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Kulmbach

Lieber klein, aber fein

Wie sieht Wohnen in der Zukunft in Stadtsteinach aus? Die SPD macht sich dazu Gedanken und bringt auch Mehrgenerationenhäuser ins Spiel. Große Wohngebiete sollen es aber eher nicht sein.



Um die mittel- bis langfristige Schaffung von Wohnraum in Stadtsteinach ging es beim jüngsten "Treffen an der Feuertonne" des SPD-Ortsvereins am "Rodelhang". Rechts im Bild SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Bürgermeister Roland Wolfrum.	Foto: Klaus Klaschka
Um die mittel- bis langfristige Schaffung von Wohnraum in Stadtsteinach ging es beim jüngsten "Treffen an der Feuertonne" des SPD-Ortsvereins am "Rodelhang". Rechts im Bild SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Bürgermeister Roland Wolfrum. Foto: Klaus Klaschka  

Stadtsteinach - Es besteht in Stadtsteinach zwar keine gravierende Wohnungsnot wie in Großstädten, jedoch ist das Angebot an Mietwohnungen oder auch das an Baugrundstücken beschränkt. Zudem ändern sich die Wohn- und Lebensgewohnheiten der Menschen. Diesen Umständen muss sich auch Stadtsteinach stellen, wenn es sich weiterentwickeln will. Um diesen Themenkreis drehte sich das jüngste "Treffen an der Feuertonne", das der Stadtsteinacher SPD-Ortsverein regelmäßig zu unterschiedlichen Themen an verschiedenen Orten in der Stadt anbietet.

Mehrgenerationen-Wohnen

Ein Mehrgenerationenhaus ist eine generationenübergreifende Haus- oder Wohngemeinschaft, die als langfristig angelegte Lebensform für das freiwillige Zusammenleben mehrerer unabhängiger und verschieden alter Personen in einer sehr großen Wohnung oder einem Haus gewählt wurde. Es handelt sich dabei in der Regel um mindestens zwei separate Wohneinheiten. Allgemeine Räume wie Bad, Sauna, Gemeinschaftsküche, Hobbyräume, Atelier, Gästezimmer, eventuell Wohnzimmer und Gartenflächen werden dabei nach vereinbarten Regeln gemeinsam genutzt. Mehrgenerationenwohnen basiert auf dem Wunsch, das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt neu zu beleben. Der so verwendete Begriff steht damit bewusst gegen Formen des Generationenkonflikts. Oft wird als Bezugspunkt in diesem Zusammenhang das Zusammenleben in Großfamilien genannt, in denen der Alltag von mehreren Generationen gemeinsam gemeistert wird.


Die Stadt werde und könne sich zwar nicht als Wohnungsbauunternehmer betätigen, stehe aber sowohl für Bauwillige als auch für Käufer von Bestandsimmobilien und für Interessenten an Mietwohnungen zur Verfügung. Sozusagen als Mittler, erklärte SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Bürgermeister Roland Wolfrum vor Ort am Treffpunkt "Rodelhang" gegenüber dem städtischen Friedhof. Dort tut sich hinter einer Hecke ein breites Hanggrundstück auf, das in eine Feuchtwiese mündet, die im hinteren Teil von großen Bäumen umsäumt ist - ein unverbaubares Stück Land, nahezu mitten in der Stadt, zumindest aber mit Infrastuktur in fußläufig erreichbarer Nähe: Supermarkt, Baumarkt, Ärzte, Apotheke, Metzger, Bäcker und Bank sind im Umfeld angesiedelt.

Der "Rodelhang" ist im städtischen Bebauungsplan als Fläche "für öffentliche Zwecke" verzeichnet. Aber nicht nur er, es gibt weitere Flächen, die für eine Bebauung innerhalb der bestehenden Besiedlung geeignet sind: ein Gelände hinter dem Friedhof und ein weiteres hinter dem neuen Rewe-Markt zum Beispiel. "Das heißt aber nicht, dass dort sofort gebaut werden kann", bedeutete Wolfrum. "Die Grundstücke gehören der Stadt nur zu einem Teil oder gar nicht. Um bauen zu können, müssten die jetzigen Eigentümer erst einmal zum Verkauf bereit sein." Das könne die Stadt nicht verordnen.

Man solle sich, vielleicht ab 2020, aber mit Baumöglichkeiten in der Stadt beschäftigen, sagte Wolfrum. Wohnungsbauunternehmer oder Baugenossenschaften hätten im Augenblick kein Interesse, in Stadtsteinach zu investieren. Da habe man bereits vorgefühlt. Dennoch solle die Stadt beizeiten vorsorgen. Ein größeres neues Baugebiet auszuweisen, sei allerdings nicht unbedingt ratsam. Zum einen wolle man die Landschaft nicht zersiedeln, zum anderen müsse die Stadt dann in Vorleistung treten, "und da ist schnell eine Million für Leitungen, Kanal und Straßen vergraben".

Vorsorge, wenn auch zunächst planerisch oder mit Gedankenspielen, solle man allerdings treffen. Stadtrat Wolfgang Hoderlein schwebt Mehrgenerationen-Wohnen vor. Ältere bräuchten bestimmte Wohnbedingungen, barrierefrei zum Beispiel, und hätten Bedarf an eher kleineren Wohnungen, wollten aber nicht unbedingt in Senioren-Wohnblöcken unterkommen. Junge Familien wären andererseits dankbar, wenn sie in nächster Nachbarschaft jemanden hätten, der auf die Kinder aufpasst - so wie es früher war, als Opa und Oma für die Kinder da waren, wenn die Eltern auf der Arbeit waren. Im Gegenzug könnten die Älteren von gelegentlichen Hilfen der Jüngeren profitieren.

Nach wie vor besteht Interesse an individuellem Wohnungsbau in Stadtsteinach, sagte Bürgermeister Wolfrum. Ein Häuschen mit Garten drumherum könne sich aber nicht unbedingt mehr jeder leisten, schob Stadtrat Knud Espig ein. Deshalb solle man auch für weitere Mietwohnungen sorgen. Auf diesem Gebiet seien Städte im ländlichen Gebiet fast im Vorteil - zumindest was die Preissituation betrifft.

Überhaupt, so stellte Roland Wolfrum fest, lebe man in kleinen Städten wie Stadtsteinach nicht anonym: "Hier kennt fast jeder noch jeden." Das gelte auch für die Stadtteile mit dörflichem Charakter. "Dort gibt es noch Dorfgemeinschaften, die sich selbst um Spielplätze oder Gemeinschafthäuser kümmern oder sich zum einen und anderen gemeinsamen Fest treffen."

Autor
Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
17:44 Uhr

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
17:44 Uhr



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