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Kulmbach

Mehr Hausärzte und mehr Pflege werden gebraucht

Die Gesundheitsregion plus stellt die Ergebnisse ihrer Bedarfsanalyse für den Landkreis Kulmbach vor. Er muss vor allem die Versorgung der älteren Menschen sicherstellen.



Kulmbach - Der Kommunalpolitik stellen sich in naher Zukunft neue Herausforderungen. Das zeigt eine Studie der Gesundheitsregion plus. Annekatrin Bütterich, Geschäftsstellenleiterin des Projekts, stellte die Bedarfsanalyse im Kreistag vor. Sie enthält eine ganze Reihe von Aufträgen für Kommunalpolitiker, die nun Vorsorge treffen müssen.

Gesundheitsregion plus

Die Gesundheitsregion plus ist ein Netzwerk aus Fachleuten, Kommunalpolitikern und Bürgern. Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert das Projekt. Das Ministerium trägt die Kosten für die fachliche Leitung zu 70 Prozent. Der Landkreis Kulmbach gehört seit dem vergangenen Jahr dazu. Die aktuelle Bedarfsanalyse hat das Institut SAGS mit Sitz in Augsburg durchgeführt.


Die Studie beruht auf Daten, die in der Zeit von September 2018 bis Oktober 2019 bei Bürgern und Gemeinden abgefragt wurden. Ziel der Befragung war es, mehr über die Lebens- und Arbeitssituation, das Wohlbefinden und über den Gesundheitszustand der Bürger zu erfahren. Aufgabe war es aber auch, Vorstellungen, Bedarfe und Wünsche abzufragen, sodass der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen ein besseres Versorgungsangebot und vorbeugende gesundheitsförderliche Maßnahmen bereitstellen kann. Bei der Bürgerbefragung haben rund 37 Prozent der Angefragten geantwortet. An der Umfrage unter den Gemeinden hätten sich 22 Orte beteiligt, so Annekatrin Bütterich. Für die Analyse sei auch auf das Seniorenkonzept für den Landkreis aus dem Jahr 2010 zurückgegriffen worden. Inhalt der Studie sind auch die Zahlen zur Entwicklung der Bevölkerung: Lebten im Landkreis Kulmbach 1960 noch rund 75 000 Einwohner, so werden es laut Prognose im Jahr 2037 nur noch knapp 65 000 sein. Die Bewohner des Landkreises werden zudem im Durchschnitt immer älter.

Aus der Studie ergeben sich Empfehlungen. Handlungsbedarf bestehe im Bereich der hausärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung. Ein Handlungsfeld bestehe auch bei der Pflege für ältere Menschen. Zudem müsse ein Angebot geschaffen werden, das Ältere und Jüngere zusammenführe. Die Studie lässt auch die Zuwanderer nicht außer Acht, die in die heimische Gesellschaft eingegliedert werden sollen. Landrat Klaus Peter Söllner zum Abschluss: "Wir müssen unsere Schlüsse daraus ziehen und Kommunalpolitik daraus machen." Die Empfehlungen stellten dem Landkreis und seinen Gemeinden eine Daueraufgabe.

Für ihre Arbeit nimmt die Gesundheitsregion plus an, Gesundheit entstehe im Alltag. Faktoren wie Alter, Lebensstil, Arbeitsbedingungen und soziale Kontakte könnten Gesundheit beeinflussen. Das Projekt Gesundheitsregion plus hat das Ziel, unter anderem die gesundheitliche Situation der Bürger im Landkreis zu verbessern. Dafür soll bei der kommunalen Gesundheitsförderung und der medizinischen Vorsorge angesetzt werden. Dafür sollen die Fachleute mit den Bürgern in den Kommunen zusammenwirken. Gemeinsam werden sodann nach der Bestands- und Bedarfsanalyse Ziele bestimmt, die nächsten Schritte festgelegt und der Weg zu einem gesünderen und besser medizinisch versorgtem Landkreis eingeschlagen.

Das Ganze hat schon jetzt einen praktischen Nutzen für die Bürger: Der Landkreis kommt in den Genuss eines Programms der AOK-Bayern, das sich an Menschen ab 60 Jahren wendet. Danach ist geplant, in Thurnau, Neudrossenfeld, Mainleus und Kulmbach sogenannte Gewinn-Gruppen zu gründen. Weitere Gemeinden können hinzukommen. Es ist auch möglich, dass sich bereits bestehende Lauf- oder Hobbykünstlergruppen anschließen. Die Teilnehmer erwerben Wissen und können gemeinsam aktiv werden. Dabei geht es um Ernährung, Bewegung, Entspannung und digitale Medien. Ein weiterer Baustein ist der Umgang mit Smartphones und Tablets sowie die Recherche nach vertrauenswürdigen Quellen. Der Austausch in der Gruppe fördere zudem die eigene Selbstfürsorge und soziale Teilhabe, was die Herausforderungen des Alltags leichter meistern lasse, wie beispielsweise bei einer chronischen Erkrankung.

Autor

Udo Bartsch
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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
18:04 Uhr

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Autor

Udo Bartsch

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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
18:04 Uhr



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