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Kulmbach

Kommt der Campus aufs Kaufplatz-Areal?

6,6 Millionen Euro Förderung erhält die Stadt für den Abriss des ehemaligen Einkaufszentrums. Das Grundstück kommt jetzt auch als Standort für die Universität in Frage.



Der seit Jahren leer stehende Kaufplatz in der Kulmbacher Innenstadt soll nun abgerissen werden. Mehr als sieben Millionen Euro wird allein der Abriss des Bauwerks kosten. 6,6 Millionen fließen als staatliche Förderung. Das 9000 Quadratmeter große Areal ist nun auch ganz offiziell als möglicher Standort für den Campus Kulmbach im Gespräch, falls es auf dem Güterbahnhofsgelände nicht zu einer Einigung mit der Brauerei kommen sollte. Foto: Gabriele Fölsche
Der seit Jahren leer stehende Kaufplatz in der Kulmbacher Innenstadt soll nun abgerissen werden. Mehr als sieben Millionen Euro wird allein der Abriss des Bauwerks kosten. 6,6 Millionen fließen als staatliche Förderung. Das 9000 Quadratmeter große Areal ist nun auch ganz offiziell als möglicher Standort für den Campus Kulmbach im Gespräch, falls es auf dem Güterbahnhofsgelände nicht zu einer Einigung mit der Brauerei kommen sollte. Foto: Gabriele Fölsche   » zu den Bildern

Kulmbach - Es war ein langer Weg, bis jetzt der Förderbescheid für die massive Unterstützung bei den Abrisskosten für den ehemaligen Kaufplatz in Kulmbach übergeben werden konnte. Sechs Jahre hatte die Stadt Kulmbach mit verschiedensten Eigentümern der von einer Insolvenz betroffenen Immobilie mitten in der Stadt verhandelt, bis endlich im Dezember der Notarvertrag zwischen dem Vorbesitzer und der Stadt Kulmbach geschlossen werden konnte. 2,27 Millionen Euro, deutlich weniger als zunächst gefordert, hat die Stadt bezahlt. Was aus dem ehemaligen Einkaufszentrum , das vor knapp 40 Jahren eine Attraktion in Kulmbach gewesen war, werden sollte, war bereits beim Erwerb der Immobilie klar: Der Kaufplatz soll abgerissen werden. Jetzt ist es so weit. 6,6 Millionen Euro wird die Stadt Kulmbach als staatliche Förderung für den Abriss erhalten. Das sind 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Wann es losgeht mit dem Abriss, ist noch nicht klar. OB Henry Schramm machte aber deutlich, dass jetzt schnellstmöglich die Ausschreibungen gefertigt werden sollen. "Der Plan ist, möglichst noch in diesem Jahr mit den Arbeiten zu beginnen."

Der Niedergang eines Prestige-Objekts

Es ist rund 40 Jahre her, als mit "großem Bahnhof" der Kaufplatz in Kulmbach eröffnet wurde. Ein Objekt mit Strahlkraft war dieses Einkaufszentrum einst, ein Ort, den viele Menschen aus der Region für Ausflüge wählten. Doch dauerhaft konnte sich der Anfangserfolg dieses Zentrums in der Kulmbacher Innenstadt nicht halten. Von 2005 an ging es mit dem Center und seinen rund 20 Geschäften steil bergab. Immer mehr Händler verließen das Gebäude, Läden standen leer, mehrfach wechselten die Eigentümer. Im August 2010 wurden dem Centermanager und dem Hausmeister die Kündigungen ausgesprochen. Wenig später kam dann die Nachricht, dass der damalige Eigentümer, ein Investor aus den Niederlanden, Insolvenz anmelden musste. Um den Kaufplatz wurde es immer stiller. Im Januar 2011 zogen schließlich die letzten Mieter aus. Seither steht das Gebäude leer. Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, wurden durch Spanplatten ersetzt. Immer mehr Graffitis wurden ganz offiziell und auch illegal an die Wände gesprüht. Als nach zähen Verhandlungen die Stadt das Areal schließlich gekauft hatte, war von Anfang an klar, dass das Gebäude abgerissen wird und es auf diesem Gelände keine Einkaufsflächen mehr geben soll.

