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Kulmbach

Hoch professionelle Betrüger: Seniorin übergibt mehr als 20.000 Euro an "verdeckten Ermittler"

Ein Unbekannter ruft eine 63-jährige Kulmbacherin an und gibt sich als vermeintlicher Polizist aus. Sogar mit einem falschen Staatsanwalt wird die Frau am Telefon verbunden.



Falscher Polizist am Telefon. Symbolfoto.
Falscher Polizist am Telefon. Symbolfoto.   Foto: Martin Gerten

Kulmbach - Am vergangenen Donnerstag erhielt eine 63-Jährige aus dem Kulmbacher Stadtteil Mangersreuth am späten Nachmittag den ersten Anruf: Am anderen Ende der Leitung war ein Mann, der sich als Polizist der örtlichen Inspektion ausgab. 

Wie die oberfränkische Polizei weiter berichtet, erzählte der Anrufer der Frau von einem vermeintlichen Einbruch in der Nachbarschaft. Bei einem Festgenommenen habe man einen Notizzettel mit dem Namen der Seniorin aufgefunden. Daher sei ihr Vermögen in Gefahr.

Die 63-Jährige wurde im Rahmen des Telefonats sogar mit einem vermeintlichen Staatsanwalt verbunden, der die Angaben bestätigte. Um sämtliche Bedenken ihrerseits auszuräumen, sollte die Kulmbacherin, ohne aufzulegen, auch die Notrufnummer 110 wählen. Das tat die Frau auch.

Daraufhin meldete sich ein Mann, der den Sachverhalt bestätigte. Während des Telefonats hörte die Frau  Hintergrundgespräche und -geräusche wie in einer echten Einsatzzentrale.

Aufgrund des professionellen Vorgehens des Anrufers übergab die 63-Jährige schließlich am selben Abend gegen Mitternacht einem vermeintlichen „verdeckten Ermittler“ an ihrer eigenen Haustür einen mittleren vierstelligen Eurobetrag in einem Briefumschlag. Doch nicht genug.

Am Freitagvormittag meldete sich der falsche Polizist erneut und beunruhigte die Kulmbacherin mit der Nachricht, die Täter hätten versucht, Geld vom Konto der Frau abzuheben. Da möglicherweise auch eine Bankangestellte in die Straftaten verwickelt sei, solle die 63-Jährige nun das gesamte Geld von ihrem Konto abheben.

Daraufhin ging die Frau zu ihrer Bankfiliale in der Innenstadt und hob eine Bargeldsumme im unteren fünfstelligen Bereich ab. Währenddessen hielt der Anrufer sein Opfer am Handy unter Kontrolle.

In einem weiteren Telefonat um 17 Uhr behauptete der Täter nun, die Kassiererin der Bank sei festgenommen worden, da sie mit der Bande zusammenarbeite. Weiterhin erklärte er überzeugend, dass es sich bei dem abgehobenen Bargeldbetrag um Falschgeld handle. Nachdem die Betrüger weiter Druck auf die Frau ausgeübt hatten, übergab sie in den Abendstunden an ihrer Haustüre schließlich das vermeintliche Falschgeld an vermutlich den selben Abholer wie am Vortag.

Wie das Polizeipräsidium Oberfranken im Gespräch mit der Frankenpost mitteilt, hat die Kulmbacherin den Betrügern insgesamt mehr als 20.000 Euro übergeben.

In der Folgezeit kamen der 63-Jährige dann Bedenken. Sie wandte sich schließlich an die echte Kulmbacher Polizei. Die Beamten nahmen umgehend die Ermittlungen auf.

Das Fachkommissariat der Kripo Bayreuth hat die Ermittlungen übernommen.

Die Oberfränkische Polizei rät:

  • Seien Sie stets misstrauisch bei Anrufen, die ihre finanzielle und/oder persönliche Situation betreffen.
  • Geben Sie keine Auskunft hierüber und beenden Sie umgehend das Gespräch. Die echte Polizei wird Sie am Telefon nie über Ihre finanziellen Verhältnisse ausfragen.
  • Lassen Sie sich von einem Anrufer, der sich als Polizeibeamter ausgibt, den vollständigen Namen, die Telefonnummer und die Dienststelle geben. Legen Sie danach auf und rufen Sie selbst bei der Polizeidienststelle an und lassen Sie sich den Einsatz bestätigen.
  • Rufen Sie niemals eine Telefonnummer an, die Ihnen von den Tätern gegeben wird - auch nicht die Nummer, die im Display angezeigt wird.
  • Lassen Sie sich nicht von vermeintlich vertrauenserweckenden Rufnummern mit der örtlichen Vorwahl oder der Notrufnummer 110 in die Irre führen. Die immer professioneller agierenden Betrüger nutzen auch technische Möglichkeiten, mit denen tatsächlich existierende Telefonnummern von Polizeidienststellen oder Staatsanwaltschaften im Telefondisplay angezeigt werden können.
  • Informieren Sie auch ältere Verwandte und Nachbarn von dieser Masche.
  • Wählen Sie in dringenden Fällen den Notruf 110.

 

Die erfundenen Geschichten der Betrüger sind stets ähnlich. Beispielsweise wird behauptet, dass es zu Festnahmen gekommen sei und bei den Tätern Unterlagen mit Daten der Angerufenen aufgefunden worden seien. Der Anrufer lenkt dabei das das Gespräch geschickt auf die Ersparnisse, Konten und Wertgegenstände der potenziellen Opfer, die nun nicht mehr sicher seien. Immer wieder gelingt es den professionell auftretenden Betrügern letztlich, die Angerufenen zur Übergabe ihrer Ersparnisse zu bringen.

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
16:50 Uhr

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
16:50 Uhr



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