Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Kulmbach

Millioneninvestition in Thurnau

Der Kranbauer Schminke erweitert seinen Betrieb im Landkreis Kulmbach. Das Geschäft floriert, das Unternehmen will für Großaufträge seiner Kunden gerüstet sein.



Das Trio an der Spitze der Firma Schminke Krantechnik: Daniel Schminke, Frank Gottwald und Fabian Schminke (von links) vor den Plänen aktueller Projekte und Entwürfe im Konstruktionsbüro. Foto: Andreas Harbach
Das Trio an der Spitze der Firma Schminke Krantechnik: Daniel Schminke, Frank Gottwald und Fabian Schminke (von links) vor den Plänen aktueller Projekte und Entwürfe im Konstruktionsbüro. Foto: Andreas Harbach  

Thurnau - Sie bauen seit drei Generationen Krananlagen und Elektrozüge. Jetzt verdoppelt die Nürnberger Schminke-Gruppe an ihrem Standort Thurnau ihre Kapazität. Über 30 der insgesamt rund 70 Mitarbeiter sind in Thurnau tätig. Zwei bis zweieinhalb Millionen Euro investiert das Unternehmen in eine zweite Fertigungshalle.

Fakten

Gegründet haben das Unternehmen Otto Schminke und sein Sohn Horst.

Neben dem Hauptsitz in Nürnberg und dem Standort Thurnau gibt es weitere Niederlassungen in Amberg-Sulzbach, Heilbronn und München.

Den Umsatz der Firma beziffert Schminke auf sieben bis acht Millionen Euro.

 

"Damit verfügen wir über eine Kapazität von 2000 Quadratmetern", sagt Daniel Schminke, der mit seinem Bruder Fabian und dem Ingenieur Frank Gottwald die Geschäfte führt. In Thurnau ist die Spezialfirma für Krananlagen und Fördertechnik seit dem Jahr 2016 ansässig. Damals wurde die Heinzel Fördertechnik GmbH in der Industriestraße hinzugekauft. Das Grundstück ist groß genug für eine Erweiterung. "Wir stoßen mit unserer Entwicklung an Grenzen und benötigen zusätzliche Flächen", sagt Daniel Schminke. "Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und das Risiko zu minimieren, ist dieser Schritt notwendig." "Für Großaufträge müssen entsprechende Maschinengrößen vorgehalten werden", ergänzt Fabian Schminke, "und da wollen wir uns nicht selbst blockieren."

 

Beide Brüder sitzen in weißen Businesshemden am Konferenztisch. Während der 45-jährige Daniel Schminke als Diplom-Kaufmann mit der Ausrichtung der Firma, Planung, Controlling und Finanzen beschäftigt ist, kümmert sich der neun Jahre jüngere Bruder um Service und Vertrieb. Der 36-jährige Kaufmann ist seit 2001 im Familienunternehmen tätig, sein Bruder Daniel seit fünf Jahren. Nach dem Studium war er zuerst bei einer Unternehmensberatung angestellt, bevor er in den Familienbetrieb wechselte.

Die Geschäftsfelder des Unternehmens sind: Kern- und Wasserkraft, Luft- und Raumfahrt, Lebensmittelindustrie und Gießerei. Je nach Kundenwunsch könnten in "reiner Handarbeit" Sonderkräne angefertigt werden, schildert Fabian Schminke. Im Grunde seien alle Produkte Prototypen und Unikate, einzeln für die speziellen Anforderungen der Kunden hergestellt. Mit ihren Sonderbauten ist die Krantechnik-Firma an der Schnittstelle zwischen Elektroindustrie, Maschinen- und Stahlbau angesiedelt. Nach den Worten von Geschäftsführer Frank Gottwald ist Schminke Krantechnik derzeit insbesondere beim Rückbau von Kernkraftanlagen gefragt. "Wir sind Vorreiter auf diesem Gebiet", stellt Gottwald fest. Der Abbau der Atomkraftwerke erfolge von innen nach außen. Das Unternehmen entwickle dabei "neue innovative Lösungen" bei den Krananlagen. Zum Beispiel würden Kransysteme für die Kuppeln benötigt, die teils einen Durchmesser von 30 Metern hätten. Die Anlagenbauer verstehen sich als Dienstleister für schwere Lasten. "Für uns ist eine Last eine Last", sagt Gottwald, "egal, ob sie aus Beton, Stahl oder aus einem radioaktiven Umfeld stammt." Die Bundesregierung will alle Kernkraftwerke bis 2022 vom Netz nehmen. Zurückbleiben darf laut den Vorgaben allein "grüne Wiese". Die Wende in der deutschen Energiepolitik ereignete sich 2011 nach dem Unglück von Fukoshima.

