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Kulmbach

Halbzeit für den Umgehungsbau

Das Staatliche Bauamt gibt die neue Anschlussstelle Untersteinach-Ost frei. Das Megaprojekt kommt damit einen großen Schritt voran und liegt weiter gut im Zeit- und Kostenplan.



Die neuen Fahrbahnen der Anschlussstelle Untersteinach-Ost sind fertig. Der Verkehr rollt von Stadtsteinach in Richtung Ludwigschorgast. Fotos: Gabriele Fölsche
Die neuen Fahrbahnen der Anschlussstelle Untersteinach-Ost sind fertig. Der Verkehr rollt von Stadtsteinach in Richtung Ludwigschorgast. Fotos: Gabriele Fölsche   » zu den Bildern

Untersteinach - Ein bisschen gewöhnungsbedürftig sind die neuen Zubringer der Ortsumfahrung schon. Doch der Verkehr fließt gut auf den Straßen. Unter Hochdruck und mit großem Aufwand hat die Firma Strabag in den vergangenen Wochen gearbeitet, um noch rechtzeitig vor dem Schulstart fertig zu werden. Am Montag gab das Staatliche Bauamt grünes Licht. "Die Teilverkehrsfreigabe ist ein besonderer Anlass", sagte Projektleiter Fritz Baumgärtel. Die Anschlussstelle Untersteinach-Ost führt die B 303 von Ludwigschorgast in Richtung Stadtsteinach. In dem Bereich zweigt künftig die B 289 ab. Mit dem neu eröffneten Abschnitt seien nun die ersten 40 Prozent des Gesamtprojekts in Betrieb.

Die Umgehung

Der Bund lässt eine 4,2 Kilometer lange Ortsumfahrung für Untersteinach bauen.

Die Kosten für das Projekt liegen nach Auskunft des Staatlichen Bauamtes bei 60 Millionen Euro.

Im Sommer 2015 hat das Bundesverkehrsministerium dem Bau zugestimmt, Baubeginn war Mitte 2016.

Die Strecke umfasst sechs Brückenbauwerke.

Rund 630 000 Kubikmeter Erdmassen werden bewegt und rund 20 000 Tonnen Asphaltmischgut eingebaut.

Der Bau dauert bis Ende 2020.

 

Die nötige Vollsperrung der Bundesstraße habe zuletzt in den umliegenden Ortschaften zu großen Problemen mit Schleichverkehr geführt. "Leider haben nicht alle unsere angebotene Umleitung genutzt", sagt Fritz Baumgärtel. Umso schöner sei es, dass es mit dem Bau zügig und termingerecht weitergeht.

 

Von dem insgesamt 4,2 Kilometer langen Straßenbauprojekt ist nun die Halbzeit erreicht. Mitte 2016 war der Start. "Unser erklärtes Ziel ist die Gesamtfreigabe Ende 2020", sagte Fritz Baumgärtel. Derzeit gebe es keinen Grund, von dieser Vorgabe abzuweichen. "Es steht noch sehr viel an", sagte der Projektleiter. Von den geplanten 60 Millionen Euro, die die Untersteinacher Ortsumfahrung kosten soll, sei derzeit rund ein Drittel verbaut. Es zeichne sich keine Kostenexplosion ab. Wie es im Moment aussieht, kann es eine Punktlandung werden.

"Dass das Projekt in der Zeit und im Finanzierungsplan liegt, ist eine tolle Sache", sagte Landrat Klaus Peter Söllner. "Es ist eine großartige Arbeit und eine riesige Leistung", betonte er. Die Untersteinacher Bevölkerung hat zusammen mit den Kauerndorfern mit Protesten und Aktionen den Bau der Umgehungsstraßen gefordert und am Ende vielleicht selbst nicht mehr daran geglaubt.

Nun schreite der Bau voran, sagte Söllner. "Die schwierige Situation, die die Untersteinacher über Jahrzehnte zu ertragen hatten, wird 2020 vorüber sein." Die Landtagsabgeordneten Inge Aures, Martin Schöffel und Ludwig Freiherr von Lerchenfeld freuten sich ebenso über die Freigabe des Straßenabschnitts wie der Untersteinacher Bürgermeister Volker Schmiechen und die Ludwigschorgaster Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani.

Die vergangenen Wochen seien ein kleiner Vorgeschmack gewesen auf das, was die Untersteinacher in wenigen Jahren erwarten können, sagte Volker Schmiechen. Mit der Sperrung der Bundesstraße war das Dorf frei vom Schwerlastverkehr. "Wir danken dem Bund, dass er das Geld freigegeben hat", sagte der Bürgermeister.

"So ein Bau geht nicht von heute auf morgen", sagte Inge Aures. Die Landtagsabgeordnete freute sich, dass die jahrelangen Bemühungen nun endlich zum Ziel führen und wünschte weiterhin eine unfallfrei Baustelle.

Von einem "großen Tag für das Megaprojekt" sprach Martin Schöffel. Der Landtagsabgeordnete erinnerte daran, dass die Umgehung immer mit dem Namen Emmi Zeulner verbunden sein wird, die sich als Abgeordnete in Berlin für den Bau stark gemacht hatte. Schöffel regte an, Flüsterasphalt zu verwenden.

Doris-Leither Bisani hat die neue Strecke selbst schon ausprobiert und ist begeistert. "Wir kommen jetzt noch schneller nach Kulmbach", sagte die Ludwigschorgaster Bürgermeisterin. Bei der Vermarktung der Neubaugebiete sei das stets eine der wichtigsten Fragen.

Kaum ist mit der Anschlussstelle Untersteinach-Ost das große Etappenziel erreicht, geht es mit unverminderter Geschwindigkeit mit den weiteren Bauabschnitten weiter. Die neue B 289 nimmt allmählich Gestalt an. Ende September oder Anfang Oktober wird es mit dem Brückenbau richtig ernst. "Bisher läuft es bei uns richtig gut", bestätigt Christoph Schultheiß vom Staatlichen Bauamt. Die Arbeiten an den teils gewaltigen Brücken liegen allesamt voll im Zeitplan.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
18:20 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
18:20 Uhr



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