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Kulmbach

Klimaschutz-Hype als Chance

Bayerns Jagdaufseher machen sich bei ihrer Tagung in Himmelkron für den Artenschutz stark. Sie betonen aber auch: Ein Kreuz auf dem Stimmzettel genügt nicht.



In Himmelkron hat jetzt der Bund Bayerischer Jagdaufseher getagt. Unser Bild zeigt die Ehrengäste mit Landrat Klaus Peter Söllner (Zweiter von links) und Vorsitzendem Markus Grimm (vorne, Vierter von links).
In Himmelkron hat jetzt der Bund Bayerischer Jagdaufseher getagt. Unser Bild zeigt die Ehrengäste mit Landrat Klaus Peter Söllner (Zweiter von links) und Vorsitzendem Markus Grimm (vorne, Vierter von links).   » zu den Bildern

Himmelkron - Zum wiederholten Mal hat am Samstag der Bund Bayerischer Jagdaufseher im Rasthof Opel in Himmelkron getagt. Vorsitzender Markus Grimm verwies darauf, dass die Jagdaufseher mit ihrer Arbeit in Zeiten des Volksbegehrens für den Artenschutz und der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta voll im Trend lägen: "In unserer Satzung heißt es seit vielen, vielen Jahren, Ziel unseres Vereins ist die Wahrung der jagd- und naturschutzrechtlichen Interessen unserer Mitglieder und die Förderung ihrer Kenntnisse auf den Gebieten des Natur- und Artenschutzes und des Schutzes seltener Tiere." Dazu gehört auch eine tier- und artenschutzgerechte Jagdausübung.

Grimm machte jedoch deutlich, dass dies nicht in den Städten und auch nicht vom Schreibtisch aus geschehen kann, sondern Arten-, Tier- und Klimaschutz werde bei den Jägern vor Ort in den Revieren betrieben: "Dort passiert aktiver Klimaschutz und aktiver Artenschutz. Da hilft es auch nicht, sein Gewissen freizukaufen, wenn man sein Kreuz beim Volksbegehren macht. Klima- und Artenschutz muss man jeden Tag aktiv leben, und das bedeutet Arbeit und viel Aufwand und manchmal auch sehr hohe Kosten." Gerade die Jagdaufseher legten Streuobstwiesen an und sorgten mit Blühwiesen und Wildäckern für optimale Lebensbedingungen von bedrohten Tier- und Insektenarten. Grimm: "Mir wäre es lieber, wenn sich unsere städtische Bevölkerung mit den ökologischen Zusammenhängen draußen vor Ort auseinandersetzt und sich aktiv in das Thema einbringt. Wenn ich eine Streuobstwiese anlege, finden das die Leute, die vorbeikommen, toll. Aber dass da einmal einer mithilft, habe ich noch nicht erlebt."

Ihm gehe es aber nicht darum, das Verhalten der anderen zu kritisieren, stellte Grimm klar: "Mir geht es drum, dass wir Jagdaufseher weiter daran arbeiten und mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Sachverstand und unsere Kompetenz in dieses Thema einbringen. Vielleicht ist gerade der aktuelle Hype die Chance, es noch intensiver zu machen. Ich wünsche mir, dass die Jagdaufseher weiter ihrem Motto treu bleiben und im Dienste des Jagdwesens und der Natur echten Natur- und Artenschutz betreiben."

Landrat Klaus Peter Söllner verwies auf eine schwierige, aber zugleich auch spannende Zeit: "Wir haben im Landkreis mit unseren Jägern ein hervorragendes Miteinander zwischen Jagd, Forst- und Landwirtschaft." Es gebe aber auch im Kulmbacher Landkreis Problemstellungen mit Wildschäden. "Wir sind keine Insel der Glückseligen, aber der Wille zusammenzuarbeiten, ist besonders groß." Landrat Söllner hielt die Öffentlichkeitsarbeit im Jagdwesen für dringend geboten, weil gerade in den Städten eine immense Unkenntnis der Sachverhalte vorhanden sei: "Die urbane Bevölkerung sieht die Zusammenhänge in der Jagd nicht mehr. Hier bestehen bei einfachsten Zusammenhängen in der Natur und der Landwirtschaft große Defizite."

Der Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, Thomas Schreder, sagte, dass er die Aufgabe der Jagdaufseher als immer wichtiger einschätze: "Die Jagdaufseher sind in dieser jetzigen Zeit eigentlich ein Instrument, das wir als Bayerischer Jagdverband noch stärker nützen müssen. Sie haben eine hohe Kompetenz über das, was sie sich in ihrem Jagdschein erworben haben und zusätzlich eine Ausbildung durchlaufen. Sie sind grenzübergreifend tätig und sie haben unheimlich viel an Kapital."

Weitere Grußworte sprachen Professor Hartmut Wunderatsch als Regierungsbezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes und der oberfränkische Regierungsjagdberater Dr. Friedrich Moreth. Forstbetriebsleiter Fritz Maier von den Bayerischen Staatsforsten Nordhalben verhehlte nicht, dass es zwischen den Jägern und den Forstleuten unterschiedliche Ansichten gibt. Gerade deshalb sei es notwendig, nicht den Gesprächsfaden abreißen zu lassen. Deutliche Worte sprach der Vertreter des Kreisobmannes des Bayerischen Bauernverbandes, Harald Peetz, zum Volksbegehren: "Uns haben Leute gesagt, die keine Ahnung haben, was draußen abläuft, was wir in Zukunft zu machen haben. Es ist traurig, dass Leute darüber entschieden haben, die sich mit der Materie draußen überhaupt nicht befasst und keinerlei Bezug dazu haben." Adolf Reinel als Vorsitzender des Jägervereins Bayreuth und Vorsitzender Peter Müller vom Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach rundeten die Reihe der Grußworte ab. Peter Müller verwies darauf, dass die Jagd im Landkreis Kulmbach einen hohen Stellenwert hat.

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
17:50 Uhr

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Werner Reißaus

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03. 06. 2019
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