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Kulmbach

"Knöllchen" mit der Karte zahlen

Kulmbacher Polizisten haben ab sofort ein "Card-Cash-System" dabei, wenn sie auf Streife gehen. Wer direkt mit "Plastik" zahlen will, kann das jetzt tun.



Bei der Polizei kann man jetzt auch bargeldlos bezahlen. Die Inspektion Kulmbach ist eine von vier oberfränkischen Polizeidienststellen, in denen derzeit das System "Card-Cash" bereits im Einsatz ist. Antje Düthorn und ihre Kollegen akzeptieren für Strafzettel EC- und Kreditkarten.	Foto: Melitta Burger
Bei der Polizei kann man jetzt auch bargeldlos bezahlen. Die Inspektion Kulmbach ist eine von vier oberfränkischen Polizeidienststellen, in denen derzeit das System "Card-Cash" bereits im Einsatz ist. Antje Düthorn und ihre Kollegen akzeptieren für Strafzettel EC- und Kreditkarten. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - Zu schnell gefahren und geblitzt, falsch geparkt? Nicht genügend Bares dabei? Wer eine Ordnungswidrigkeit begangen hat und direkt von der Polizei angehalten wird, kann in Kulmbach seinen Strafzettel von nun an gleich vor Ort auch mit Karte bezahlen. Die Polizeiinspektion Kulmbach ist seit Anfang Mai eine von vier oberfränkischen Polizeidienststellen, die als Pilotstandorte ausgewählt wurden. In der Wache, aber auch im Streifenwagen haben die Beamten jetzt Geräte zur Verfügung, die mit dem System "Card-Cash" bargeldlose Zahlungen möglich machen. Drei Monate dauert der Testlauf. Wenn er sich bewähren sollte, wird das System in ganz Oberfranken eingesetzt. Während der Testphase haben auch die Beamten aus jeweils einer Inspektion aus Bayreuth, Bamberg und aus dem Coburger Landkreis "Cash-Card" im täglichen Einsatz.

Bei den Verkehrspolizeiinspektionen in Bayern sind die Geräte schon seit eineinhalb Jahren im Einsatz, berichtet Peter Hübner. Der Leiter der Kulmbacher Inspektion weiß, dass seine Kollegen auf den Autobahnen diese Zahlungsmöglichkeiten oft nutzen, etwa, wenn nach Schwerlastkontrollen oder Unfällen Sicherheitsleistungen fällig werden. Das kann durchaus in vierstellige Bereiche gehen. So viel Geld hat niemand einstecken. Wenn dann der Fahrer mit Karte zahlen kann, spart er sich wenigstens Zeit.

Die Polizei hat auch etwas davon: Die Beamten können Vorgänge schneller abschließen und sie müssen sich nicht mehr mit Bargeld belasten. "Fast jeder hat heutzutage eine Karte dabei", sagt Peter Hübner. "Für uns ist das eine Verwaltungsvereinfachung. Das ist einfach angenehmer, auch wenn es natürlich am schönsten ist, wenn man bei der Polizei gar nicht zahlen muss."

Versteckte Kosten sind für diejenigen, die bei der Polizei ihre "Knöllchen" mit Karte zahlen, nicht verbunden, hatte Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung dieser neuen Zahlungsmöglichkeit versprochen. Herrmann hat für das System geworben: Es spare nachträgliche Überweisungen und aufwendiges Geldwechseln bei Fremdwährungen. Doch manch einer, weiß der Kulmbacher Polizeichef Peter Hübner, bleibt doch lieber beim Bargeld. "Wir hatten es schon, dass Leute zu uns kamen, um ihre Strafe zu zahlen, damit ihre Ehefrauen nicht über die Abbuchung auf dem Konto erfahren, dass die Männer beim zu schnellen Fahren geblitzt worden sind."

Bayerns Polizisten mussten in jüngster Vergangenheit mit diversen Neuerungen klarkommen. Der Wechsel von der grünen auf die blaue Uniform, neue Dienstwaffen, die Umstellung auf Digitalfunk. Jetzt die neuen Bezahlsysteme und Ende des Jahres kommen auch noch Body-Cams hinzu. In jedem Streifenteam soll dann, kündigt Peter Hübner an, einer eine Kamera am Körper tragen, die filmt, was vor ihm geschieht. Hübner hofft, dass die Kameras ein Erfolg werden. "Es wird sich sicher so mancher überlegen, was er tun und was er sagen kann, wenn er weiß, dass er aufgenommen wird. Wenn man damit nur eine einzige Schlägerei verhindern kann, ist es das schon wert."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
17:52 Uhr

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14. 05. 2019
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