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Kulmbach

Mit Chlor gegen Koli-Keime

Weiterhin ist das Wasser in Untersteinach durch Bakterien belastet. Die werden jetzt mit Hilfe von Chemie bekämpft.



Engmaschig wird das Trinkwasser im Labor kontrolliert, wenn koliforme Bakterien darin gefunden wurden.
Engmaschig wird das Trinkwasser im Labor kontrolliert, wenn koliforme Bakterien darin gefunden wurden.  

Untersteinach - Nach wie vor befinden sich im Untersteinach koliforme Keime. Deswegen gilt weiterhin auch die Aufforderung an die Bevölkerung, ihr Trinkwasser abzukochen. Seit gestern wurde dem Wasser in der Gemeinde wieder Chlor zugefügt. Die Kolibakterien sterben dadurch ab. Abkochen wird aber vorerst weiterhin empfohlen, sagt die Kulmbacher Amtsärztin, Dr. Camelia Sancu. Es ist ratsam zu warten, bis das Chlor auch alle Bereiche der Wasserversorgung erreicht hat. Das wird laut Dr. Sancu einige Tage dauern. Die Bürger werden von den Behörden informiert, wann die Abkochanordnung aufgehoben werden kann.

Seit einigen Wochen schon befinden sich koliforme Bakterien im Untersteinacher Wasser. Woher sie kommen, weiß keiner. "Wir haben sehr intensiv nach der Ursache gesucht, aber das ist leider erfolglos verlaufen", sagt Dr. Sancu im Gespräch mit der Frankenpost . Die Suche gehe weiter. Allerdings gehe das nicht, wenn Chlor dem Wasser zugesetzt wird. Chlor tötet die Erreger. Aber wo keine Erreger mehr sind, kann man auch nicht danach suchen, woher sie kommen.

Vorerst gehe es aber darum, die Erreger aus dem Wasser zu entfernen und dafür zu sorgen, dass das Wasser wieder genossen werden kann, ohne dass es zuvor abgekocht werden musste.

Weiterhin werden regelmäßig Wasserproben entnommen und untersucht. "Wir ziehen an mehreren Entnahmestellen Proben", erläutert die Amtsärztin. Auch die Gemeinde habe bereits etliche Verbesserungen getroffen. Beispielsweise seien Schieber ausgetauscht worden.

In den Labors der Rothwinder Firma Analab gehört die Untersuchung von Wasserproben zum Tagesgeschäft. Das Unternehmen genießt hohes Ansehen, wenn es um Wasseranalysen geht. Biologe Dr. Jürgen Knott kennt die Problematik der koliformen Bakterien ganz genau, die auch als "Fäkalkeime" bekannt sind. Bakterien, die normalerweise im Darm leben. Wer sie unter dem Mikroskop untersucht, nimmt sie wie "rote Kommas" wahr. Bereits wenn nur ein einziges Bakterium im Trinkwasser entdeckt wird, greifen Vorsorgemaßnahmen, wird in der Regel eine "Abkochanordnung" verfügt und die Bevölkerung darüber unterrichtet.

Die Menge entscheidet, ob diese Keime Menschen schaden können. Nimmt ein Mensch ein einzelnes Bakterium auf, muss er im Normalfall nichts befürchten. Problematisch wird es allerdings, wenn eine größere Anzahl der Bakterien in den menschlichen Körper gelangt. Unter anderem Durchfälle sind dann eine mögliche Folge.

Chlor ist nach Auskunft von Dr. Knott nur eine Möglichkeit, gegen die Keime vorzugehen. Eine weitere gängige Möglichkeit ist der Einsatz von UV-Strahlen, wie der Biologe aus Rothwind erläutert.

In der Untersteinacher Gemeindeverwaltung rüsten sich jetzt die Mitarbeiter, die Bevölkerung zu informieren, sobald in einigen Tagen das Gesundheitsamt grünes Licht gibt, die Abkochanordnung wieder außer Kraft zu setzen. Verwaltungsleiter Martin Beetz rechnet damit, dass Anfang der kommenden Woche das Untersteinacher Wasser dank des jetzt eingesetzten Chlors wieder bakterienfrei ist.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
12. 10. 2017
00:00 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2017
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