Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Kulmbach

Kulmbach und Bayreuth zusammenrücken

Der Campus Kulmbach gibt den Anstoß: Die Anbindung zwischen beiden Städten soll besser werden. Dabei spielt auch das Fahrrad eine Rolle.



Prof. Dr. Manfred Miosga steht an der Spitze, wenn es darum geht, die beiden Verkehrsräume Bayreuth und Kulmbach näher zusammenzubringen und besser zu vernetzen. Foto: Werner Reißaus
Prof. Dr. Manfred Miosga steht an der Spitze, wenn es darum geht, die beiden Verkehrsräume Bayreuth und Kulmbach näher zusammenzubringen und besser zu vernetzen. Foto: Werner Reißaus  

Bayreuth/Kulmbach - Die Verkehrswende ist eines der zentralen Transformationsfelder der Zukunft. Sie muss heute schon gedacht und in Angriff genommen werden. Ein Studienprojekt an der Universität Bayreuth unter der Leitung des Stadt- und Regionalentwicklers Prof. Dr. Manfred Miosga will im Zusammenspiel mit regionalen Akteuren eine Zukunftsvision für den Mobilitätsraum Bayreuth-Kulmbach erarbeiten. Dies soll mit Hilfe der Methode der "Zukunftskonferenz" geschehen, die bereits im Mai und Juni an der Uni Bayreuth jeweils für eineinhalb Tage stattfand. Zwei Thesen waren dabei leitend: Eine zukunftsfähige und umweltverträgliche Mobilität in der Region kann nur gemeinsam organisiert und geschaffen werden. Und: Die 7. Fakultät der Universität Bayreuth in Kulmbach wird die Räume einander wieder näher bringen. Diese neue Situation braucht eine Mobilitäts-Antwort.

Wie Prof. Dr. Manfred Miosga zu verstehen gab, kam die Idee zu dieser "Zukunftskonferenz" von einer Initiative, die sich mit dem fahrradfreundlichen Campus beschäftigt hat: "Die Idee hat dann sehr schnell das Fahrrad in Bayreuth, aber auch das Fahrrad als mögliches Verbindungsmittel zwischen Bayreuth und dem neuen Campus in Kulmbach aufgegriffen. Die Frage war dabei, wie kann diese Idee in eine Konzeption eingebettet werden, die insgesamt versucht, Mobilität zukunftsfähig zu denken. Wir haben uns bei dieser Zukunftskonferenz mit immerhin 45 Experten aus der Region von der Notwendigkeit leiten lassen, dass wir in den nächsten 10, 15 Jahren sozusagen dramatisch Treibhausgas-Emissionen reduzieren müssen, um das Pariser Klimaschutzabkommen auf allen politischen Ebenen einzuhalten."

Die "Zukunftskonferenz" ist ein moderiertes Planungsinstrument, das geeignet ist, möglichst viele Beteiligte in die Erarbeitung gemeinsamer Ziele einzubeziehen und für deren Umsetzung zu gewinnen. Deshalb haben die Studierenden Entscheidungsträger, Experten und zivilgesellschaftliche Akteure, Nutzer des ÖPNV, Akteure des Transportgewerbes, Kommunalpolitiker, Unternehmen, Studierende und andere Experten dazu eingeladen. Deren Ideen, Vorschläge und Anregungen für wichtige Fragen der zukünftigen Gestaltung der Mobilität in Stadt und Region standen im Mittelpunkt. Eingebunden waren auch das Stadtplanungsamt, das Landratsamt, der VCD/ADFC und die Universitätsverwaltung. Am Ende der Konferenzen stehen eine Vision für eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Mobilität sowie Vorschläge für die Umsetzung. Die Ergebnisse dienen den Verantwortlichen als Empfehlungen und Hinweise. Sie werden in den Entscheidungsgremien präsentiert und zur Diskussion gestellt. "Die aktive Gestaltung der bevorstehenden Veränderungen im Bereich der Mobilität kann als Leuchtturmprojekt Wirkung entfalten und einen wertvollen Beitrag für die regionale Entwicklung der Region Bayreuth-Kulmbach leisten", sagt Prof. Dr. Manfred Miosga. Er erwartet sich "eine Mobilitätsvision für die Region Bayreuth-Kulmbach, die wesentliche Impulse für die anstehenden Herausforderungen im Bereich der Verkehrspolitik in der Region gibt".

In den Konferenzen wurden gemeinsam die bestehende Situation untersucht, Zukunftsbilder entworfen und gemeinsame Schwerpunktziele herausgearbeitet sowie schließlich erste leicht umsetzbare Sofort-Maßnahmen überlegt und deren Umsetzung vorbereitet. Die Teilnehmer arbeiteten an acht Thementischen zu jeweils acht Personen, zunächst an ihrem Fachgebiet und später in gemischten Gruppen. Dadurch wurden die Teilnehmer angeregt, sich mit den Sichtweisen der anderen zu beschäftigen und diese in die Erarbeitung einer gemeinsamen Vision mit einfließen zu lassen. Um diese Felder ging es: Logistik und Wirtschaftsverkehr, Fahrrad, ÖPNV, Zukunftsfähige PKW-Nutzung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, Soziale Teilhabe, Barrierefreiheit, Fußgänger und öffentlicher Raum sowie Siedlungsstruktur und Planung.