 

Dass der Abriss nun zum baldmöglichsten Zeitpunkt starten soll, hat einen Hintergrund. Nach wie vor, betont OB Schramm, habe das ehemalige Gelände des Güterbahnhofs in Kulmbach die erste Priorität für den Bau der Gebäude für die 7. Fakultät der Uni Bayreuth. Allerdings, das machte der OB auch deutlich, brauche man ein Ersatzgrundstück, falls sich die Verhandlungen über den Kauf eines Teils des Güterbahnhofsgeländes mit der Kulmbacher Brauerei noch länger hinziehen oder gar scheitern. "Wir müssen Handlungsoptionen haben, damit wir den Campus schnellstmöglich verwirklichen können."

 

Doch nun steht erst einmal der Abbruch des schon seit Jahren leer stehenden Gebäudes auf dem knapp 9000 Quadratmeter großen Grundstück an. Der wird teurer als erwartet. Umso dankbarer ist man in der Stadt Kulmbach, dass das Projekt mit 90 Prozent gefördert wird. Im Kaufplatz seien, wie das bei Gebäuden dieser Art zu erwarten gewesen ist, Altlasten entdeckt worden. Die Entsorgung von Bauteilen, die heute als Schadstoffe gelten, ließen die Kosten explodieren. Vor einigen Jahren war noch von rund einer Million Euro für den Abriss die Rede gewesen. Heutzutage, sagt OB Schramm, werden Gebäude nicht mehr einfach abgebrochen, sondern "rückgebaut". Kosten in dieser Höhe, wie sie jetzt anfallen, hätte sich die Stadt alleine nicht leisten können, macht Schramm klar und spricht ganz offen davon, dass auch er diesen Betrag von insgesamt mehr als sieben Millionen Euro für "Wahnsinn" hält. "Die Unterstützung von 6,6 Millionen Euro versetzt uns in die Lage, jetzt zu handeln." Ob am Ende der Campus auf diesem Areal angesiedelt werden wird oder etwas anderes, ist noch offen. Schramm verspricht aber: "Wir werden die Fläche für eine weitere positive Entwicklung unserer Stadt nutzen."

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz hat den Förderbescheid an Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm übergeben. Die Mittel kommen aus dem bayerischen Förderprogramm "Förderoffensive Nordostbayern". Die Stadt Kulmbach, so heißt es in einer Erklärung der Bezirksregierung, könne nun mit einem für sie vertretbaren finanziellen Aufwand einen Leerstand beseitigen, der das Stadtbild erheblich beeinträchtige. Die abgeräumte Fläche stehe für eine Neubebauung in zentraler Lage zur Verfügung. Im Jahr 2017 hatte die Stadt den Abbruch des Gebäudes zur Aufnahme in die "Förderoffensive Nordostbayern" angemeldet. In einer Machbarkeitsstudie sollten die Möglichkeiten für eine qualitätsvolle Wiederbebauung untersucht werden. Ziel der damals angestellten Überlegungen war ein attraktives innerstädtisches Wohngebiet. Die Einbeziehung eines renaturierten Weißen Mains könnte die Anziehungskraft dieses Wohngebietes noch verstärken.

Der Abriss des Kaufplatzes hätte theoretisch bereits abgewickelt sein können. Aber um zunächst den Zentralparkplatz sanieren zu können, hatte die Stadt Kulmbach den Abbruch zurückgestellt, um das zum Kaufplatz gehörende Parkhaus ersatzweise weiter nutzen zu können. Zudem wären zwei Großbaustellen gleichzeitig in der Innenstadt wohl kaum zu managen gewesen.

Und auch die Regierung von Oberfranken bestätigt, was OB Schramm zur möglichen Nutzung des Grundstücks bereits angedeutet hat: Aktuell untersuche die Bauverwaltung nach Vorgesprächen mit den Hauptbeteiligten zudem die Eignung des Kaufplatz-Areals als Standort für den Unicampus alternativ zu zwei Varianten unter Einbeziehung des Geländes des Güterbahnhofs, heißt es aus Bayreuth. Dies sei in einer interministeriellen Abstimmung am 11. April auf Arbeitsebene mit den zuständigen Behörden, der Stadt, der Universität und der Brauerei festgelegt worden.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
16:50 Uhr

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Melitta Burger

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04. 06. 2019
16:50 Uhr



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