und Vereine kostenlos, die Kosten übernimmt der Landkreis.


Idee für Stromspeicher: 2016 investierte Karlheinz Wildgrube in die Sanierung und Dämmung seines Daches 55 000 Euro. Dass er die Gelegenheit nutzt und eine Photovoltaik-Anlage installieren lässt, war für den Ruheständler klar. Die Idee, gleichzeitig auf einen Stromspeicher zu setzen, stammte von der Energieagentur. Energieberater Jürgen Ramming hat den Mainleuser über die technische Ausführung und über die Fördermöglichkeiten informiert. Das Beratungsgespräch war kostenlos.

Die Photovoltaikanlage mit Speicher kostete 23 000 Euro. Die Ausgabe rechne sich. Immer wenn die Sonne scheint, darf sich Karlheinz Wildgrube freuen. Dank des Stromspeichers kann er den Strom vom Dach auch nachts nutzen, erklärt die Energieagentur. Während der Mainleuser schläft, bekomme er sogar noch einige Kilowattstunden geschenkt, denn sein Akku nimmt am Regelenergiemarkt teil und puffert sogenannten überflüssigen Strom aus dem Netz.

Monatlich nur 30 Euro: Die Energiekosten für Familie Wildgrube sind seitdem deutlich gefallen. Von monatlich 280 Euro auf aktuell 65 Euro pro Monat. Und das inklusive Heizung. Denn die Wärmepumpe wird ebenfalls mit dem Photovoltaik-Strom betrieben. Rechnet man die Vergütung für den eingespeisten Strom von rund 35 Euro monatlich hinzu, dann betragen die Energiekosten noch 30 Euro im Monat. Das sei wohl seine beste Investition der vergangenen Jahrzehnte gewesen, sagt Karlheinz Wildgrube. "Ich würde es sofort wieder machen." In insgesamt gut sieben Jahren habe sich die Investitionssumme bereits amortisiert.

Neutrale Beratung: Der Landkreis Kulmbach will erreichen, dass viele private Haushalte dem Beispiel von Karlheinz Wildgrube folgen. Alle Bürger und gemeinnützigen Vereine können mit einer neutralen Beratung klären lassen, welche Möglichkeiten sie haben, Energie zu sparen und die Erneuerbaren einzusetzen. "Unser Landkreis finanziert diese Klimaschutzberatung durch die Energieagentur Oberfranken nun für weitere zwei Jahre", erklärt Landrat Klaus Peter Söllner, der gleichzeitig Vorsitzender der Energieagentur ist. "Der Service für die Bürger bleibt auch in Zukunft kostenlos. Wir bleiben aktiv und arbeiten am Klimaschutz."

94 Prozent zufrieden: Die unabhängige Anlaufstelle sei wichtig, wie eine aktuelle Umfrage bestätigt. Die Energieagentur Oberfranken hat nicht repräsentativ eine große Zahl von Kunden befragt. Während seines Freiwilligen Ökologischen Jahres bei der Energieagentur hat der Mainleuser Sebastian Spill im vergangenen Jahr viele Telefonate geführt und sich bei den Haushalten erkundigt, ob sie mit den umgesetzten Projekten zufrieden sind.

"Unsere Energieberater Hans Krafczyk und Jürgen Ramming haben über die Jahre hunderte Haushalte in Oberfranken beraten, aber uns fehlten belastbare Informationen, was sich im Anschluss daraus entwickelt hat", erklärt Pressesprecher Markus Ruckdeschel. Nun könne man klar belegen, dass zum Beispiel die überwiegende Mehrheit von 94 Prozent mit der kostenlosen Beratung zufrieden waren.

Die erarbeiteten Sanierungsziele seien ebenfalls positiv bei den Haushalten aufgenommen worden. Nach der Beratung haben mehr als 70 Prozent die angedachten Vorhaben ganz oder teilweise umgesetzt, weitere drei Prozent hatten es zum Zeitpunkt der Umfrage fest eingeplant, sagt Ruckdeschel.

Neue Heizungen: Die meisten haben nach der Beratung ihre Heizung erneuern lassen. 38 Prozent entschieden sich für diesen Schritt. Auf Rang zwei folgt die Fassaden- oder Dachdämmung mit 22 Prozent. Knapp dahinter rangiere mit 21,6 Prozent der Austausch von Fenstern und Türen. Für Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung entschieden sich sechs Prozent der beratenen Haushalte, Photovoltaik kam bei fünf Prozent zum Zuge. "Die Nutzung der Solarenergie ist eindeutig noch ausbaubar", sagt Energieberater Jürgen Ramming.

Gründe für den Umstieg: Ingrid Flieger, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, sieht ebenfalls noch Luft nach oben. "Unser Ziel ist die Steigerung der Quote für mehr Erneuerbare im Heizungskeller. Bei den aktuell niedrigen Preisen für fossile Energieträger sind wir in der Beratung täglich neu gefordert, gute Gründe für den Umstieg zu liefern." Die unabhängige Beratung sei das wichtigste Instrument, um die Bürger im Landkreis bei ihrer privaten Energiewende zu unterstützen.

Die Beratung zahle sich wirtschaftlich aus. Das werde auch mit Blick auf die Investitionssummen deutlich. Im Durchschnitt, so zeigte die Umfrage, investieren die Bürger nach einer Beratung rund 32 700 Euro. Dieser Betrag komme zu einem großen Teil den Handwerksbetrieben in der Region zugute, sagt die Energieagentur. "Zusätzlich fließt durch einen Umstieg auf erneuerbare Energie mehr Geld in den regionalen Wirtschaftskreislauf."

Videoclips im Netz: Motiviert von den Ergebnissen der Umfrage hat sich die Energieagentur entschlossen, beispielhafte Sanierungen im Internet zu präsentieren. Dazu sind Videoclips entstanden, die unter www.energieagentur-oberfranken.de präsentiert werden. "Wir haben schon zehn Haushalte besucht", sagt Ruckdeschel. Die Clips sollen Appetit aufs Energiewenden machen.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
22. 01. 2019
17:52 Uhr

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Stefan Linß

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22. 01. 2019
17:52 Uhr



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