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Kulmbach

Lernen mit Bohnen und Reis

Die Interdisziplinäre Frühförderung der AWO ist 40 Jahre alt. Sie ist eine von 46 Einrichtungen und Diensten, die die Arbeiterwohlfahrt in Stadt- und Landkreis unterhält.



Mit viel Liebe nimmt sich Andrea Heerdegen ihrer Schützlinge an.	Foto: gf
Mit viel Liebe nimmt sich Andrea Heerdegen ihrer Schützlinge an. Foto: gf  

Kulmbach - Die Leiterin der AWO-Frühförderung, Andrea Heerdegen, sitzt auf dem Boden im Therapieraum in der Georg-Hagen-Straße. Ihr gegenüber ein dreijähriges Mädchen. In einer Schale befinden sich Bohnen und bunte Spielzeugwürmer. Mit Zangen suchen das Mädchen und die Sozialpädagogin die Tierchen aus dem Gefäß. Spielerisch und emphatisch motiviert Andrea Heerdegen immer wieder das Kind, das kieksend lacht, wenn ihr die schwierige Aufgabe gelingt. "Das sind feinmotorische Übungen", erklärt Andrea Heerdegen.

Was 1979 in einem Schulraum der heutigen Werner-Grampp-Schule mit wenigen Kindern und zwei Mitarbeitern begann, ist heute ein Hilfsangebot, das 190 Jungen und Mädchen und deren Eltern im Landkreis Kulmbach in Anspruch nehmen. Andrea Heerdegen erklärt: "Wir sind kontinuierlich gewachsen." Denn der Bedarf an dem Hilfsangebot steigt stetig: "Es gibt immer mehr Kinder mit leichten Entwicklungsverzögerungen - in der Sprache, Motorik oder emotionaler Entwicklung."

Doch das liegt keineswegs daran, dass immer mehr Jungen und Mädchen mit Handicap auf die Welt kommen. Vielmehr: "Es wird mehr Augenmerk auf die Individualentwicklung gelegt. Sei es durch die Vorsorgeuntersuchungen durch den Arzt oder durch Kindertagestätten und Eltern", so die 58-Jährige. So stehen mittlerweile 16 Fachkräfte der AWO - Logopäden, Ergotherapeuten, Heil- und Sozialpädagogen sowie eine Psychologin - für therapeutische Angebote und ambulante Therapien bereit. Sie besuchen die Familien zu Hause oder die Kinder in den Tagesstätten, um mit ihnen zu arbeiten. Dazu kommen viele Kooperationspartner wie Physiotherapie- oder Logopädiepraxen.

Die Mitarbeiter der Frühförderung sind zugleich Berater für Eltern und Betreuungseinrichtungen. Hierbei geht es zum Beispiel auch um die Themen, welche Schule, welche Einrichtung kann das Kind künftig besuchen. Das Angebot der Frühförderung kann jede Familie in Anspruch nehmen: "Wir nehmen uns der Jungen und Mädchen von der Geburt bis zum individuellen Schuleintritt an", erklärt Andrea Heerdegen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen und der Bezirk Oberfranken. "Wir arbeiten gut zusammen", dankt Heerdegen den Stellen. Die Frühförderung arbeitet nachdem Grundsatz: "Je früher die Hilfe kommt, desto wirksamer ist sie", sagt sie.

Frühförderung braucht es aber auch deshalb verstärkt, weil sich die Zeiten gewandelt haben: "Die Eltern sprechen weniger mit ihren Kindern, was an der vermehrten Nutzung der sozialen Medien durch Eltern und Nachwuchs liegt", sagt Heerdegen, die das immer wieder in den Familien selbst erlebt. Des Weiteren sind Eltern oftmals verunsichert: "Sie lesen im Internet etwas, was die Entwicklung betrifft, und haben Bedenken, dass dies auch auf ihr Kind zutreffen könnte. Dann stellen sich Mütter und Väter die Frage, wie mache ich es richtig?" erklärt die Fachfrau.

Andrea Heerdegen ist überzeugt, dass dem Nachwuchs viel zu viel Spielzeug zur Verfügung steht: "Da wird zum Beispiel etwas mit großen Tasten angeschafft, was nicht dazu beiträgt, dass die Feinmotorik geschult wird", gibt sie zu bedenken. Sie rät, zu einfacherem: "Besser ist da, eine Schüssel mit Reis und Nudeln zu füllen und die Kinder damit spielen und experimentieren zu lassen. Und das Rummatschen macht den Kleinen eh Spaß." Andrea Heerdegen sagt: "Jeder, der Sorge um die Entwicklung seines Kindes hat, kann gerne einen Beratungstermin wahrnehmen."

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
06. 07. 2019
00:00 Uhr

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Autor

Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
06. 07. 2019
00:00 Uhr



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