Die Krantechnikfirma fertigt allerdings europaweit für bestehende Atomkraftwerke. Diese "Hebezeuge" werden beim Rückbau ausgetauscht. Noch viele andere Unternehmen sind im Auftrag der Energieunternehmen Eon oder EnBW damit befasst. Mit strahlendem Material haben die Spezialisten aus Thurnau allerdings nichts zu tun. Damit werden andere beauftragt. "Wir waren aber mindestens in der Hälfte aller Atomkraftwerke auf deutschem Boden drin", mutmaßt Gottwald.

Wer für die Kernindustrie arbeite, müsse hohe Anforderungen erfüllen. Manche schreckten die Auflagen, einzuhaltenden Normen und vorzulegenden Zertifikate ab. Außerdem sei oftmals unsicher, wann ein Auftrag eingehe.

In den vergangenen 24 Monaten sei das Auftragsvolumen hoch gewesen. "Nur mit der Kerntechnik allein könnten wir nicht überleben", sagt Daniel Schminke. Daher seien Projekte wie das mit der Hochschule Hof zum Bau einer Krananlage für eine Vliesstoffhalle oder mit Abfallheizkraftwerken genauso wichtig.

Autor

Ute Eschenbacher
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
18:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anlagenbauer Atomkraftwerke Brüder Dienstleister EnBW Energie Baden-Württemberg AG Energiewirtschaftsunternehmen Eon AG Fördertechnik Gießereien Hochschule Hof Kunden Lebensmittelwirtschaft Wirtschaftsbranche Elektronik und Elektrotechnik
Thurnau
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Für ihre mehr als 50-jährige Tätigkeit dankte Karl-Heinz Schneider Mitarbeiterin Helga Dürst.

23.06.2019

3,5 Prozent Dividende ausgeschüttet

Die Raiffeisenbank Thurnauer Land ist weiter auf Wachstumskurs. Das Warengeschäft weist aber einen Rückgang von knapp sieben Prozent auf. » mehr

Wasser wird in Kulmbach nicht knapp. So kann auch Cory im Kulmbacher Ortsteil Weiher guten Gewissens ihre Blumen gießen. Foto: Gabriele Fölsche

07.07.2019

Gießverbot kein Thema

Wegen der Trockenheit wird in einigen Gemeinden Deutschlands das Wasser knapp. Warum das in Kulmbach nicht so ist, erläutert Stadtwerkechef Stephan Pröschold. » mehr

Die Mitglieder des CSU-Ortsverbandes Harsdorf staunten nicht schlecht, wie erfolgreich sich die Firma "robotif" in Altenreuth entwickelt hat und nunmehr weltweit tätig ist. Unser Bild zeigte Geschäftsführer Ingo Förster (Mitte) und sitzend (von links) Landtagsabgeordneter Martin Schöffel und der Harsdorfer Bürgermeister Günther Hübner. Foto: Werner Reißaus

03.06.2018

Der Global Player aus Altenreuth

Die Mitarbeiter von Ingo Förster sind weltweit tätig. Sie reparieren selbst in Taiwan und Australien Industrieroboter. » mehr

Um 3,5 Hektar kann der Solarpark neben der Bundesstraße erweitert werden. Des Weiteren hat der Untersteinacher Gemeinderat keine Einwände gegen ein weiteres Solarfeld bei Gumpersdorf. Dann muss aber mit Freiflächen-Photovoltaik auf Untersteinacher Gebiet Schluss sein, ist die einhellige Meinung des Gremiums.	Foto: Klaus Klaschka

19.06.2019

Nur zehn statt 46,5 Hektar

Der Gemeinderat Untersteinach befürwortet weitere Solaranlagen. Allerdings müssen sich die Bauwerber mit kleineren Flächen begnügen. » mehr

Das Gemeindehaus ist das entscheidende Kerngebäude des Tanzlindenareals in Limmersdorf. In ihm werden verschiedene Nutzungen gebündelt. Jetzt ist die Sanierung geschafft, worüber sich (von links) Bürgermeister Martin Bernreuther und sein Stellvertreter Veit Pöhlmann freuen.	Foto: Werner Reißaus

18.08.2019

Das Gemeindehaus ist fertig

550 000 Euro hat der Markt Thurnau in die Sanierung des Gebäudes in Limmersdorf investiert. Jetzt können es die Vereine wieder nutzen. » mehr

Freuen sich auf den Film: Francesca (rechts) mit ihrer Schwester Marie.

14.08.2019

Mit Leberkäs' in die Filmtage

Das Thurnauer Schloss ist ein idealer Ort für sommerliches Open-Air Kino. Das bestätigen auch die Besucher der Auftaktveranstaltung am Dienstagabend im Schlosshof. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bauarbeiten an der Radarstation der Bundeswehr am Döbraberg

Bauarbeiten an der Radarstation der Bundeswehr am Döbraberg | 20.08.2019 Döbraberg
» 11 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0 | 17.08.2019 Hof
» 120 Bilder ansehen

Autor

Ute Eschenbacher

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
18:00 Uhr



^