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Kulmbach

Kulmbacher Köche eine Klasse für sich

Dass man in der Genussregion gut essen kann, ist klar. Doch zwei Restaurants im Landkreis wurden jetzt durch eine Fachzeitschrift für ihre herausragende Küche ausgezeichnet.



Heini Schöpf ganz stolz mit einem Steinpilz, der natürlich in seiner Küche Verwendung fand. Fotos: privat
Heini Schöpf ganz stolz mit einem Steinpilz, der natürlich in seiner Küche Verwendung fand. Fotos: privat   » zu den Bildern

Wirsberg/Neudrossenfeld - Unter den 500 Restaurants deutschlandweit, die von der Gourmetzeitschrift "Der Feinschmecker" kürzlich ausgezeichnet wurden, sind auch zwei aus dem Landkreis Kulmbach: Das Wirsberger Romantik Posthotel mit Alexander Herrmann by Tobias Bätz sowie das Restaurant Schloss Neudrossenfeld mit Chefkoch Heini Schöpf.

Der Feinschmecker

"Der Feinschmecker" ist eine monatlich in Hamburg erscheinende Special-Interest-Zeitschrift, die sich Gourmet-Themen wie erstklassiger Küche und edlem Wein verschrieben hat.

 

Während Alexander Herrmann by Tobias Bätz mit seinen "spannungs- und kontrastreichen Gerichten, die überraschend und ungewöhnlich sind" dreieinhalb Feinschmeckerpunkte einheimste, kam Heini Schöpf im Schloss Neudrossenfeld auf zwei Punkte. Bewertet wurde hier der bildschöne Renaissancegarten "wie im eleganten Bellevue für gelungene französisch-mediterrane Genussmomente" gesorgt wird.

 

Die Tester von "Der Feinschmecker" bewerten die von ihnen besuchten Restaurants mit F-Symbolen, wobei als Zwischenstufen auch halbe "Fs" vergeben werden können. Die "Feinschmecker-Fs" stehen für:

1 F: Küche über dem Durchschnitt.

2 F: Sehr gute Küche, guter Service, angenehmes Ambiente.

3 F: Kreative Küche, sehr guter Service, Komfort und Ambiente bemerkenswert.

4 F: Küche und Service herausragend, Ambiente mit großem Komfort.

5 F: In jeder Hinsicht perfekt.

Aus diesen Beschreibungen folgt, dass bereits eine Bewertung mit einem "F" grundsätzlich als Auszeichnung zu verstehen ist. Die "Feinschmecker-Fs" werden von Aggregatoren wie dem Hornstein-Ranking, der Gerolsteiner-Restaurant-Bestenliste oder dem Gastronomie-Portal Restaurant-Ranglisten berücksichtigt, um auf den Bewertungen verschiedener Restaurant-Führer basierende Gesamt-Ranglisten zu erstellen.

Bei Küchenchef Tobias Bätz war die Freude über die Auszeichnung groß: "Dreieinhalb Punkte sind in Franken ein Top-Level, und im Moment haben wir, was die Auszeichnungen angeht, wirklich einen Lauf. Das Größte war in diesem Jahr definitiv der zweite Michelin-Stern. Der ist für mich als Koch der Ritterschlag oder die Gold-Medaille." Zwei Michelin-Sterne setzen eine Spitzenküche voraus. Tobias Bätz wurde vom Schlemmer-Atlas ferner als einer der Top-50-Köche in Deutschland ausgezeichnet: "Wir sind stolz über die ganzen Leistungen und Auszeichnungen, aber final zählt natürlich nur, ob der Gast zufrieden ist und ob er wieder kommt oder nicht."

Tobias Bätz hat nach der Schule eine Kochlehre in Nürnberg in einem Sterne-Restaurant absolviert, in dem auch unter anderem Alexander Herrmann gelernt hat: "Ich hatte von Anfang an den Wunsch, besser zu sein." Nach seiner Ausbildung war Tobias Bätz für ein Jahr bei Alexander Herrmann in Wirsberg und danach folgten vier Jahre als Koch in einem Zwei-Sterne-Restaurant auf Mallorca. Das war für ihn dann der Feinschliff, um immer genauer und perfekter zu sein. Tobias Bätz: "Eine neue Küche und neue Ideen kennenzulernen, auch um den Blickwinkel zu verändern, würde ich jedem empfehlen."

Ein Zufall war es, der Tobias Bätz dann wieder nach Wirsberg brachte: "Meine Arbeitszeugnisse wurden bei einem Hotelbrand auf Mallorca in Mitleidenschaft gezogen und dann habe ich Alexander Herrmann angerufen, dass ich noch einmal ein Zeugnis brauche, weil ich mich bewerben wollte. Alexander sagte mir nur: ,Du brauchst Dich nicht zu bewerben, Du kommst zu mir!’"

Seit zehn Jahren ist Tobias Bätz nun schon der Küchenchef - und das mit wahnsinnigem Erfolg. Einen "Klassiker" hat er indes nicht, er betont: "Das aktuellste Menü ist immer das Beste! Wir schaffen ein Menü, das brutal regional ist. Wir können mit internationalen Produkten kochen, die aber alle hier aus Franken kommen und somit ist es eine wahnsinnig spannende Regionalküche, die wir hier machen. Ein Produkt herauszuheben, ist für mich schwierig."

Sternekoch Heini Schöpf ist mit seiner gehobenen Gastronomie im Schlossrestaurant und dem barocken Schlossgarten weit über die Grenzen der Landkreise Kulmbach und Bayreuth hinaus bekannt. "Anspruch und Wirklichkeit gehen hier eine Verbindung ein", wie ein Gast auf der Internetseite feststellt.

Der gebürtige Wunsiedler ist seit 30 Jahren in der Gastronomie tätig. Ein eher zufälliger Besuch im Schlossrestaurant führte ihn nach Neudrossenfeld, wo Heini Schöpf nunmehr seit zwölf Jahren seine Gäste bekocht. Die zwei "Feinschmecker"-Punkte sind für ihn nichts Außergewöhnliches: "Die Wertung haben wir seit 30 Jahren, aber die Auszeichnung setzt schon etwas voraus: dass man gut kochen kann, die richtigen Produkte nimmt, dass man sich ein bisschen mit dem Wein auskennt und dass man ein guter Gastgeber ist."

Auf die Frage nach dem Klassiker in seiner Küche, stellte Schöpf fest: "Wir hatten früher eine Sterneküche, und wir kochen heute noch genauso - alles frisch, nichts aus der Dose. Wir vereinfachen halt manche Sachen, weil wir nicht so viele Leute sind. Unsere Küche würde ich als gehobene Landhausküche bezeichnen. Bei uns kann man einen gratinierten Hummer aus Kanada oder auch einen Tafelspitz essen. Wir kochen einfach und sehr gut. Ich habe vor einem Landgasthof, der einen guten, frischen Krautwickel macht, genauso viel Respekt, wie vor einer Zwei-Sterne-Küche - weil es genauso viel Arbeit und Liebe dazu braucht."

Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
17:40 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
17:40 Uhr



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