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Kulmbach

Kommt ein "Energiebündel" für das Bad?

Die Solaranlage im Stadtsteinacher Freibad hat ausgedient. Jetzt ist ein innovativer Mix aus Sonnenenergie, Wärmepumpe und Pellets angedacht.



Die Solaranlage zur Erwärmung des Badewassers im Freibad ist annähernd 40 Jahre alt und nimmt merklich an Leistung ab. Stadtsteinach möchte weiterhin eine Wassertemperatur von idealerweise 24 Grad anbieten. Wie das Bad künftig am besten energetisch versorgt werden kann, beschäftigt den Stadtrat schon ein ganzes Jahr. Die Investitionen sind durchaus beträchtlich.	Foto: Klaus Klaschka
Die Solaranlage zur Erwärmung des Badewassers im Freibad ist annähernd 40 Jahre alt und nimmt merklich an Leistung ab. Stadtsteinach möchte weiterhin eine Wassertemperatur von idealerweise 24 Grad anbieten. Wie das Bad künftig am besten energetisch versorgt werden kann, beschäftigt den Stadtrat schon ein ganzes Jahr. Die Investitionen sind durchaus beträchtlich. Foto: Klaus Klaschka  

Stadtsteinach - Mit einem weiteren Plan für die Erneuerung der Energieversorgung, insbesondere der Beheizung für das städtische Freibad hat sich der Stadtsteinacher Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend beschäftigt. Die etwa 40 Jahre alte Versorgung über Solarpaneele ist nicht mehr leistungsfähig. Einen Plan für eine neue und erweiterte Solaranlage, über die auch überschüssiger Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden könnte, hat sich der Stadtrat bereits vorlegen lassen. Einen weiteren Plan für eine technisch gemischte Lösung erläuterte nun Jochen Gleich von der Firma TechnoPlan aus Marktrodach. Hierfür hat die Hochschule Hof verschiedene Komponenten-Schwerpunkte simuliert, also kalkuliert, in welcher Kombination die technischen Einrichtungen am effektivsten genutzt werden können.

Die Kosten für die Kombi-Lösung bezifferte Gleich auf 837 650 Euro. Für den Fall, dass die Bezirksregierung hierfür 60 Prozent an Zuschüssen gewähren würde, blieben für die Stadt noch 335 000 Euro an Eigenfinanzierung.

Die gesamte Anlage bestünde aus 1470 Quadratmetern Sonnenkollektoren mit einer Leistung von 189 Kilowatt (kW), einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Beckenerwärmung mit 100 kW und einer weiteren mit 30 kW Leistung für den Gebäudebereich, außerdem einem Batteriespeicher mit 250 kWh Kapazität und für die Spitzenlastabdeckung mit einem Pelletskessel mit 150 kW Leistung. Der Heizkessel ginge dann in Betrieb, wenn die anderen Energiequellen nicht ausreichen. Außerdem wird er vornehmlich gebraucht, wenn die alte Anlage ab- und die neue aufgebaut wird, was nicht im Winter, sondern während der Badesaison geschehen wird.

Die Sonnenkollektoren dienen in erster Linie für das Erwärmen des Badewassers. Hier hat man laut Gleich den Vorteil, dass man während der Badesaison auch entsprechend Sonne habe. Im Winter, wenn die Kollektoren weniger Energie liefern, sei das Bad ohnehin geschlossen. Für den Eigenbedarf wird aus den Kollektoren auch Strom gewonnen. Autark wäre das Bad allerdings nicht, denn für Wärmepumpen, Steuerung und Licht wird das ganze Jahr über Strom gebraucht, der aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss, wenn die eigene Stromversorgung nicht mehr ausreicht.

Ob man auch einen Batteriespeicher anschaffen will, sei eine Entscheidung des Stadtrats. Der Speicher schlägt immerhin mit 250 000 Euro zu Buche. Dazu müsse man auch die Bezirksregierung hören. Möglicherweise könnte die neue Anlage, wie vor 40 Jahren, wieder als "Leuchturm", also Erfahrungsfeld angesehen werden, so dass der Bezirk eine bestimmte Anlagenkombination auch als Voraussetzung für eine entsprechende Bezuschussung fordern würde. Das müsse jedoch in Bayreuth abgeklärt werden.

Trotz der hohen Investition für einen Batteriespeicher würden sich laut Jochen Gleich die laufenden Betriebskosten für die neue Anlage lediglich um zehn Prozent unterscheiden, so dass in zehn Jahren der Speicher durch Kosteneinsparungen bezahlt, beziehungsweise durch höhere Betriebskosten ohne Speicher in zehn Jahren die gleiche Summe ausgegeben wäre. Während der Badesaison könnte nachts Energie für das Badewasser aus dem Speicher entnommen werden, wenn die Kollektoren nicht liefern. Das Badewasser nachts abkühlen zu lassen, ist laut Gleich energetischer Unsinn: Was man in der Nacht an Heizenergie einspare, das brauche man am nächsten Morgen wieder mehr, um das Wasser wieder auf Temperatur zu bringen. Einsparen könne man allenfalls durch Rollo-Abdeckung der Becken, die allerdings, falls überhaupt in der Größe für ein öffentliches Freibad möglich, extrem teuer sei.

Das Ingenieur-Büro TechnoPlan wird im Auftrag des Stadtrats nun die Anlagenplanung zur Vorlage bei der Bezirksregierung vorbereiten. Und es wird auch die für das gesamte Bad notwendige Sanierungen eruieren. Dabei wies Jochen Gleich gleich vorab darauf hin, dass "wir bei einer Generalsanierung dann von zwei bis drei Millionen sprechen." Getan muss allerdings etwas werden. Die Aufbereitungsanlage für die Wasserqualität ist sehr in die Jahre gekommen, und der Wasserverlust aus den Becken ist nicht unerheblich, auch wenn das Badewasser aus einem eigenen Brunnen nachgepumpt wird.

"Im Übrigen", teilte Bürgermeister Roland Wolfrum mit, "hatten wir in der nun zu Ende gegangenen Saison gut 20 000 Badegäste. Das sind zwar 6000 weniger als im Vorjahr, wir liegen damit aber im gleichen Verhältnis wie die Bäder in der Region." Der Freibadbesuch sei nun mal auch von der Witterung abhängig.

Autor
Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
17:08 Uhr

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18. 09. 2019
17:08 Uhr



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