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Kulmbach

Katastrophenwarnung künftig via App

Die Rettungsleitstelle Bayreuth/Kulmbach hat ein neues Warnsystem und eine Warn-App namens "Nina" in Betrieb genommen. Die Verantwortlichen sprechen von einem Meilenstein der Alarmierung.



Die Vorsitzende des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreuth/ Kulmbach Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, sowie die beiden Landräte Hermann Hübner (Bayreuth) und Klaus-Peter Söllner (Kulmbach), die drei Verbandsräte Manfred Huppmann (Wachleiter Rettungsdienst Malterhilfsdienst Waischenfeld), Stephan Unglaub (BGM Bischofsgrün), Frank Wilzok (3. BGM Kulmbach), Harald Burkhardt (Geschäftsführer Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreuth/ Kulmbach) und Markus Ruckdeschel (Leiter Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach) drückten am 07.12.2017 desn "roten Knopf" für die Inbetriebnahme des MoWAS-Systems und der Warn-App NINA im Leistellenbereich Bayreuth/Kulmbach.
Die Vorsitzende des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreuth/ Kulmbach Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, sowie die beiden Landräte Hermann Hübner (Bayreuth) und Klaus-Peter Söllner (Kulmbach), die drei Verbandsräte Manfred Huppmann (Wachleiter Rettungsdienst Malterhilfsdienst Waischenfeld), Stephan Unglaub (BGM Bischofsgrün), Frank Wilzok (3. BGM Kulmbach), Harald Burkhardt (Geschäftsführer Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreuth/ Kulmbach) und Markus Ruckdeschel (Leiter Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach) drückten am 07.12.2017 desn "roten Knopf" für die Inbetriebnahme des MoWAS-Systems und der Warn-App NINA im Leistellenbereich Bayreuth/Kulmbach.  

Kulmbach/Bayreuth - Smartphone statt Sirene: Moderne Technologie nimmt nun auch bei der Warnung der Bevölkerung in Krisenfällen ihren Platz ein. Anlässlich der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Bayreuth/Kulmbach wurden jetzt die operative Nutzung des modularen Warnsystems "MoWAS" und die Warn-App "NINA" von der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach in Betrieb genommen.

Wenn durch Unglücke Gefahrstoffe freigesetzt werden, wenn für die Bevölkerung gesundheitliche Risiken bestehen, obliegt es den Behörden für Katastrophenschutz die betroffenen Menschen zu warnen. Im Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach (ILS) übernehmen die Landratsämter Bayreuth und Kulmbach, sowie die kreisfreie Stadt Bayreuth diese Aufgabe. Seit vielen Jahren ertönen Sirenen, wenn es gilt, die Bevölkerung zu alarmieren. Die Devise: Wenn bestimmte Signale ertönen, sollen die Menschen ihr Radio einschalten und auf Durchsagen warten. Doch kaum einer weiß, bei welchem Signal er was tun soll. Und vor allem: Es gibt längst modernere und effektivere Möglichkeiten, wichtige Informationen schnell und vor allem ohne Umwege an ihre Adressaten zu bringen.

Die Sirenen haben Geschichte. Während des Weltkriegs warnten sie die Menschen vor den Bombern. In Deutschland entstand nach dem Ende des Kalten Krieges in vielen Gemeinden eine spürbare Lücke, da die Warnsirenen ohne einen adäquaten Nachfolger abgeschafft wurden. Wenn es jetzt gilt, eine große Zahl von Menschen schnell zu alarmieren, ist das alles andere als einfach. Bereits seit 2013 beschäftigt sich die Rettungsleitstelle mit ihren Partnern deswegen mit diesem wichtigen Thema und bemüht sich, diese Lücke in der Region zu schließen.

