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Kulmbach

Meist wird es der Nachname des Mannes

84 Prozent der Paare haben sich in Kulmbach für einen gemeinsamen Familiennamen entschieden. Damit folgen sie laut einer Studie einem bundesweitem Trend.



Meist wird es der Nachname des Mannes
Meist wird es der Nachname des Mannes  

Kulmbach - Nur einer von 16 Männern nimmt bei der Eheschließung den Nachnamen der Frau an. Zu dem Schluss kommt eine Studie der Gesellschaft der deutschen Sprache. Dennoch hat sich in den vergangenen 40 Jahren viel im Bereich der Namensgebung getan. Auch in Kulmbach.

Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache: Auch Babynamen verändern sich

Die Gesellschaft für deutsche Sprache beschäftigt sich nicht nur mit Familiennamen, sondern gibt auch seit 1977 jährlich eine Liste mit den beliebtesten Vornamen raus. Zwar werden die Zahlen für das aktuelle Jahr erst im Frühjahr herausgegeben, doch die Forscher konnten bei der Durchsicht der Daten einiger Standesämter bereits Unterschiede zur Liste des Jahres 2017 feststellen.

Der Studie zufolge bleiben Emilia und Mia als Erstnamen bei Mädchen sehr beliebt, bei Jungen sind es Noah und Ben. Auch im bundesweiten Vergleich nehmen die Namen vordere Ränge ein. Es gibt jedoch auch einige Namen, die im vergangenen Jahr beliebter geworden sind. Laut der Forscher sind die Namen Lea und Ida scheinbar häufiger geworden, auch gewinnt der Name Mila immer mehr an Beliebtheit. Namen auf L- bleiben weiter beliebt: Lea, Lina, Lena, Leni und Luisa punkteten im vergangenen Jahr. Bei Jungen stehen Milan, Theo, Henry und Liam auf den vorderen Plätzen.

Bei den Folgenamen sind Marie, Sophie und Maria bei Mädchen sowie Alexander, Maximilian, Paul und Elias bei Jungen beliebt. Häufiger können laut der Studie künftig Theresa, Elisabeth, Katharina und Franziska für Mädchen und Karl, Thomas, Andreas und Daniel bei Jungen werden. Ob diese Prognose den deutschlandweiten Trend wiedergibt, wird sich jedoch erst im Frühjahr herausstellen.

Im Jahr 2017 waren die beliebtesten Vornamen bei Mädchen Marie, Sofie / Sophie, Marie, Sofia / Sophia, Emilia, Emma, Hannah / Hanna, Anna, Mia sowie Luisa / Louisa. Bei Jungen standen die Namen Maximilian, Alexander, Paul, Elias, Ben, Noah, Leon, Louis / Luis, Jonas und Felix hoch im Kurs. Zehn Jahre zuvor waren im Jahr 1997 noch die Namen Maria / Marie, Sophia / Sophie, Julia, Laura, Anna / Anne, Sara(h), Lisa, Katharina, Vanessa und Michelle für Mädchen sowie Alexander, Maximilian, Lukas, Philipp, Daniel, Jan, Florian, Niklas, Felix und Dominik für Jungen begehrt.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache forscht nicht nur nach den beliebtesten Vornamen für Jungen und Mädchen, sondern berät auch werdende Eltern, die Schwierigkeiten bei der Namensfindung haben. Gerade Eltern, die einen Namen aus einer bestimmten Kultur, einer Sprache, mit einer gewissen Silbenzahl oder einem Anfangsbuchstaben suchen. Die Forscher erklären auch die Bedeutung der jeweiligen Namen und deren Herkunft. Sie geben auch Auskunft darüber, welche Platzierung der Name auf der aktuellen Liste der beliebtesten Vornamen hat.


Um herauszufinden, wie sich die eheliche Namensgebung in den vergangenen 40 Jahren verändert hat, haben Mitarbeiter der Gesellschaft für deutsche Sprache Daten von 174 Ämter für die Jahre 1976, 1986, 1996, 2006 und 2016 untersucht und damit rund 20 000 Eheschließungen pro Jahrgang erfasst.

Die Ergebnisse: Bei drei von vier Eheschließungen in Deutschland wird heute der Name des Mannes zum gemeinsamen Ehenamen. Die Zahl ist in den vergangenen 40 Jahren deutlich zurückgegangen - damals war es noch in 98 Prozent. Heute entscheiden sich sechs von hundert Ehepaaren für den Familiennamen der Frau. Etwa doppelt so häufig behalten beide Partner ihren eigenen Namen.

