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Kulmbach

Naturbühne startet in die Saison

In London sprechen die Blumenmädchen bestes fränkisch: "Pygmalion", das Schauspiel von George Bernard Shaw, hat heute in Trebgast Premiere.



Regisseur Raik Knorscheidt
Regisseur Raik Knorscheidt   » zu den Bildern

Trebgast - Heute um 20.30 Uhr wird mit dem Schauspiel "Pygmalion" die 66. Spielzeit auf dem Trebgaster Kulturhügel eröffnet.

 

Neuer Parkplatz: Rechtzeitig zum Saisonauftakt ist innerhalb kürzester Zeit - eineinhalb Monate von der Planung bis zur Realisierung - ein neuer Parkplatz fertiggeworden. Damit steht direkt oberhalb der bisherigen Plätze eine zusätzliche Fläche für 100 Fahrzeuge zur Verfügung. Damit dürften die Zeiten, als Besucher ihre Fahrzeuge entlang der Kreisstraße nach Kulmbach abstellen mussten, der Vergangenheit angehören. Die Verantwortlichen und die ausführende Firma Dechant haben hier in Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden ganze Arbeit geleistet. Die Feinarbeiten - Befestigung der Fahrstreifen und Begrünung der Abstellflächen - werden nach Abschluss der Theatersaison in Angriff genommen. Dann wird auch der provisorisch aufgeschüttete Erdwall plattgemacht.

 

Nachwuchs an die Macht: 2019 wird auf dem Wehlitzer Berg das Jahr des Nachwuchses werden. Die Regisseure sind sehr begeistert, mit wieviel Feuereifer die jungen Aktiven bei der Sache sind, in Hauptrollen schlüpfen und diesen auch wie selbstverständlich gewachsen sind. Langjährige, altbewährte Aktive, die, egal in welcher Rolle oder in welchem Stück sie dabei waren, immer zu den Erfolgsgaranten zählten, sind natürlich weiterhin dabei. Aber sie sind sich nicht zu schade, auch mal einen Schritt zurückzutreten, um den jungen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zu geben, sich an vorderster Front zu bewähren.

 

Erste große Rolle: Das gilt beispielsweise gleich bei der ersten Premiere für Annika Ködel, vielen Zuschauern als erfolgreiche Darstellerin aus den Kinderstücken "Pippi Langstrumpf" oder "Ronja Räubertochter" bekannt ist. Aber auch im Klassiker "Lysistrata" und im Volksstück "Die Schlammschlacht" hat sie schon ihre Erfahrungen bei und mit den Erwachsenen gemacht. Jetzt verkörpert sie als Blumenmädchen "Eliza Doolittle" in George Bernard Shaws Schauspiel "Pygmalion" eine zentrale Rolle.


Zur Handlung: Es sind seltsame Laute, die da bei strömendem Regen im Londoner Covent Garden zu hören sind. Im schönsten Kulmbacher Dialekt versucht ein junges Mädchen, das schon von Weitem sicht- und hörbar zur armen Gesellschaftsschicht gehört, mit einem Korb am Arm, ihre Blumen an den Mann, beziehungsweise an die Frau zu bringen. Deftige Ausdrücke wie "Leck‘ mich doch am Ärmel", "Du Hundsgribbl", und "Ein’ Scheißdreck werd‘ ich", die Eliza schon mal rausrutschen, hört man in London auch nicht unbedingt an jeder Ecke. Da wirkt das Vorhaben von Professor Henry Higgins, einem egozentrischen Sprachwissenschaftler, auf den ersten Blick geradezu grotesk: Er behauptet, die Aussprache und das Auftreten von Eliza so zu verbessern, dass sie innerhalb von sechs Monaten als eine feine Dame in der besten Londoner Gesellschaft auftreten kann. Eliza willigt in den Deal ein, da sie eine Chance wittert, danach vielleicht in einem ordentlichen Blumenladen arbeiten zu können.


Kunstwerke schaffen: Den Regisseur interessieren nach eigener Aussage besonders die durch Shaws Bearbeitung neu geschaffenen Aspekte des Stoffes, die soziale Komponente, die Sprache als Mittel zum Erfolg, Menschen zu gesellschaftlichem Aufstieg zu verhelfen und Menschen in andere Menschen zu verwandeln und damit Kunstwerke zu erschaffen. Das Bühnenbild wird im Wesentlichen vom Haus des Professors Higgins geprägt. Die künstlerische Gestaltung erinnert etwas an die Werke des bedeutenden österreichischen Malers Gustav Klimt, der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu einem der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils zählte.


Neue Technik im Einsatz: Die neue Technikanlage, die im letzten Jahr mit Unterstützung aus dem europäischen Leader-Programm und der Oberfranken-Stiftung installiert wurde, hat sich bereits 2018 bewährt. "Sie wird heuer noch intensiver zum Einsatz kommen, wir werden die vorhandenen Möglichkeiten voll ausreizen", erklärt Regisseur Raik Knorscheidt.
Fazit: Ein Klassiker der Weltliteratur, eine Satire über die feine englische Gesellschaft, mit tiefgründigem Humor und beißender Sozialkritik. 1956 entstand aus dem Schauspiel das Musical "My Fair Lady". "Pygmalion" verspricht ein Theaterabend zu werden der auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken anregt.

Autor

Dieter Hübner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 05. 2019
17:42 Uhr

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Dieter Hübner

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16. 05. 2019
17:42 Uhr



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