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Kulmbach

Macht Söder die Plassenburg zur Chefsache?

Bayerns Heimatminister hat ein Konzept zur Verkehrserschließung der Burg in Auftrag gegeben. Auch eine Erweiterung der Museen ist geplant.



Unter anderem mit einer besseren Verkehrserschließung und einer Erweiterung der Museen will das bayerische Finanz- und Heimatministerium wieder mehr Besucher auf das Kulmbacher Wahrzeichen, die Plassenburg, locken.	Foto: BSV/Hajo Dietz
Unter anderem mit einer besseren Verkehrserschließung und einer Erweiterung der Museen will das bayerische Finanz- und Heimatministerium wieder mehr Besucher auf das Kulmbacher Wahrzeichen, die Plassenburg, locken. Foto: BSV/Hajo Dietz  

Kulmbach - Der Bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder fehlte zwar am 2. September bei dem von über 4500 Besuchern begangenen Tag der offenen Plassenburg, doch vergessen hat er das Kulmbacher Wahrzeichen offenbar nicht. Und wohl auch nicht die rückläufigen Besucherzahlen. Wie aus einer Pressemitteilung des Finanzministeriums hervorgeht, soll es nun tatsächlich eine Verbesserung der Verkehrserschließung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Kulmbach und dem Landesdenkmalrat geben. Derzeit können Privatleute ausschließlich zu Fuß oder mit dem Buspendel auf die Burg gelangen. Für Privatwagen ist die Zufahrt zur Burg gesperrt.

Das BayernWLAN Plassenburg

Das BayernWLAN ist nach ersten Erfahrungen bereits etwa einhundert Meter vor dem Burgtor am Festungsberg nutzbar. Im Kasernenhof und Schönen Hof läuft es recht gut, ebenso östlich der Langen Batterie bis zum Rand des Buchwalds. Kaum Empfang hingegen gibt es im südlichen Wallgaben oberhalb der Stadt und entlang des Bier- und des Philosophenwegs. Auf dem sogenannten Schatzparkplatz funktioniert es hingegen wieder vorzüglich.

Auf der Burg erscheint bei der Suche nach W-Lan-Netzen die Kennung @BayernWLAN. Es sind keine Passwörter und keine Anmeldedaten erforderlich, eine Registrierung ist nicht nötig, der Jugendschutz ist durch Filter garantiert.

 

Zuletzt hatte es hier im Frühjahr einen Vorstoß des Kulmbacher Oberbürgermeisters Henry Schramm für eine Durchfahrtsmöglichkeit für Personenwagen durch das Festungstor, den Kasernenhof und das Buchwaldtor gegeben. Ziel war es, Autofahrern Parkmöglichkeiten auf dem hohen Festungsberg östlich der Burg hinter der sogenannten Langen Batterie zu ermöglichen. Allerdings müssten die Fahrzeuge dann durch zwei sehr enge Tore und an den architektonischen Kostbarkeiten des Kasernenhofs vorbeimanövrieren.

Dies wiederum hatte den Landesdenkmalrat auf den Plan gerufen, dessen Vorsitzender, der frühere Staatsminister Alfons Goppel, sich Anfang Juni vor Ort ein Bild von der Situation machte. Bisher ist von Seiten des Landesdenkmalrats keine weitere Stellungnahme zur Plassenburg bekannt geworden.

Jetzt hat sich der Bayerische Finanz- und Heimatminister Söder der Plassenburg angenommen. Der Hausherr des Kulmbacher Wahrzeichens, das von der Bayerischen Schlösserverwaltung verwaltet wird, teilte nun mit: "Eine qualifizierte Fachfirma wird zur Erstellung eines unabhängigen Gutachtens zur denkmalgerechten und sicheren Erschließung beauftragt." Und es soll schnell gehen: Mit ersten Ergebnissen rechnet der Minister bereits für 2018.

Gleichzeitig müsse aber auch das Angebot verbessert werden, das in der Plassenburg geboten werde. Man plane von Seiten der Bayerischen Schlösserverwaltung daher bereits eine Aufwertung der staatlichen Museen "Die Hohenzollern in Franken" und "Armeemuseum Friedrich der Große". Sie befinden sich im Nord- und Ostflügel der um den Schönen Hof errichteten Hochburg. "So werden nun laufend neue Exponate im Hohenzollernmuseum präsentiert", heißt es in der Mitteilung des Finanzministers. Drei herausragende Hohenzollernporträts, Anfang des 17. Jahrhunderts von einem bisher unbekannten Künstler in Öl auf Kupfer gemalt, bereichern daher seit einigen Tagen das Museum.

Weitere Projekte sind laut Söder bereits in Angriff genommen worden: "Ab dem kommenden Jahr wird ein Holzmodell die Plassenburg im historischen Zustand um 1800 zeigen." Das von Experten der Bayerischen Schlösserverwaltung geplante, maßstabsgetreue Modell wird aktuell gerade gefertigt und einen fünfstelligen Euro-Betrag kosten. Es soll künftig den Besuchern zeigen, wie die Plassenburg in unzerstörtem Zustand kurz vor dem Angriff der Truppen Napoleons im Jahr 1806 mit voll ausgebauten Festungswerken, der noch intakten Hohen Bastei und den vielen verlorenen Burgtoren einst ausgesehen hat.

Eine größere Erweiterung mit vielen neuen Exponaten wird es auch im staatlichen Armeemuseum "Friedrich der Große" im Nordflügel der Hochburg geben. Hier benötigt man laut Minister Platz für neue einzigartige Exponate, darunter ein original erhaltenes preußisches Offizierszelt aus der Zeit um 1760. Wohin genau sich das Museum ausdehnen wird, konnte von Seiten des Ministeriums noch nicht mitgeteilt werden. Die Planungen dafür liefen aktuell.

Aber nicht nur für die Zukunft gab der Minister Ausblicke. Eine konkrete Neuerung konnte er schon vorweisen, die seit einigen Tagen die Plassenburg unsichtbar bereichert. "Seit Samstag kann auf der Plassenburg ob Kulmbach kostenlos, rund um die Uhr, ohne Begrenzung, sicher und mit Jugendschutzfilter im Internet gesurft werden", teilte Söder aus Anlass der Freischaltung der auf dem gesamten Burgareal verteilten Hotspots mit. "Mit dem neuen modernen Serviceangebot können die Besucher direkt vor Ort mehr Informationen über die Plassenburg abrufen und Erinnerungsfotos versenden."

Die Ausstattung der Plassenburg mit einem freien W-Lan ist Teil einer Offensive des Freistaats Bayern. Der Minister betonte dabei: "Mit dem BayernWLAN erhält jede Stadt und jede Gemeinde die Möglichkeit, Bürgern und Touristen an ihren attraktiven Plätzen die digitale Welt zu erschließen."

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Holger Peilnsteiner
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Veröffentlicht am:
12. 09. 2017
00:00 Uhr

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Holger Peilnsteiner

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2017
00:00 Uhr



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