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Großbrand im Freizeit-Center: Verdächtiger wegen Brandstiftung im Visier

Nach dem verheerenden Großbrand im Freizeit-Center am Goldenen Feld sind die Ermittlungen vorangekommen. Die Kripo ist einem Verdächtigen auf die Spur gekommen. Das Verfahren gegen ihn läuft.



Die Freizeithalle ist nach dem Brand bis heute nicht angerührt. Ein Bauzaun schützt die Ruine vor unbefugtem Zutritt. Wann das unbrauchbar gewordene Gebäude abgerissen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Foto: Melitta Burger
Die Freizeithalle ist nach dem Brand bis heute nicht angerührt. Ein Bauzaun schützt die Ruine vor unbefugtem Zutritt. Wann das unbrauchbar gewordene Gebäude abgerissen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Foto: Melitta Burger   » zu den Bildern

23.04.2018 - Brand in Freizeitzentrum - Foto: News5/Fricke

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Kulmbach - Fast auf den Tag genau drei Monate ist es her, dass am Goldenen Feld das Freizeit-Center komplett ausgebrannt ist. Rund 270 Feuerwehrleute haben viele Stunden lang unter sehr schwierigen Bedingungen den Großbrand bekämpft. Trotzdem wurde die gesamte Halle ein Raub der Flammen. Auf drei Millionen Euro wurde der Sachschaden geschätzt. Die Löscharbeiten waren noch nicht abgeschlossen, da tauchten erste Gerüchte auf, dass dieser Brand gelegt worden sein könnte. Der Verdacht erhärtete sich, als die Kripo noch am Brandtag zu ungewöhnlichen Sicherungsmaßnahmen griff. Die Ermittler ließen den gesamten Brandort mit einem hohen Zaun abriegeln und Tag und Nacht von Polizeibeamten bewachen, die sich unauffällig in einem Zivilauto postiert hatten. Die Ermittler holten außerdem einen Hundeführer mit seinem Brandmittelspürhund aus Unterfranken nach Kulmbach und baten auch Brandspezialisten des Landeskriminalamts aus München um ihre Unterstützung. Mitte Mai wurden die Gerüchte zu Fakten. Der Verdacht wurde offiziell bestätigt: Es war Brandstiftung.

Jetzt hat Staatsanwalt als Gruppenleiter Jochen Götz von der Bayreuther Staatsanwaltschaft gegenüber der Frankenpost bestätigt: "Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen einen Tatverdächtigen. Die Ermittlungen in dieser Sache sind noch nicht abgeschlossen." Weitere Einzelheiten darüber, etwa um wen es sich bei dem Verdächtigen handelt und welches Motiv er für seine Tat hatte, wollte Staatsanwalt Götz angesichts der noch laufenden Ermittlungen noch nicht preisgeben.

"Nach dem Feuer in dem Freizeitcenter in der Nacht zum 23. April in Kulmbach haben sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet", teilte die Polizei am 17. Mai mit. Wie der Brand gelegt worden ist, darüber hüllt sich die Polizei bis heute in Schweigen. Feuerwehrleute hatten aber bereits am Brandtag davon gesprochen, dass wohl an mehreren Stellen Feuer gelegt worden sein könnte. So sei der Verdacht schnell aufgekommen, dass dieser Großbrand nicht etwa durch einen technischen Defekt ausgelöst worden ist. Sehr schnell war auch darüber gesprochen worden, dass möglicherweise Brandbeschleuniger im Spiel gewesen sein könnten. Die Spuren, die das Feuer offenbar in der Halle an verschiedenen Stellen hinterlassen hat, sollen diesen Verdacht genährt haben, heißt es.

Und die Gerüchte sollten noch mehr Nahrung erhalten. In dem Gebäude gab es eine Videoüberwachung. Kameras zeichneten an verschiedenen Stellen auf, was sich in der Halle bewegt. Ausgerechnet der Rekorder, auf dem diese Aufzeichnungen gesichert wurden, war dem Vernehmen nach verschwunden. Schnell hieß es deshalb, dass der Brandstifter wohl jemand mit Insiderkenntnissen gewesen sein muss.

Der Brand war am Morgen des 23. April morgens gegen 3.30 Uhr zufällig von einem Autofahrer entdeckt worden. Der Mann sah, wie dichter Rauch aus dem Gebäude drang und verständigte sofort die Rettungsleitstelle. Die Feuerwehr war schnell zur Stelle. Allerdings hatten sich die Flammen zu dieser Zeit schon so weit ausgebreitet, dass es den Wehrleuten auch mit ihrer Spezialausrüstung nicht möglich war, ins Innere des Gebäudes vorzudringen und den Brand von dort zu bekämpfen. Die gesamte Inneneinrichtung des Centers mit einer Bowlingbahn, einem Indoor-Spielplatz für Kinder, einer Billard-Lounge und einer Gastronomie stand bereits in hellen Flammen. Die Hitze, hatten Einsatzkräfte damals berichtet, sei immens gewesen. Zu dieser Zeit war aber die metallene Außenhülle des Gebäudes noch intakt. Damit konnte auch von außen der Brand nicht bekämpft werden.

Immer mehr Feuerwehrleute wurden alarmiert. Auch der Rettungsdienst des BRK, das THW und natürlich die Polizei waren zu dem Brandort geeilt. Stundenlang dauerte der Einsatz. Erst als ein Bagger von einer benachbarten Firma geholt wurde, kamen die Arbeiten voran. Mit dem Bagger wurden Löcher in das Dach geschlagen, um an den Brand heranzukommen. Doch auch dann standen die Feuerwehrleute vor Herausforderungen. Die schweren Tragbalken der Halle waren so vom Feuer erfasst worden, dass immer Brandnester entdeckt wurden.

Nicht völlig abgebrannt, aber durch Ruß und Löschwasser auch nicht mehr länger zu nutzen war das Clubhaus des Kulmbacher Motorradclubs "Braazzz", das in einem Nebengebäude untergebracht war. Nicht anders erging es dem Betreiber des Asia-Imbiss im vorderen Teil des Anwesens.

Die Brandfahnder der Bayreuther Kripo hatten es ähnlich schwer wie die Feuerwehrleute. Wochen nach dem Großbrand legte die Polizei erste Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor: "Aufgrund des enormen Schadensausmaßes und des hohen Zerstörungsgrades der Halle, gestalteten sich die in alle Richtung laufenden Ermittlungen schwierig", hieß es damals seitens der Polizei. Einen ganzen Tag lang hatten Spezialisten den Brandort untersucht und an zahlreichen Stellen Spuren gesichert. Mehrfach wurde auch der Brandmittelspürhund ins Gebäude geschickt. Wie zu hören war, hatte der Hund wohl mehrfach angeschlagen und damit signalisiert, dass er Spuren von Brandbeschleunigern gefunden hatte.

Mehrere Wochen dauerte es danach, bis die gesicherten Spuren ausgewertet waren. Dann stand fest: Der Brand war gelegt worden. Wie die Frankenpost erfahren hat, soll es sich bei dem Tatverdächtigen tatsächlich um jemanden handeln, der sich in dem Gebäude ausgekannt hat. Angeblich soll der Mann seine Tat sogar gestanden, das Geständnis dann aber zurückgezogen haben.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
24. 07. 2018
22:22 Uhr

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24. 07. 2018
22:22 Uhr



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