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Kulmbach

Gut aufgehoben im "Storchennest"

Drei Hebammen eröffnen am 1. April in der Kulmbacher Pestalozzistraße ihre eigene Praxis. Sie ist Anlaufstelle für Frauen vor und nach der Geburt.



Am 1. April eröffnen die Hebammen (von links) Simone Langenhorst, Franziska Kraus und Maren Wolfrum ihr "Storchennest" in der Kulmbacher Pestalozzistraße. Foto: Gabriele Fölsche
Am 1. April eröffnen die Hebammen (von links) Simone Langenhorst, Franziska Kraus und Maren Wolfrum ihr "Storchennest" in der Kulmbacher Pestalozzistraße. Foto: Gabriele Fölsche  

Kulmbach - Darauf haben viele Frauen im Landkreis Kulmbach gewartet: eine Rundumbetreuung vor und nach der Geburt ihrer Kinder. Genau das ist auch das Ziel der Hebammen Simone Langenhorst, Maren Wolfrum und Franziska Kraus, die sich jetzt zusammengetan haben und in der Pestalozzistraße eine gemeinsame Praxis eröffnen - das "Storchennest".

Kontakt

Hebammenpraxis Storchennest. Pestalozzistraße 1 (2. Stock). 95326 Kulmbach.

Internet: www.storchennest-kulmbach.de


Neben der Tätigkeit in der Praxis stehen die drei engagierten Frauen Gebärenden auch im Kreißsaal des Klinikums Kulmbach zur Seite. Die Eröffnung des "Storchennestes" ist am 1. April. Am 6. April ab 11 Uhr lädt das Team bei einem Tag der offenen Tür zum Kennenlernen ein.

Es sind anheimelnde Räume in der Pestalozzistraße 1, in denen das "Storchennest" entstanden ist. Im zweiten Stock, über dem Sanitätshaus, haben die Hebammen einen Kursraum, zwei Sprechzimmer sowie eine gemütliche Küche eingerichtet. Warme, helle Farben empfangen die werdenden Eltern.

Simone Langenhorst ist, wie sie sagt, der alte Hase unter den drei Hebammen: "Es war schon länger mein Wunsch, eine Praxis zu eröffnen, denn ich habe in Kulmbach eine zentrale Anlaufstelle für Schwangere vermisst", erzählt die 56-Jährige. Sie sagt, dass es am Klinikum und von Kolleginnen zwar die verschiedensten Angebote und Kurse für Schwangere gibt, aber ziemlich verstreut im Landkreis.

Kennengelernt haben sich die drei sympathischen Frauen im Kreißsaal im Kulmbacher Klinikum, wo sie allesamt nunmehr in Teilzeit angestellt sind. "Mit dem Storchennest besteht nun die Möglichkeit der ganzheitlichen Betreuung", sagt Maren Wolfrum. "Von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zur Betreuung im Wochenbett."

Die Hebammen bieten den Frauen Vorsorge, Nachsorge, Hilfe bei Beschwerden, Trageberatung, Aku-Taping, Homöopathie, Still- und Ernährungsberatung, aber auch Trauerbegleitung an. In Kursen werde Geburtsvorbereitung angeboten, ebenso wie Rückbildungsgymnastik zur Stärkung von Rücken- und Bauchmuskulatur. In Geschwisterkursen werden Geschwisterchen auf die Ankunft des Babys vorbereitet. Aber auch Abende zu den Themen "Grundtrageweisen, Säuglingspflege und Stillvorbereitung und Babyfolgenahrung" wird es geben. Zudem sind Partnerabende geplant. "Wir versuchen, die Väter mit einzubinden, ihnen nahezubringen, wie sie ihre Frau bei der Geburt unterstützen können, nämlich dadurch, indem sie auf die Wünsche der Frau eingehen - und sie dann zu Hause entlasten", sagt Simone Langenhorst. Sie weiß, dass Väter bei der Geburt oftmals mehr aufgeregt sind als die Gebärenden selbst.

Die drei Frauen wissen, dass Hebammen rar sind: "Mittlerweile empfehlen Frauenärzte werdende Eltern, sich bereits ganz am Anfang der Schwangerschaft, sich eine Entbindungspflegerin suchen", sagt Franziska Kraus, mit 22 Jahren das Küken unter den drei Hebammen. Sie weiß auch, dass es gerade im August eng wird für Mütter, da viele Kolleginnen im Urlaub sind.

"Wir werden uns gegenseitig vertreten", sagt die 24-Jährige Maren Wolfrum. Was die drei Frauen verbindet, ist die Liebe zu ihrem Beruf, Empathie und Einfühlungsvermögen. "Wir sehen uns als Geburtscoaches. Wir wollen helfen, während der Geburt Schmerzen zu umgehen, wir motivieren oder geben Anleitungen zum Atmen und massieren gegebenenfalls den Rücken", sagt Simone Langenhorst, die selbst dreifache Mutter ist. Sie weiß: "Die Vorstellung der Frauen, alleine im Kreißsaal zu sein, ist Horror."

Die erfahrene Hebamme sagt aber auch: "Es gibt nichts, was bei einer Geburt peinlich ist. Es ist das Natürlichste der Welt." Und zu dieser Einsicht möchten die drei Frauen ihre Schwangeren auch führen. "Die Frauen müssen lernen, auf sich selbst zu vertrauen und auf ihren Körper zu hören. Unser Ziel ist es, Frauen die ein Kind erwarten, in der Schwangerschaft zu stärken, Selbstbewusstsein und Körpergefühl zu entwickeln. So können sie positiv und ohne Angst in die Geburt starten", sagt Maren Wolfrum, die ebenfalls Mutter einer kleinen Tochter ist. Und Simone Langenhorst ergänzt: "Die Horrorgeschichten von anderen Müttern sollte man sich ersparen und auch das ständige Recherchieren im Internet."

Das es bei manch einer Geburt schnell gehen kann, dass haben alle drei schon erfahren. "Gerade bei Frauen, die das zweite oder dritte Kind bekommen, kommt es vor, dass das Baby ganz schnell da ist, so wie vor einiger Zeit im Taxi auf dem Weg in die Klinik", erzählt Franziska Kraus.

Deshalb befürworten die Hebammen die von der Politik geforderten zentralisierten Geburtskliniken nicht: "Eine Geburt ist unberechenbar. Kurze Wege zu den Kliniken wichtig", sagt Simone Langenhorst. Sie, Maren Wolfrum und Franziska Kraus sind sich einig: Jede Geburt ist anders und es ist auch für die Hebammen jedes Mal erhebend, wenn ein kleiner Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Sie sagen unisono: "Nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei uns schäumen da die Emotionen über. Entweder brennt man für den Beruf oder nicht."

Autor

Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
22. 03. 2019
17:18 Uhr

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Gabriele Fölsche

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22. 03. 2019
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