Bei einer Katastrophenschutzgroßübung in Haidenaab hat die Leitstelle bereits im November 2014 einen Feldversuch gestartet. Es ging darum, mit digitaler Hilfe Gefahrenhinweise auszusenden. Staatssekretär Gerhard Eck überzeugte sich seinerzeit gemeinsam mit Landrat Hübner selbst von den in Bayreuth und Erlangen entwickelten Möglichkeiten.

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Bayreuth und den beiden KnowHow-Trägern, dem Fraunhofer Institut Erlangen und der Firma TMT aus Bayreuth, wurde diese zunächst rein fränkische Technologie im Zusammenspiel mit allen Beteiligten bis hin zur Marktreife entwickelt.

Das wird in Zukunft auch nötig sein. Mit der zunehmenden Verbreitung des Digitalradios DAB+ wird das klassische UKW-Radio mittelfristig abgelöst, sagt BRK-Kreisvorsitzender Peter Maisel aus Bayreuth voraus. Er ist gemeinsam mit ILS-Leiter Markus Ruckdeschel einer der Initiatoren und Mitglied der Projektgruppe EWF.

Auch die Stadt Bayreuth entschied sich bereits 2015 vorausschauend dazu, Bürger per Smartphone-App zu informieren und zu warnen. Bei zahlreichen Probealarmen und auch bei echten Einsätzen, wie beispielsweise der starken Rauchentwicklung in der Innenstadt beim Brand der Rosenau wurden per App bereits mehr als 2000 Bürger und Touristen direkt erreicht und gewarnt. Die Reichweite lässt sich schnell vergrößern, wenn die Empfänger dieser Nachrichten sie über die sozialen Netzwerke verbreiten.

Die überwiegende Mehrheit der in Bayreuth bereits per App erreichten Bürger hat die Meldung im eigenen Freundeskreis geteilt, weshalb sich die tatsächliche Reichweite nur abschätzen lässt. Sie liegt aber um ein Vielfaches höher als die Zahl derjenigen, die die App bereits nutzen, weiß Harald Burkhardt als Leiter des städtischen Katastrophenschutzes Bayreuth zu berichten.

Nun schließt sich der Kreis um die bisherigen Bayreuther Aktivitäten durch die landesweite Einführung einer modularen Plattform namens "MoWAS" (modulares Warnsystem). Diese ermöglicht es der ILS kurzfristig, verschiedene Apps und andere Medien über einen Weg zentral anzusteuern. Auch hier nimmt die Region Bayreuth/Kulmbach erneut eine Pionierrolle in Bayern ein.

Es war keine Frage für Markus Ruckdeschel, als Vertreter des BRK Kreisverbandes Bayreuth sofort zuzustimmen, als das bayerische Innenminister in diesem Sommer im Katastrophenschutzbunker am Münchner Odeonsplatz bei einer Besprechung nach motivierten Partnern suchte, um das neue System schrittweise in Bayern einzuführen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den obersten bayerischen Katastrophenschützern um Johann Ellmayer wurden binnen weniger Monate die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen. Jetzt war es so weit. Anlässlich der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung wurde in der Bayreuther Feuerwache der "rote Knopf" für die operative Nutzung gedrückt.

Die Vorsitzende des Zweckverbandes Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, sowie die beiden Landräte Hermann Hübner (Bayreuth) und Klaus-Peter Söllner (Kulmbach), zeigten sich hoch erfreut über das reibungslose Zusammenwirken aller Beteiligten und sind überzeugt von der Wichtigkeit des nun gemeinsam mit dem Freistaat erreichten Meilensteins.

Die Warn-App namens NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) bietet neben den Warnmeldungen zudem die Möglichkeit, in einer App die amtlichen Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und lokale Hochwasserinformationen in einer Anwendung zu empfangen. Allgemeine Notfalltipps und Verhaltenshinweise in Gefahrensituationen runden die Funktionen der NINA-App sinnvoll ab. Sowohl "KatWARN" als auch " NINA" können in den jeweiligen App-Stores kostenlos heruntergeladen werden.

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08. 12. 2017
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08. 12. 2017
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