In den Unterlagen fanden die Forscher auch viele Gründe dafür, warum sich ein Paar für einen Familiennamen entschieden hat. So fanden sie heraus, dass Partner, die bereits Kinder haben oder welche erwarten, besonders häufig für einen gemeinsamen Familiennamen entscheiden. Fällt die Wahl auf den Nachnamen des Mannes, so begründen die Paare das häufig mit Tradition. Das ist auch in Kulmbach so, wie Irene Fieber, Leiterin des Standesamtes, erklärt. 84 Prozent aller Paare, die sich in diesem Jahr das Jawort gegeben haben, entschieden sich für einen gemeinsamen Namen. In 95 Prozent der Fälle entschieden sie sich für den Familiennamen des Mannes. "Der Trend geht auch weiterhin zum Namen des Mannes", sagt Fieber. Das entspreche den Forschungsergebnissen der Gesellschaft für deutsche Sprache.

Doch weshalb entscheiden sich so viele Paare für den Familiennamen des Mannes? "Weil es schon immer so war", sagt die Leiterin des Standesamtes. Dabei können sich Ehepaare bereits seit 42 Jahren für den Geburtsnamen der Frau als gemeinsamen Familiennamen entscheiden. Vor etwa 25 Jahren trat am 1. April 1994 ein Gesetz in Kraft, demzufolge nicht einmal mehr ein gemeinsamer Familiennamen Pflicht ist. Der Studie zufolge empfinden es viele Männer als unmännlich, ihren eigenen Familiennamen abzulegen. "Ob das wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen", sagt Fieber. Festgestellt hat sie aber, dass nahezu alle Männer ihren Familiennamen fortführen möchten. "Acht von zehn Paaren wissen schon genau, welchen Nachnamen sie möchten, wenn sie zu uns kommen", sagt Fieber. Sie arbeitet seit über 30 Jahren imStandesamt.

Heute haben Paare bei der Nachnamenswahl zwei Möglichkeiten, wie Fieber erklärt: Sie können entweder keine Erklärung zur Namensgebung abgeben, dann behält jeder Partner seinen eigenen. Oder sie bestimmen einen Namen. Dabei können sie entweder einen der Geburtsnamen der Verlobten wählen oder - bei Partnern, die bereits verheiratet waren - einen der Namen, die jemanden aus einer Ehe mitbringt. Laut Fieber werden aber nur selten die Nachnamen aus einer Vorehe gewählt. "Viele Frauen sind froh, wenn sie den Namen nicht mehr führen", sagt die Leiterin des Standesamtes. Eine Ausnahme gibt es: Ehepartner mit jungen Kindern, die den früheren Familiennamen tragen. "Da ist auch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit dabei, dass Eltern nicht immer erklären müssen, weshalb die Kinder einen anderen Namen haben."

Gerade junge, fortschrittliche Frauen entscheiden sich wieder deutlich häufiger für den Familiennamen ihres zukünftigen Mannes, wie Fieber in ihrer Berufspraxis beobachten kann. "Ein gewisses Traditionsbewusstsein kommt gerade bei jungen Menschen wieder auf", sagt die Leiterin des Standesamtes. Und das werde ihrer Einschätzung nach auch in Zukunft so bleiben. Darin sieht Heike Söllner als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreis Kulmbach keine Probleme: "In erster Linie sollten sich Frauen bei der Eheschließung mit der Wahl des Nachnamens auseinandersetzen." Wenn sie nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss kommen, den Namen des Mannes zu wählen, ist das für Söllner nachvollziehbar. "Gerade in einem so ländlich geprägten Landkreis ist das traditionelle Rollenbild stärker als in Städten", sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Aus diesem Grund sei es nachvollziehbar, dass sich so viele Paare für den Familiennamen des Mannes entscheiden. Gerade bei gemeinsamen Kindern sei das sinnvoll.

Acht von zehn Paaren
wissen schon genau,
welchen Nachnamen sie
möchten, wenn sie zu
uns kommen


zitat

Irene Fieber, Leiterin des
Kulmbacher Standesamtes


Gerade in einem so
ländlich geprägten Landkreis ist das traditionelle
Rollenbild stärker als in
Städten


zitat

Heike Söllner,
Gleichstellungsbeauftragte


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Christina Holzinger
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Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
17:56 Uhr

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Christina Holzinger

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
17:56 Uhr



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