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Kulmbach

Kunst aus geschweißten Drähten

In der Sparkasse ist den ganzen Monat eine Ausstellung mit recht ungewöhnten Exponaten zu sehen. Die Künstlerin fiel schon ihrer Kindheit mit ihrer Begabung auf.



Betrachten eine der Stahlplastiken von Stefanie Welk (dritte von links) bei der Vernissage (von links): Stadtrat Thomas Nagel, stellvertretende Landrätin Christina Flauder, Kunsthistoriker Dr. Matthias Liebel, Cornelia Morsch (stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins), Sparkassendirektor Rainer Strobel, Landrat Klaus Peter Söllner und Stadtrat Lothar Seyfferth.	Foto: Rainer Unger
Betrachten eine der Stahlplastiken von Stefanie Welk (dritte von links) bei der Vernissage (von links): Stadtrat Thomas Nagel, stellvertretende Landrätin Christina Flauder, Kunsthistoriker Dr. Matthias Liebel, Cornelia Morsch (stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins), Sparkassendirektor Rainer Strobel, Landrat Klaus Peter Söllner und Stadtrat Lothar Seyfferth. Foto: Rainer Unger  

Kulmbach - Unter dem Titel "Zwischen Energie und Materie" zeigt der Kunstverein Kulmbach in den Räumen der Sparkasse deren Öffnungszeiten Stahlplastiken von Stefanie Welk. Die Künstlerin verwendet dicke Drähte aus Edelstahl oder Kupfer und massive Metallstangen, die sie biegt und formt, knotet und zusammenschweißt. Bei den handwerklich solide ausgeführten Arbeiten kommen Schweißgeräte und Zangen zum Einsatz.

Info

Die Ausstellung ist bis zum 29. November in der Hauptgeschäftsstelle der Kumbacher Sparkasse jeweils während den Öffnungszeiten der Bank zu sehen.


Kunsthistoriker Dr. Matthias Liebel aus Bamberg führte in seiner Laudatio am Freitag bei der Eröffnung aus, Stefanie Welk schafft überwiegend plastische Arbeiten in Form gebogener und zusammen geschweißter Drähte oder Metallstangen, als strukturell verdichtete Liniengebilde sozusagen, die ein wenig wie großformatige, ins Dreidimensionale übertragene Zeichnungen anmuten.

Schon in ihrer Schulzeit begann die gebürtige Heidelbergerin sich mit den gestalterischen Möglichkeiten des bildnerischen Ausdrucks zu befassen, sie malte, zeichnete und schuf plastische Arbeiten.

Als 15-Jährige erhielt sie eine Medaille für den Plakatentwurf des europäischen Wettbewerbs "Jugend sieht Europa", zwei Jahre später das Stipendium des Deutschen Bundestags für einen einjährigen Amerika-Aufenthalt. 1991 gewann die damals 19-Jährige den Hauptpreis im Japan-Wettbewerb des baden-württembergischen Kultusministeriums mit Studienreise nach Japan. Zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten.

Obwohl sie in ihrer Heimatstadt Psychologie studierte, stand für sie fest, dass sie später als bildende Künstlerin tätig sein wolle, fuhr der Redner fort. Nach ihrem Diplom und einem weiteren Studium entstanden erste experimentelle Rauminstallationen. 2008 eröffnete sie ihr erstes eigenes Atelier in Heidelberg, vor fünf Jahren bezog sie neue Arbeitsräume im Industriehafen Mannheim. "Die Arbeiten, die wir in der vorliegenden Ausstellung zu sehen bekommen, beschäftigen sich größtenteils mit der menschlichen Figur, gelegentlich auf die Darstellung des Kopfes oder einer Büste reduziert, oft in voller Lebensgröße, meist jedoch ganzfigurig wiedergegeben und in körpersprachlicher Wechselwirkung zu ihrer räumlichen Umgebung - einer Umgebung, die sich die Bildfiguren zu erobern suchen und in der sie sich zurecht zu finden oder der sie, gerade umgekehrt, irgendwie zu entkommen versuchen", beschrieb Dr. Matthias Liebel die Exponate.

Die Kunstwerke von Stefanie Welk treten nicht nur in ein Spannungsverhältnis zu ihrer eigenen Umgebung, sondern auch in einem zur Wirklichkeit und in einen Dialog mit dem Betrachter. Der Betrachter schreibt den Bildfiguren ihre Gemütsverfassung zu, erläuterte der Referent.

In den Arbeiten zeigt sich, dass die psychologische Ausbildung von Stefanie Welk nicht ohne Einfluss auf ihr künstlerisches Schaffen geblieben ist. "Die Figuren werden als anthropomorph verdichtete Linienstrukturen aufgefasst, die den menschlichen Leib als ineinander verwobene Energiestränge beschreiben. Die Figur an sich wird in ihrer organischen Stofflichkeit aufgelöst und stattdessen als energetisches Geflecht interpretiert", stellte Dr. Matthias Liebel heraus. Ergänzt wird die Exposition mit mehreren abstrakten Arbeiten.

Die stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins, Cornelia Morsch, freute sich, dass der Kunstverein bereits zum fünften Mal in Zusammenarbeit mit der Sparkasse eine Ausstellung in deren Hauptstelle präsentiere. Es handelt sich dieses Mal um eine ganz besondere Exposition, die zu zeigen der Kunstverein gar nicht die Räume hätte.

Ihr Dank galt dem Projektleiter seitens des Kunstvereins, Roland Friedrich, und Emily Schramm, die für die Sparkasse als Organisatorin verantwortlich zeichnet.

Landrat Klaus Peter Söllner verwies anschließend darauf, welch hohen Stellenwert Kunst und Kultur in der Stadt und im Landkreis inne habe. Die Sparkasse sei prädestiniert für solche Ausstellungen, die Kunstwerke kommen hier hervorragend zur Geltung und bereichern den Raum. Für die musikalische Ausgestaltung der Vernissage sorgte die T-Jazz Combo.

Zu den Gästen zählten unter anderem der Kulmbacher Ehrenbürger Hans Albert Ruckdeschel und seine Ehefrau Margit.

Autor

Rainer Unger
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Veröffentlicht am:
05. 11. 2018
00:00 Uhr

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Rainer Unger

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05. 11. 2018
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