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Kulmbachs Händler dürfen aufatmen

Nach einhelligem Willen des Stadtrates soll es nach dem Bierfest eine Baustellenpause geben. Die Sanierung der Klostergasse soll erst nächstes Jahr über die Bühne gehen.



Erst im nächsten Frühjahr soll die Klostergasse zur Baustelle werden.	Foto: Gabriele Fölsche
Erst im nächsten Frühjahr soll die Klostergasse zur Baustelle werden. Foto: Gabriele Fölsche  

Kulmbach - Würde es nach Plan gehen, würde Kulmbachs Innenstadt nach dem Bierfest gleich wieder zur Baustelle. Erneut mit Umleitungen und mit den damit verbundenen Einschränkungen für die Einzelhändler. Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit ist zwar der EKU-Platz saniert und aus den zwei Tiefgaragen Zentralparkplatz und Stadthalle ist eine geworden. Aber die einzige Straße im Umfeld, die durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen und noch nicht wieder in Schuss gebracht wurde, ist die Klostergasse. Sie wäre eigentlich direkt nach der Bierwoche Anfang August an der Reihe gewesen. Um endgültig einen Schlussstrich unter die Baustellen-Provisorien zu machen.

Einstimmig hat der Kulmbacher Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag jedoch beschlossen, es vorerst beim Ist-Zustand zu belassen. Vorausgesetzt, das damit beauftrage Bauunternehmen bringt keine entscheidenden Bedenken vor. Der Grund: Die Stadt will den Einzelhändlern und Gewerbetreibenden in der Innenstadt nicht noch mehr Einbußen zumuten. Weil deren Kunden wegen der "Dauerbaustelle" ohnehin seltener kamen. Sie mussten eben weitere Wege und weiter entferntere Parkplätze in Kauf nehmen.

Es war quasi eine Ad-hoc-Entscheidung, die der Stadtrat am Donnerstag fällte. Denn das Thema "Sanierung der Klostergasse" stand nicht auf der Tagesordnung, sondern Oberbürgermeister Henry Schramm brachte es unter "Sonstiges, Wünsche und Anfragen" zum Schluss der Sitzung zur Sprache. Erst am Mittwoch hatte eine Besprechung mit allen Beteiligten dazu stattgefunden. Zwei Alternativen gibt es, um weder den Händlern das Weihnachtsgeschäft zu vermiesen, noch für das Bierfest 2019 Umleitungen zu provozieren: Entweder wird die Klostergasse nach der diesjährigen Bierwoche bis vor Beginn des Advents saniert - oder nächstes Jahr von Frühjahrsbeginn bis vor der Bierwoche.

Schramm zog aus der Besprechung den Schluss: "Manchmal hat man es im Gefühl, dass man es doch anders machen sollte als geplant. Deshalb habe ich den Kollegen Stefan Schaffranek kurzfristig gebeten, bei den Händlern im Umfeld der Baustelle nachzufragen, was sie davon halten, gleich nach der Bierwoche die Klostergasse in Angriff zu nehmen." Die Frage sei, ob sie unter den Umleitungen nicht erstmal genug gelitten hätten.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus, wie WGK-Rat Stefan Schaffranek, dessen Reisebüro direkt an den EKU-Platz angrenzt, in der Sitzung erläuterte: "Ich habe so kurzfristig zwar nur mit einigen Händlern sprechen können. Aber alle wünschen sich, dass man ihnen nach dieser Baumaßnahme wieder etwas Zeit gibt, damit in der Innenstadt wieder Normalität einkehrt."

Und die gäbe es eben nicht, wenn nach dem Bierfest die Bauarbeiten in der Klostergasse stattfinden würden. "Wegen der beengten Straßenverhältnisse bräuchten wir für die Klostergasse mindestens eine Vollsperrung für zwei Monate", stellte der Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, Ingo Wolfgramm, in der Sitzung fest. Der Grund: Wenn man schon einmal aufgräbt, sollten auch die maroden Wasserrohre und Kanäle ausgewechselt werden. Und auch die Schächte für Glasfaserkabel sollten verlegt werden. Das erfordere Aufgrabungen von eineinhalb bis zwei Meter Tiefe. Wolfgramm: "Wenn da die Bauarbeiter vor Ort sind, kommt kein Pkw und erst recht kein Bus mehr daran vorbei." Überdies hätten die Rohre, die für die Tiefbauarbeiten benötigt würden, eine recht lange Lieferzeit.

"Wir könnten es nach dem Bierfest machen, aber ob es Sinn macht, ist die Frage", stellte Schramm fest. Sowohl Christina Flauder (SPD) als auch Wolfram Brehm (CSU) hielten es in der Diskussion für dringend nötig, "dass für die Händler Ruhe einkehrt". Und plädierten für die Verschiebung der Bauarbeiten auf nächstes Frühjahr.

Hinzu kommt, wie der Oberbürgermeister ins Gespräch brachte, dass die Kulmbacher den neu gestalteten EKU-Platz, so wie er geplant ist, noch nicht einmal gesehen haben und "genießen konnten". Denn noch fehlen die vorgesehenen Pflanzkästen und die Sitzgelegenheiten, die bis dato noch nicht aufgestellt werden konnten, weil ja als erstes der Bierstadel den Vorrang hatte. "Beides ist aber bereits vorhanden."

Abseits des "Genuss-Faktors" fragte Stadtrat Hans-Dieter Herold (GOL) nach, ob die Gefahr bestehe, dass sich die Baukosten für die Klostergasse angesichts der stetig steigenden Baupreise erhöhen würden, wenn man das Projekt verschiebe. Das sei Verhandlungssache, entgegnete Henry Schramm. Wichtig sei erst einmal die Meinung des Stadtrates. Und die fiel eindeutig zugunsten der Händler aus.

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Sabine Emich

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Veröffentlicht am:
20. 07. 2018
17:20 Uhr

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Autor
Sabine Emich

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Veröffentlicht am:
20. 07. 2018
17:20 Uhr



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