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Kulmbach

Mehr als eine Frage des Geschmacks

Für den umstrittenen Wohnhausneubau in Petzmannsberg liegen die Alternativen auf dem Tisch. Die zusätzlichen Vorschläge sind optisch gefälliger, aber auch teurer.



So könnte das neue Mietshaus der Städtebau Kulmbach in Petzmannsberg aussehen. Die Variante mit Mansarddach wäre mit vier Millionen Euro am teuersten. Der Stadtrat wird nun darüber entscheiden. Visualisierung: Stadt Kulmbach
So könnte das neue Mietshaus der Städtebau Kulmbach in Petzmannsberg aussehen. Die Variante mit Mansarddach wäre mit vier Millionen Euro am teuersten. Der Stadtrat wird nun darüber entscheiden. Visualisierung: Stadt Kulmbach   » zu den Bildern

Kulmbach - Nach langen Verzögerungen geht es mit dem Projekt für sozialen Wohnungsbau in Petzmannsberg allmählich voran. Oberbürgermeister Ingo Lehmann, die Stadträte und die Verwaltung haben mit den Bürgern des Kulmbacher Stadtteils darüber diskutiert, wie das Anwesen Nummer 27 künftig aussehen könnte. Zusätzlich zu der kritisierten Flachdachlösung stehen nun zwei Alternativen zur Auswahl.

Die drei Varianten

Die Städtebau Kulmbach GmbH will in Petzmannsberg ein neues Mehrfamilienwohnhaus für 13 Parteien errichten. Drei Varianten der architektonischen Gestaltung stehen dabei zur Wahl.

Variante eins: Wohnhaus mit Flachdach für 3,8 Millionen Euro.

Variante zwei: Wohnhaus mit Mansarddach für vier Millionen Euro.

Variante drei: Wohnhaus mit Flachdach und optisch abgesetztem Obergeschoss für 3,84 Millionen Euro. sli


Es ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch des Geldes. Das wurde bei dem Ortstermin deutlich. In der ursprünglich geplanten Flachdachvariante liegen die Kosten bei 3,8 Millionen Euro, erklärt Bernd Ohnemüller, der Leiter der Städtebau Kulmbach GmbH. Für den neuen Vorschlag, ein Mansarddach mit abgeknickten Dachflächen zu errichten, müsste die Stadt mit rund 200 000 Euro Mehrkosten kalkulieren. Die dritte Variante mit Flachdach und einem optisch abgesetzten Obergeschoss würde 40 000 Euro zusätzlich kosten.

Alle drei von Architekt Tino Heß präsentierten Entwürfe haben ihre Vorzüge und Nachteile. Entsprechend gibt es für jedes Modell Befürworter und Gegner. Die Planer haben beim Ortstermin anhand von Bildern gezeigt, wie sich die jeweiligen Häuser in die bestehende Bebauung einfügen könnten.

Sicher scheint bislang nur, dass das bestehende Laubenganghaus aus den 1960er-Jahren marode und reif für den Abriss ist. Die letzte Mieterin, die sich geweigert hatte auszuziehen und vor Gericht unterlegen war, wohnt mittlerweile nicht mehr dort. Nun stehen die letzten Wochen des Mietshauses in Petzmannsberg wenige Meter oberhalb des Weberhofs bevor. Bernd Ohnemüller rechnet damit, dass schon im kommenden Monat die Abrissarbeiten beginnen und der Neubau dann 2021 umgesetzt werden kann. Als Einzugstermin für die ersten Mieter ist Ostern 2022 veranschlagt worden.

Der Stadtrat wird in seiner Sitzung Ende September darüber abstimmen, wie das künftige Wohnhaus Petzmannsberg 27 aussehen soll. Der erste Entwurf, der eine einfache Flachdachlösung vorgesehen hat, scheint nun vom Tisch zu sein.

"Das ursprünglich geplante Flachdach stieß bei vielen Anwohnern auf Kritik", sagt Oberbürgermeister Lehmann. "Ich möchte keine Entscheidung über die Köpfe der Bürger hinweg treffen." Deshalb sei der Stadtrat dazu eingeladen worden, um mit den Menschen im direkten Umfeld des Neubaus ein Gespräch und einen Gedankenaustausch zu suchen und die Wünsche und Bedenken zu diskutieren. Ziel sei es, mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu schaffen, betont der Oberbürgermeister.

Zuvor hatten sich bei einer Unterschriftensammlung viele Anwohner gegen die Pläne der Stadt ausgesprochen. Sie wollten erreichen, dass der Neubau wie die umliegende Bebauung ein Satteldach erhält.

Das künftige Gebäude umfasst 13 Wohneinheiten. Sie sollen zum Großteil barrierefrei und rollstuhlgerecht gebaut werden. "Barrierefrei bedeutet, dass man große Flächen braucht", sagt Städtebau-Leiter Ohnemüller. Gleichzeitig soll ein günstiger Wohnpreis ermöglicht werden. Ein Flachdach habe im Vergleich zu einem Satteldach den Vorteil, dass das komplette zweite Obergeschoss für Wohnzwecke genutzt werden kann. Der Neubau habe dann mit mehr als 1170 Quadratmetern mehr als doppelt so viel Wohnfläche wie das bestehende 500 Quadratmeter umfassende alte Haus. Nun ist erneut der Stadtrat am Zug, um sich endgültig festzulegen.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
01. 09. 2020
17:02 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
01. 09. 2020
17:02 Uhr



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