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Kulmbach

Kunst, Klöß und Karaoke

Beim Brauereifest in Stadtsteinach ist es am Wochenende hoch hergegangen. Neben dem Gerstensaft standen diesmal die Hits der 50er- und 60er-Jahre im Mittelpunkt.



"Ein Prosit der Gemütlichkeit!" Mit nur einem Hammerschlag brachte Bürgermeister Roland Wolfrum das Schübel-Bier zum Laufen. Foto: Werner Reißaus
"Ein Prosit der Gemütlichkeit!" Mit nur einem Hammerschlag brachte Bürgermeister Roland Wolfrum das Schübel-Bier zum Laufen. Foto: Werner Reißaus  

Stadtsteinach - Die Verbundenheit der Stadtsteinacher zu ihrer Brauerei spürt man allenthalben. So auch beim Brauereifest, zu dem die Familie Schübel-Münch am Wochenende ins Festzelt an der Knollenstraße eingeladen hatte. Und dort war wieder drei Tage lang von Freitag bis Sonntag viel geboten, und es wurde fröhlich miteinander gefeiert. Los ging es am Freitagabend mit dem Bieranstich durch das Stadtoberhaupt Roland Wolfrum, der mit nur einem Hammerschlag das Schübelbier zum Laufen brachte. Franz Schübel stellte dazu anerkennend fest: "Das bringt ja nicht einmal der OB von München fertig!"

Brauereiführungen

Für Gruppen bietet Schübel auch Brauereiführungen an. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt zehn Personen. An die rund einstündige Führung schließt sich eine Brotzeit mit Bierprobe an. Termine gibt es nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 09225/956482 an. Treffpunkt ist dann am Brauerei-Eingang, Knollenstraße 12.


Braumeister Jürgen Münch verwies in seiner Begrüßung darauf, dass das Brauereifest in diesem Jahr ganz anders eröffnet wurde. Nicht mit einer hochkarätigen Politveranstaltung, sondern mit "Kunst und Klöß", einer pfiffigen Idee, die - wie kann es anders sein - beim Marktplatztreiben am Faschingssonntag entstand. Mit der Kunst, für die Stadtrat Wolfgang Martin verantwortlich war, war auch die Gastwirtsfamilie Reuther mit im Boot, oder besser gesagt im Festzelt, denn sie kochte zum Bierkrustenbraten bunte Klöß. Und zum Essen gehörte natürlich auch ein Bier, das beim Anstich nicht nur den Stadträten, sondern auch Landrat Klaus Peter Söllner mundete, der freilich auf "heißem Fuß" im Festzelt war, denn er wollte das Auftaktspiel "seiner Bayern" gegen Hertha BSC Berlin nicht verpassen.

Und was die Kunst angeht, da würdigte Braumeister Jürgen Münch vor allem die Ideen und die Arbeit von Wolfgang Martin, der erstmals im Jahr 2011 als "Verpackungskünstler" aufgetreten war. Sein großes Vorbild: Christo, der 1995 den Reichstag in Berlin verhüllt hat. Da hatte der Stadtsteinacher Stadtrat das Sudhaus der Brauerei großflächig mit Schaum versehen, also Bierschaum, der ja zum Bier gehört wie das Salz in der Suppe. Und in diesem Jahr hatte sich Wolfgang Martin als Motto den Biertransport vorgenommen, denn immerhin bringt es die Brauerei Schübel auf jährlich rund 100 000 Kilometer. Im Klartext bedeutet dies, dass der Bierlaster fast zweimal die Erdkugel umkurvt.

Wolfgang Martin sorgte auch dafür, dass am Freitagabend Schlager der 50er- und 60er-Jahre zu hören waren, dabei als Karaoke, eine weltweit bekannte Freizeitbeschäftigung und eigentlich ein Partyspiel aus Japan. Das Festzelt wurde auch in die damalige Zeit mit einer passenden Bestuhlung versetzt. Erstaunlich viele Besucher hatten den Mut, bekannte Instrumental-Playback Musikstücke live ins Mikrofon zu singen.

Die Jury um Wolfgang Martin, Franz Söllner, Elisabeth Schübel, Michael Sünkel, Jonas Gleich, Tobias Schöffel und Susanne Schraudner leitete den Wettbewerb. Die Brauerei-Chefin Andrea Schübel-Münch versuchte sich mit dem Lied "Griechischer Wein", Wolfgang Martin mit "Über sieben Brücken musst Du gehen" und das Ehepaar Knud und Hermanita Espig gefiel mit dem Hit von Udo Jürgens "Mit 66 Jahren" im Duett. Die Gewinner der beim Karaoke ausgelosten Rundflüge um Stadtsteinach waren Edith Schultheiß und Jens Pöhner.

Gut angenommen wurde auch der "Fränkische Abend" mit dem Duo "Red Balloon" und beim Mittagstisch am Sonntagnachmittag gab die Gastwirtsfamilie Reuther ihr Bestes. Bei Kaffee und Kuchen fand das Brauereifest seinen Ausklang, dabei mit 40 verschiedenen Torten der Landjugend Zaubach. Unentwegte Schübel-Fans feierten aber noch bis in die Abendstunden.

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Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
19. 08. 2019
17:10 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
19. 08. 2019
17:10 Uhr



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