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Kulmbach

In Freiheit freie Kunst schaffen

15 Künstler präsentieren auf der Plassenburg die während ihres Symposiums entstandenen Werke. Die kreative Arbeit in der Gruppe bietet ihnen eine besondere Inspiration.



Mit ihrem Sketch zur Betrachtung eines "allumfassend weißen" Kunstwerks unterhielten Annick Servant und Hans-Dieter Jandt die Besucher der Vernissage und die Kuratorin des Symposiums, Angelika Kandler Seegy (rechts im Bild). Fotos: Gerd Emich
Mit ihrem Sketch zur Betrachtung eines "allumfassend weißen" Kunstwerks unterhielten Annick Servant und Hans-Dieter Jandt die Besucher der Vernissage und die Kuratorin des Symposiums, Angelika Kandler Seegy (rechts im Bild). Fotos: Gerd Emich   » zu den Bildern

Kulmbach - "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Mit diesen Worten des berühmten Münchner Komikers Karl Valentin eröffnete Oberbürgermeister Henry Schramm am Samstag die neue Ausstellung des Vernissage des Bundes fränkischer Künstler (BFK) auf der Plassenburg. Neun Tage lang war die Große Hofstube der Plassenburg zum Atelier für 13 Künstlerinnen und zwei Künstler umgestaltet worden (die Frankenpost berichtete). Was in dieser Zeit entstanden ist, können Besucher der Hohenzollernfestung dort noch bis Ende des Monats begutachten.

Bis 28. Oktober

Die während des Symposiums entstandenen Werke sind noch bis Samstag, 28. Oktober, in der Großen Hofstube der Plassenburg ausgestellt und während der Öffnungszeiten der Museen von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen. Sie können auch erworben werden. Ansprechpartner ist Hermann Müller, Telefon 09221/940262.


Es war bereits das achte Symposium, zu dem die Ehrenvorsitzende des BFK, Angelika Kandler Seegy, eingeladen hatte. Und Tradition ist es auch, dass das Kulmbacher Stadtoberhaupt als einer der ersten einen Blick auf die Werke werfen will. Ungewohnt ernst, fast schon bedrückt, ging Henry Schramm allerdings am Samstag sein Grußwort an.

Da wirkten die politischen Ereignisse, vor allem der Erfolg der AfD auch in der Region, nach. "Populismus und Abgrenzung scheinen im Trend zu sein", bedauerte Schramm. Auch auf die Künstler komme eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu: "Kunst ist ein humanitärer Akt. Sie darf keinesfalls engstirnig sein, sondern muss für Vielfalt, Offenheit und auch Andersartigkeit stehen."

Das aktuelle Geschehen in Deutschland und in der Welt spiegeln einige der mehr als fünfzig Werke wider, die in dem Symposium geschaffen wurden. Beispielsweise die Collagen der Berlin-Kulmbacherin Rose Meerwein. Die 85-Jährige bezieht klare Positionen und spart nicht mit Kritik an der Polit-Prominenz.

"In Freiheit freie Kunst schaffen", das sei auch der Rahmen für das jährliche Künstlertreffen, betonte Kuratorin Angelika Kandler Seegy zur Vernissage. Die Arbeit in der Gruppe habe den Teilnehmern neue Möglichkeiten eröffnet: "Wir können hier wie in ,fremde Landschaften' schauen und staunen." Dies sieht Kandler Seegy auch als Gebrauchsanleitung für die Besucher. Sie sollten eben nicht in erster Linie mit kritischem Blick die Werke betrachten, sondern die "besondere Welt" dessen, was hier geschaffen wurde, auf sich wirken zu lassen. Hinter jedem Werk stehe ein Mensch, der etwas von seiner Seele preis gebe, unsichtbare Gefühle zum Ausdruck bringe.

Neun Tage fleißige Arbeit bescheinigte die Initiatorin des Workshops ihren Mitstreitern. Jeweils drei bis fünf Werke sind in dieser Zeit entstanden und jetzt vier Wochen lang ausgestellt. Dass trotzdem noch Raum für Kreativität über den eigenen Horizont der bildenden Kunst hinaus blieb, zeigte ein Sketch zum Abschluss der Vernissage.

Hans-Dieter Jandt brillierte mit der humorvollen Beschreibung eines Kunstwerks seiner Kollegin Annick Servant. Mit "ergriffenem Staunen" kommentierte der Eckentaler dabei das "alles umfassende Weiß" der fast leeren Leinwand, das "das Licht des Universums reflektiere". Noch vollkommener wird das Werk allerdings erst durch die Künstlerin. Als sie einen kleinen schwarzen Strich, den einzigen, als störende Fluse erkennt und flugs beseitigt. Da hätte wohl auch Karl Valentin ein Schmunzeln nicht unterdrücken können.

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Gerd Emich

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Veröffentlicht am:
02. 10. 2017
00:00 Uhr

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02. 10. 2017
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