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Kulmbach

Hirn und Herz in Bewegung

Das Experiment für geistige Fitness ist geglückt. In der alten Mainleuser Weberei beweisen die Spinnalto-Teilnehmer viel Fantasie und Kreativität.



Matthias Thurn konstruierte im Mainleuser Fabrikgebäude aus Abfall die Kugelbahnmaschine. Tochter Katharina hat ihren Spaß daran. Fotos: Stefan Linß
Matthias Thurn konstruierte im Mainleuser Fabrikgebäude aus Abfall die Kugelbahnmaschine. Tochter Katharina hat ihren Spaß daran. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Mainleus - Der Alltag ist vollgestopft mit monotonen Bewegungen und einseitiger Schonhaltung. Nur allzu oft besteht das Leben aus Routinen und Standardsituationen, die es dem Gehirn bequem machen. Aber so wie der Körper braucht auch unser Hirn genug Bewegung, sagt Rüdiger Baumann. Ansonsten erschlaffen Kreativität, Fantasie und Neugier. Um geistigen Lähmungserscheinungen wie Langeweile, Unlust und Bedrücktheit entgegenzuwirken, hat sich der Kulmbacher Theaterinhaber und Regisseur das Projekt Spinnalto ausgedacht. In der ehemaligen Weberei im alten Mainleuser Spinnereigebäude durften sich die Teilnehmer austoben.

Infos im Netz

Alle Hintergründe und die Ergebnisse zum Projekt Spinnalto von Rüdiger Baumann sind im Internet unter der Adresse spinnalto.de zu finden.


Einer der Mitmacher ist Matthias Thurn. Aus dem Abfall, der viele Jahre lang unbeachtet in der großen Fabrikhalle gelegen hat, bastelte er eine abenteuerliche Konstruktion. "Es ist eine Kugelbahnmaschine", stellt er sein Werk vor. Es besteht aus alten Rohren und Behältern, die neu zusammengefügt einen anderen Sinn ergeben. Nicht nur Matthias Thurns Tochter Katharina hat viel Spaß damit. Auch stellvertretende Landrätin Christina Flauder und der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch probieren das Gerät gerne aus.

Aus Fässern, in denen einst Baumwolle für die Weberei aufbewahrt worden ist, haben die Spinnalto-Mitmacher Lampen und Stehtische gebastelt. An der Decke hängen Metalle, die neu als Klangelemente genutzt werden können. Bürgermeister Bosch freut sich, dass die Menschen in der alten Industriehalle zusammenkommen, um ihre Kreativität auszuleben. "Das Ambiente lädt dazu ein, aktiv zu werden", sagt er.

Das sieht auch Beka Gigauri so. Der Künstler hat in der Spinnerei große weiße Wände für seine malerischen Zeichnungen gefunden. Schüler des Kulmbacher Caspar-Vischer-Gymnasiums nutzen einen Schallplattenspieler und zeigen in einem kleinen Nebenraum sich drehende, farbenfrohe Lichtspiele. Andere Mitmacher haben Fahrzeuge, Tiergestalten, einen Schönheitssalon, ein Möbel-Mobile und einen Krimi-Tatort konstruiert.

Kunst kann sein, muss aber nicht, sagt Rüdiger Baumann. Vorgaben oder Regeln hat er bewusst keine aufgestellt. Stattdessen dürfen die Mitmacher ausprobieren, Freude haben und sich inspirieren lassen. "Das Wichtigste ist, dass man es macht", erklärt der Initiator. Eine ganze Reihe an Installationen sind in den vergangenen acht Wochen auf diese Weise entstanden. Die Kulmbacher Berufsschule, die AWO, die Marktgemeinde Mainleus und viele weitere Institutionen und Privatpersonen haben sich engagiert.

"Es ist viel Humor dabei", sagt Baumann. Aber auch ernste Themen wurden aufgegriffen. Syrische Schüler fertigten die Installation "Zerstört", die Fragmente eines Hauses zeigt. Die Präsentation der Spinnalto-Ergebnisse fand am Montagabend statt. Alle Konstrukte werden nun wieder in ihre Einzelteile zerlegt. Baumann ist zufrieden und kündigt eine Fortsetzung an. "Wir wollten Erfahrungen sammeln und schauen, ob Spinnalto funktioniert. Nächstes Jahr werden wir es wieder machen."

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
24. 07. 2018
17:48 Uhr

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Stefan Linß

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24. 07. 2018
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