Eine zentrale Frage war, wie die Mobilität in der Region Bayreuth-Kulmbach aussehen kann. Miosga dazu: "Da war klar, dass drei Stellschrauben entscheidend sind. Die eine Stellschraube ist, wir müssen Wege finden, um den motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen. Wir müssen schauen, dass weniger Menschen mit dem Auto fahren und dass mehr Menschen in den Autos sitzen, damit wir insgesamt auch weniger Platz und weniger Energie und Ressourcen für den individuellen Verkehr brauchen. Das geht natürlich nur, wenn wir die Alternative dazu auch interessant machen. "

Prof. Dr. Manfred Miosga ließ wissen, dass in den "Zukunftskonferenzen" auch Hoffnungen darin gesetzt wurden, dass digitale Technologien bei diesem Umbau helfen: "Ein ganz wesentlicher Punkt war, dass es etwas wie eine Mobilitätsapplikation in der Region geben sollte, die mir aufzeigt, wie ich mit welchen Verkehrsmittel gut vorwärts kommen kann. Und Mobilität in solchen Mobilitätsketten zu denken, war wichtig." Wichtig war für Miosga aber auch, dass der ÖPNV sicherlich in 10, 15 Jahren nicht nur in großen 50 Personen-Busse fahren wird, sondern er muss flexibler sein, in der Taktfrequenz häufiger kommen und er muss individueller sein. Ein weiterer Punkt war, wenngleich es noch eine "spinnerte Idee" sei, die Einrichtung einer S-Bahn zwischen Bayreuth und Kulmbach, so dass auch der schienengebundene Personennahverkehr durchaus Potenziale hat.

Prof. Dr. Manfred Miosga bezeichnete es als ein sehr wertvolles und wichtiges Ergebnis der "Zukunftskonferenz", dass bereits eine abgestimmte und intensiv diskutierte Beschreibung der Vorstellung einer künftigen Mobilität für die Region Bayreuth-Kulmbach vorliegt. Jetzt geht es darum, diese Ziel- und Visionsbausteine mit Leben zu füllen: "Da waren natürlich visionäre Ideen dabei, aber es waren auch Ideen dabei, wo durchaus darüber nachgedacht wurde, konkret eine Straße beispielhaft umzubauen, dass es eine partnerschaftliche Straße ist, wo Fahrrad, Fußgänger und Autofahrer die Straße nutzen und nicht das Auto immer dominiert."

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
17:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Fahrräder Fahrzeuge und Verkehrsmittel Mobilität Professoren Transport und Logistik Transportbranche Universität Bayreuth Verkehr Verkehrspolitik Öffentlicher Nahverkehr
Bayreuth Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die Kulmbacher Flotte des Omnibusverkehrs Franken wird auch künftig auf den Straßen unterwegs sein. In den kommenden Jahren soll das Streckennetz sogar ausgebaut werden. Foto: Stefan Linß

12.07.2019

Rettung für das Busstreckennetz

Der Kreis Kulmbach sichert den Nahverkehrsplan für die kommenden acht Jahre. Die Partnerschaft mit dem Omnibusverkehr Franken bleibt erhalten. » mehr

Interview: mit Wilhelmine Denk, Sprecherin der Bürgerinitiative

23.05.2019

"Unsere Lebensqualität erhalten"

Wilhelmine Denk, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet, prangert die Informationspolitik der Gemeinde Himmelkron an. Viel sei hinter verschlossenen Türen abgemacht worden. » mehr

Über Elektromobilität diskutierten bei der Jahresversammlung der Landesverkehrswacht (von links) Moderator Wolfgang Prokoph, Andreas Eichhorn, Dr. Michael Fiedeldey, Udo Skrzypczak und Hermann Pfeifer.	Fotos: Werner Reißaus

14.07.2019

Zahl der Unfalltoten dramatisch hoch

Die Landesverkehrswacht sieht sich vor immer neuen Herausforderungen. Eine davon ist die Elektromobilität. » mehr

In Kopenhagen haben Radfahrer Vorfahrt. Professor Dr. Stephan Clemens, Gründungsdekan der Kulmbacher Fakultät, hat sich das Konzept in der dänischen Hauptstadt angesehen. Der neue Kulmbacher Campus soll ebenso radlerfreundlich werden.	Foto: Stephan Clemens

12.04.2019

Radler-Campus sucht gute Ideen

Lebensqualität steht im Zentrum der neuen Uni in Kulmbach, sagt Professor Stephan Clemens. Er denkt dabei an Verkehrskonzepte wie in Kopenhagen, Münster und Portland. » mehr

Das Wirtshaus gehört wie die Kirche zum Ortsbild. In Stadtsteinach und in den meisten anderen Städten und Gemeinden des Landkreises Kulmbach sind Traditionsgaststätten erhalten geblieben. Doch in den kleinen Dörfern grassiert das Wirtshaussterben. Die Uni Bayreuth widmet sich nun dem Thema. Foto: Archiv

18.07.2019

Das Wirtshaus als Studienobjekt

Kulturgeographen erforschen die Entwicklung der Dorfgaststätten im Kulmbacher Land und in Oberfranken. Sie suchen nach Ideen, das Wirtshaussterben zu stoppen. » mehr

Verkehrspolizist Michael Pickel überprüft ein Fahrzeug an der Rastanlage Fränkische Schweiz bei Pegnitz.

10.07.2019

Die Waffen-Fahnder von der Autobahn

Diebesgut, Drogen und anderes Illegales: Unterwegs mit der Zivil-Streife der Bayreuther Verkehrspolizei auf der A 9. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

31. Bikertreffen des MRC Langenbach mit Rocknacht

31. Bikertreffen des MRC Langenbach mit Rocknacht | 25.08.2019 Langenbach
» 230 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf | 23.08.2019 Hof
» 38 Bilder ansehen

Autor

Werner Reißaus

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
17:20 Uhr



^