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Kulmbach

Junge Radler fit für den Straßenverkehr

Coronabedingt sind dieses Jahr an den Schulen die Radfahrprüfungen ausgefallen. Doch die Kreisverkehrswacht ist jetzt mit Ferienkursen in die Bresche gesprungen.



Stolz präsentieren sich die Jungen und Mädchen mit Peter Schütz und Natascha Pohl von der Kreisverkehrswacht nach ihrer erfolgreichen Radfahrausbildung.	Foto: Werner Reißaus
Stolz präsentieren sich die Jungen und Mädchen mit Peter Schütz und Natascha Pohl von der Kreisverkehrswacht nach ihrer erfolgreichen Radfahrausbildung. Foto: Werner Reißaus  

Mainleus - Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kreisverkehrswacht Kulmbach-Bayreuth haben sich bei der Radfahrausbildung für die Grundschulen des Landkreises Kulmbach als Helfer in der Not erwiesen. Coronabedingt fiel diese Ausbildung während der Schulzeit aus. Aber für rund 50 Kinder ermöglichten der frühere Polizeibeamte und Verkehrserzieher Peter Schütz und Polizeihauptmeisterin Natascha Pohl in Zusammenarbeit mit Sandra Hempfling von der Geschäftsführung der Kreisverkehrswacht jetzt relativ kurzfristig die Radfahrausbildung in den Sommerferien.

Das Angebot wurde in der zurückliegenden Woche an drei Tagen an der Jugendverkehrsschule Mainleus gemacht. Peter Schütz: "Wir haben die gleiche Ausbildung durchgeführt wie sie in der Jugendverkehrsschule normalerweise von den Verkehrserziehern der Polizei und den Lehrern angeboten wird." Und mit Peter Schütz und Natascha Pohl wurden zwei ausgesprochene Profis der Kreisverkehrswacht für diese Ausbildung gewonnen. Die Radfahrausbildung der Kreisverkehrswacht hat im Übrigen den gleichen Standard wie die Ausbildung der Verkehrserzieher der beiden Polizeiinspektionen Kulmbach und Stadtsteinach, nur ohne Prüfung.

Ein einfaches Unterfangen war die Ausbildung in den Ferien allerdings nicht. So musste die Landesverkehrswacht zunächst einen Versicherer finden, weil es keine schulische Veranstaltung war, die mitversichert gewesen wäre. Zum anderen mussten aber auch die coronabedingten Vorschriften eingehalten und mit dem Gesundheitsamt und Landratsamt abgesprochen werden. Peter Schütz: "Wir sind der Meinung, dass die Verkehrsausbildung im Kindergarten und in der Grundschule der Einstieg für die Mobilität der Kinder ist. Die Radfahrausbildung wird auch deshalb angeboten, damit die Kinder alleine und selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen können."

Gerade diese Selbstständigkeit werde aber den Kindern mit dem Sicherheitsgedanken der Eltern genommen, die ihr Kind jeden Tag mit dem Auto zur Schule bringen und auch wieder abholen, kritisiert Schütz. Er bezeichnete es als unglaublich, was jeden Morgen an den Schulen passiert, wenn die Eltern ihre Kinder - oft auch noch in Eile - an den Schulen abliefern.

Seine radelnden Schützlinge lobt Peter Schütz hingegen: "Sie sind alle total engagiert. Und wir bringen sie wirklich mit der Radfahrausbildung in den drei Tagen auf ein ganz hohes Niveau." In drei Gruppen, beginnend von 8 bis 9.30 Uhr, von 10 bis 11.30 Uhr und von 16.30 Uhr bis 18 Uhr, wurden die Mädchen und Jungen ausgebildet. Die Theorie wurde bereits an den Grundschulen gelehrt, was fehlte, war die praktische Umsetzung. Die begann am Fahrbahnrand damit, wie das Rad überhaupt sicher in den Verkehr gebracht wird. Die Kinder mussten eine Baustelle mit den entsprechenden Handzeichen umfahren, erfuhren, wer im Verkehr Vorrang hat, trainierten das schwierige Linksabbiegen und das Passieren einer Kreuzung mit Verkehrsampeln.

Einige Mütter begleiteten ihre Kinder zur Radfahrausbildung und beobachteten gespannt das Geschehen. Ute Göldner brachte ihren zehnjährigen Sohn Tizian an die Jugendverkehrsschule: "Ich finde, dass die Ausbildung wichtig für das Leben ist." Und Kristin Geißler hielt es für gut, dass es gerade dieses Angebot trotz der Corona-Pandemie gemacht wurde, "weil diese Radfahrausbildung eben auch wirklich wichtig ist". Auch Kerstin Huber war für das Angebot der Radfahrausbildung sehr dankbar: "Es ist sehr wichtig, dass die Kinder künftig im Straßenverkehr gut zurechtkommen. Und die Praxis ist wichtiger als das Theoretische." Und bei ihrem Sohn sei es nicht anders gewesen wie wohl bei den andern Kindern, dass er erst nicht so recht gezogen habe, an dem Angebot teilzunehmen: "Aber er hat sich schon überzeugen lassen, dass es sinnvoll ist."

Für die Geschäftsführung der Kreisverkehrswacht Kulmbach-Bayreuth stellte Sandra Hempfling fest: "Wir wussten davon, dass es Probleme gibt, diese Prüfung durchzuführen und haben dann erst den Lockdown abgewartet. Als dann das Homeschooling angefangen hat und die Klassen geteilt wurden, war es aber zeitlich nicht mehr möglich, den großen Block der Radfahrprüfung durchzuführen." Für die Teilnahme am Straßenverkehr sei es aber der Kreisverkehrswacht wichtig gewesen, eine Ausbildung mit den eigenen, ehrenamtlichen Mitarbeitern anzubieten. Sandra Hempfling: "Wir haben uns dann mit der Landesverkehrswacht abgestimmt. Als wir das Ok bekommen haben, wurde das Angebot für eine Radfahrausbildung in den Ferien gemacht und das in einer kurzfristigen Vorlaufzeit von nur drei Tagen."

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
24. 08. 2020
17:26 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
24. 08. 2020
17:26 Uhr



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