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Kulmbach

Heckel-Michel tritt nicht mehr an

Paukenschlag in Ködnitz: Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates kündigte der Bürgermeister an, sich bei der kommenden Wahl nicht mehr zur Verfügung zu stellen.



Zweiter Bürgermeister Hermann Popp (FW) will die Stützmauer am Rathaus in Eigenleistung farblich aufeinander anpassen. Rechts Bürgermeister Stephan Heckel-Michel. Foto: Werner Reißaus
Zweiter Bürgermeister Hermann Popp (FW) will die Stützmauer am Rathaus in Eigenleistung farblich aufeinander anpassen. Rechts Bürgermeister Stephan Heckel-Michel. Foto: Werner Reißaus  

Ködnitz - Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, jetzt ist es offiziell: In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Ködnitz erklärte Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) mit Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr: "Ich habe nicht mehr die Absicht, mich um das Amt des Bürgermeisters zu bewerben." Das gab der Bürgermeister zum Ende der Sitzung bekannt, die erstmals nach der Sanierung des Rathauses wieder im alten Sitzungssaal stattfand.

Zu Beginn wurde der Plan der Dorfgemeinschaft Ködnitz, auf einem gemeindlichen Grundstück eine Kapelle zu errichten, diskutiert und abgesegnet. Wie Heckel-Michel berichtete, trägt sich die Dorfgemeinschaft Ködnitz schon seit zwei Jahren mit dem Gedanken, eine Kapelle mit zwei auf drei Metern außerhalb von Ködnitz, oberhalb der beiden Salzsilos zu errichten. Dort, wo bislang immer das Sonnwendfeuer entzündet wurde. In einem Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes und der Dorfgemeinschaft hatte dritter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) die Planungen vorgestellt. Auch die Interessengemeinschaft Ködnitz, die zur 700-Jahr-Feier eigens gegründet wurde, sowie die örtlichen Vereine und Verbände stimmten den Plänen zu. Zwischenzeitlich wurde sich auch mit der Unteren Naturschutzbehörde auf ein gemeindliches Grundstück verständigt, und es wurden verschiedene Kapellen besichtigt, um Ideen für den Bau zu sammeln. "Man hat sich darauf verständigt, die Kapelle in Eigenleistungen zu errichten und die Materialkosten aus Spenden zu finanzieren", sagte Heckel-Michel.

Der Gemeinde Ködnitz werden also keine Kosten entstehen, aber sie wird beim Bauantrag als Bauherrin auftreten. Es wird in Abstimmung mit Pfarrer Peter Ahrens und Dekan Hans Roppelt eine ökumenische Kapelle, in deren Umfeld keine Veranstaltungen stattfinden dürfen. Denn: Bei den angrenzenden Grundstücken handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Heckel-Michel dankte seinem Stellvertreter Heinz Mösch, der für dieses ehrgeizige Vorhaben viel Arbeit investiert habe.

Bestätigt wurden vom Gemeinderat Kommandant Klaus Wollnik und dessen Stellvertreter Günter Kolb, die von den Aktiven der Feuerwehr Ebersbach in diese Ämter wieder gewählt wurden. Die Fundtierversorgung wird auch in diesem Jahr vom Tierschutzverein Kulmbach vorgenommen. Sie beträgt 50 Cent je Einwohner und damit 780 Euro im Jahr.

Sehr ausführlich beschäftigte sich der Gemeinderat mit den neu angelegten Stützmauern an der Rückseite des Rathauses. Bei einer Ortsbesichtigung hatten sich Gemeinderat Willi Kolb (SPD) und Mösch ein Bild gemacht. "Ich sage, was mir nicht gefällt und diese Mauer schaut einfach nicht schön aus. Sie stellt kein einheitliches Bild dar und passt nicht zum Rathaus", sagte Kolb. Probleme sah er vor allem im Material, denn nach Beton-Winkelsteinen folgen zwei Mauerstücke mit unterschiedlichen Sandsteinen. Eine Verkleidung mit neuen Sandsteinen würde fast 10 000 Euro kosten - und das war dem Gemeinderat zu teuer. Letztlich folgte das Gremium dem Vorschlag des zweiten Bürgermeisters Hermann Popp (FW), der in Eigenleistung die Stützmauer farblich anpassen will. Und Rat will man sich noch vom Kreisvorsitzenden Günter Reif holen, um die Mauer auch entsprechend einzugrünen.

Eine längere Diskussion entspann sich zur Nutzung des Archivs im Dachgeschoss. Hier sollen auf Anregung von Heinz Mösch die örtlichen Vereine angefragt werden, ob und welchen Bedarf sie haben, das Archiv mit zu nutzen. Willi Kolb rundete den Tagesordnungspunkt Sanierungsmaßnahmen Rathaus auf seine Art ab: "Ich bin jetzt zufrieden, dass ich mir nicht mehr den Schlüssel vom Bürgermeister geben lassen muss, um aufs Klo gehen zu können."

Das Landratsamt hat unterschiedliche Geschwindigkeitsbgrenzungen für die Staatsstraße 2182 zwischen Kauerndorf und Fölschnitz festgelegt. Die Anordnung stieß im Gemeinderat auf geteilte Meinungen. Für den Bereich der Engstrecke wurde eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h festgelegt. Der weitere Bereich zwischen den beiden Ortsteilen wird auf 70 und 50 km/begrenzt. Weiterhin wird künftig nicht nur auf die kurvige Strecke, sondern auch auf die Engstelle durch entsprechende Gefahrenzeichen hingewiesen. Nicht weniger als zehn Verkehrsschilder sind für die Umsetzung der verkehrsrechtlichen Anordnung notwendig. Gemeinderat Frank Eschenbacher (Rangen) sprach von einem "Wahnsinn": "Mit dem Schilderwald bin ich nicht einverstanden. 60 hätte an der Engstelle gereicht. So löst man keine Probleme." Sein Fraktionskollege Michael Heisinger sah in der Anordnung gar einen "bürokratischen Irrsinn Hoch 10. Wir gehen von einem Extrem ins andere". Unabhängig davon werden vom Staatlichen Bauamt die angeregten baulichen Veränderungen zur Verbreiterung der Engstelle derzeit geprüft.

Mösch bedauerte, dass man keinen Versuch unternahm, bei der Großbaustelle am Bergweg mit Kosten von rund einer Million Euro an Fördermittel zu kommen: "Diese Möglichkeit haben wir verpasst." Heckel-Michel teilte dazu mit, dass nach den Richtlinien des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) die Vorgaben für eine Förderung nicht erfüllt sind.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
16. 04. 2019
17:10 Uhr

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16. 04. 2019
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