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Kulmbach

Nährboden für die Kunst

Das Künstlersymposium mit 19 Kunstschaffenden auf der Plassenburg war einmal mehr ein Erfolg. Die Ergebnisse sind seit Samstag in der Großen Hofstube zu sehen.



Katja Schafarik
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Kulmbach - Kunst braucht einen Nährboden, auf dem sie gedeihen kann. Luft zum Atmen, Raum, sich zu entwickeln. Genau das finden die Künstler in Kulmbach vor, wo alljährlich ein Symposium stattfindet. In der Plassenburg haben Kunstschaffende aus allen Bereichen die Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten, sich inspirieren zu lassen, aber auch Kontakte zu knüpfen.

Stimmen zum Symposium

Angelika Kandler Seegy, Initiatorin des Symposiums: "Hier entsteht ein Energiefeld, das unglaublich ist. In der Stradt Kulmbach fühlen wir uns willkommen und erwünscht. Hier genießen wir eine fantastische Unterstützung."

Ursula Bock aus Eckental: " Es ist einfach großartig, wie ungestört wir hier arbeiten dürfen. Wir inspirieren uns gegenseitig und genießen das großartige Miteinander. Kunst braucht auch ein passendes Platzangebot, das nicht jeder in seinem Atelier hat. Hier ist es vorhanden."

Pavel Fedorov aus Leningrad: "Ich bin beeindruckt von der Harmonie, die hier vorherrscht. Ich bleibe noch bis Dezember, möchte aber auf jeden Fall wieder nach Franken zurückkehren."

Katja Schafarik aus Rehau: "Ich mag die völlig entspannte Zusammenarbeit, ganz ohne Konkurrenzdruck. Man bereichert sich gegenseitig. Ich nehme aus Kulmbach mit, wie ich eine meiner künstlerischen Ideen in konkrete Form bringen kann."


Was vor zehn Jahren begann, ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Das wurde am Samstag deutlich bei der Vernissage, bei der 19 Kunstschaffende ihre Werke präsentierten, die vom 4. bis 12.Oktober in der Großen Hofstube entstanden waren. Beim Treffen fand ein Stabwechsel statt: Angelika Kandler Seegy, die die Idee zu dieser jährlich wiederkehrenden Veranstaltung entwickelt hatte, gibt die Organisation ab. Ihre Aufgabe übernehmen künftig Hans-Dieter Jandt aus Eckental sowie die beiden Lokalmatadore Helga Hopfe und Marion Kotyba.

Mit Rosen wünschte ihnen Dr. Dieter Haegele als Vertreter der Stadt Kulmbach eine glückliche Hand. Ein Buch überreichte er Anita Magdalena Franz, der Vorsitzenden des Bundes Fränkischer Künstler, unter dessen Führung das alljährliche Symposium stattfindet. "Symposium. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet Trinkgelage", klärte Dr. Haegele auf.

Mit Trinken habe aber die Veranstaltung auf der Burg wenig zu tun. Dort träfen Qualität und Kreativität aufeinander. Neue Ideen, Inspiration, Elan und Schaffenskraft seien die positiven Folgen dieses Zusammentreffens. Er gratulierte den 19 Künstlerinnen und Künstlern zu deren Werken.

Der wohl exotischste Teilnehmer in der Künstler-Liga ist Pavel Fedorov. Der 31-jährige Russe kommt aus der Region Leningrad und weilt auf Einladung des Kunstvereins Focus Europa hier. Er wohnt in Muckenreuth (Gemeinde Neudrossenfeld), wo er seine Werke der Öffentlichkeit präsentieren wird.

Fedorov malt Landschaften in realistischem, aber auch romantischem Stil, wobei er durchaus auch Fantasy-Elemente in seine Kompositionen integriert. In Kulmbach hat er sich vom Stadtbild inspirieren lassen. Zwei seiner gegenständlichen Werke hat die Stadt erworben.

Initiatorin Angelika Kandler Seegy dankte insbesondere der Stadt Kulmbach mit OB Henry Schramm und den Mitarbeitern Hermann Müller und Sonja Decker für deren Unterstützung. "Eine Idee dieses Ausmaßes wird erst dann Wirklichkeit, wenn auch andere Menschen mit Herzblut ihre Unterstützung gewähren." Dies sei in Kulmbach der Fall, lobte die Nürnbergerin.

Die auf der Burg entstandenen Kunstwerke seien auch deshalb interessant, weil sie Produkt einer Metamorphose seien, eines langen Entwicklungsprozesses. Dieser Verwandlungsvorgang brauche Mut und persönlichen Einsatz: "Wenn eine Idee zünden soll, dann musst du selbst zur Flamme werden", verdeutlichte sie.

Die Vorsitzende des Bundes Fränkischer Künstler, Anita Magdalena Franz, freute sich über die große Bandbreite der gezeigten Werke. Darunter befinden sich Plastiken ebenso wie Gemälde in Öl, Acryl, Collagen oder auch Glasdrucke. Sie dokumentierten eine überaus facettenreiche Erlebniswelt und zeugten von der unglaublichen Energie, der gemeinschaftlichen Arbeit und der entspannten Atmosphäre, die beim Symposium vorherrsche. "Was Sie hier sehen, reflektiert die verschiedenen Richtungen der Kunst."

In besonderer Weise bedankte sich die Vorsitzende bei Sonja Decker, die 36 Jahre lang "ein besonderer Helfer" für die Kunst gewesen sei. Die Mitarbeiterin der Stadt wechselt kommendes Jahr in den Ruhestand. Würdigende Worte fand sie auch für Rose Meerwein aus Berlin, die dem Symposium von Anbeginn die Treue hält.

Die Vernissage wurde umrahmt von Musikstücken, die Steffi Rodigas und deren Sohn Dominik intonierten. Helga Hopfe schlüpfte in die Rolle einer Fleischerei-Fachverkäuferin, die so ihre liebe Mühe hatte mit der Kunst. Sie bat Angelika Kandler Seegy, in der Metzgerei ein Plakat einer Ausstellung aufzuhängen. Das Stück der Nürnbergerin trägt autobiografische Züge und zeigt, welche Schwierigkeiten entstehen können, wenn Kunst auf Schweinskopfsülze und Co. trifft.

Autor

Klaus Rössner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
00:00 Uhr

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Klaus Rössner

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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
00:00 Uhr



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