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Kulmbach

Heimatlieder vom Allerfeinsten

Die Zahl der Könner an der Konzertina schwindet leider allerorten. Beim Musikantentreffen in Neudrossenfeld ist davon zum Glück nichts zu spüren.



Ein Novum: Georg Hahn aus Oberbayern mit der Anglo-Harmonika.
Ein Novum: Georg Hahn aus Oberbayern mit der Anglo-Harmonika.   » zu den Bildern

Neudrossenfeld - Sie kamen aus dem Bayreuther und Kulmbacher Umland, aus dem Erzgebirge, aus dem Frankenwald und dem Fichtelgebirge und sogar aus Oberbayern. Beim großen Konzertina-Treffen im Bräuwerck schufen die Könner an diesem seltenen Instrument eine Atmosphäre der Fröhlichkeit, des spontanen Mitsingens und unbeschwerten Brauchtums. Und man konnte gleichzeitig ein Jubiläum feiern: 25 Jahre Konzertina-Treffen, das sich seitdem weitreichender Beliebtheit erfreut und längst ein treues Stammpublikum hat. Es blieb kein Stuhl im Saal frei.

Dann vier Stunden wunderbares Musizieren, allein, zu zweit, zu dritt oder als Gruppe: fränkische lustige Melodien, das Schwammalied aus dem Vogtland, ein "Walz français" auf dem Bandoneon, Gstanzln und Potpourris von Volksliedern, darunter "Fliege mit mir in die Heimat", das Jubiläumslied "Mei Madla, ich hob dich gern" von Manni Schill aus Eckersdorf verfasst, und die "Waldeslust". Es war erstaunlich, welche Tonvielfalt die 20 Interpreten hervorzauberten. Man hätte noch länger zuhören wollen, so interessant war das abwechslungsreiche Programm.

Konzertina spielen ist auch immer etwas Familientradition. Da hat der Großvater schon auf diesem Druck-und Zuginstrument mit 50 Tasten und 100 Tönen gelernt, sein Wissen an Sohn und Enkel weitergegeben. So bei Christian und Richard Spörl aus dem Frankenwald. Der Rhythmus der beiden ging direkt ins Blut, die Zuhörer klatschen, wippten im Takt und sangen mit. Für gehöriges Aufsehen sorgten auch die Hundshübler aus dem Erzgebirge. Sie spielten selbst über Kopf und das traumhaft sicher. Für Georg Hahn aus dem oberbayerischen Kreis Miesbach gab es den meisten Beifall, denn er hatte eine Anglo-Konzertina mitgebracht, im Handtaschenformat, und entlockte ihr ein Stakkato an Tonwellen, dynamisch und fingerschnell.

Akzente setzten noch die Konzertinagruppe Pastyrik aus Bindlach, Manfred Schill aus Eckersdorf mit seinem Partner am Kontrabass, und Ottmar Kießling aus Stammbach auf dem Bandoneon. Gern lauschte man auch dem Duo Georg Neubing aus Bayreuth und Bernd Cremmling aus Untersteinach (Landkreis Kulmbach). Letzterer ist ein echter Konzertina-Fan und kennt das Instrument wie kein Zweiter.

Er hat ein bisschen Angst um die Konzertina als Volksmusikinstrument, da die jungen Leute andere Interessen haben. Dazu trage sicherlich auch das Wirtshaussterben bei. "Früher war bei jeder Kerwa und beim Musizieren im Gasthaus eine Konzertina dabei", weiß Cremmling. "Ich wünsche mir, dass man mal wieder auf den Dachböden stöbern sollte, ob irgendwo noch eine Konzertina vom Großvater liegt, um sie zu entstauben." Vielleicht komme dann die Lust am Spielen zurück. Der Untersteinacher war auch in diesem Jahr gefragter Ansprechpartner bei der Instrumentenbörse, die neben dem Saal aufgebaut wurde.

Carolin Pruy-Popp, Leiterin der Beratungsstelle für Volksmusik in Franken mit Sitz in Bad Berneck, zeigte sich ganz begeistert, dass zum Jubiläum so viele Musikanten aus nah und fern gekommen waren. Besonders freute sie die Anwesenheit von Ingeborg Degelmann aus Fölschnitz, die das Konzertina-Treffen in dieser Form vor einem Vierteljahrhundert initiiert hat. Grußworte sprachen Landrat Klaus Peter Söllner und der Neudrossenfelder Bürgermeister Harald Hübner, der das Treffen als Gewinn für seine Gemeinde bezeichnete.

Autor

Horst Wunner
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Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
17:04 Uhr

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Autor

Horst Wunner

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Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
17:04 Uhr



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