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Kulmbach

Neue Ideen für mehr Bildung

Lesepaten sollen Kindern dabei helfen, Wort und Schrift zu lernen. Der Schul- und Sozialausschuss des Landkreises Kulmbach will den Bildungsstandort stärker fördern.



Lesepatenschaften gibt es schon vielerorts in Deutschland. Künftig sollen auch im Landkreis Kulmbach Ehrenamtliche helfen, dass Kinder mit Förderbedarf besser lesen lernen. Maja Hitij/dpa
Lesepatenschaften gibt es schon vielerorts in Deutschland. Künftig sollen auch im Landkreis Kulmbach Ehrenamtliche helfen, dass Kinder mit Förderbedarf besser lesen lernen. Maja Hitij/dpa  

Kulmbach - Rund 12 000 ehrenamtliche Lesementoren sind bundesweit tätig. Sie helfen ganz individuell Kindern und Jugendlichen, die Lese- und Lernförderung brauchen. Der Mentor-Bundesverband sucht mit Skilegende Markus Wasmeier als Schirmherr an der Spitze verstärkt in Bayern nach Mitstreitern für die individuelle Leseförderung. Nach Kaufbeuren, Regensburg, Würzburg, Hof und Coburg wird sich bald auch der Landkreis Kulmbach an dem Projekt beteiligen. Das hat der Schul- und Sozialausschuss in seiner Sitzung am Montag entschieden.

Aus dem Schul- und Sozialausschuss

Förderung der Jugendarbeit: Der Kulmbacher Schul- und Sozialausschuss hat entschieden, mit finanziellen Zuwendungen die Jugendarbeit zu fördern. Für den neuen Jugendtreff bekommt die Stadt Stadtsteinach einen Zuschuss von 5300 Euro. Der 1. FC Kirchleus erhält für den Anbau von Umkleidekabinen an das Sportheim knapp 4000 Euro. Der Landkreiszuschuss zur Vereinpauschale beträgt in diesem Jahr insgesamt 30 800 Euro. Von dem Geld profitieren 77 Vereine im Landkreis.

Mehr Geld für den KJR: Der Kreisjugendring (KJR) Kulmbach erhält heuer einen Landkreiszuschuss in Höhe von 58 000 Euro. Das sind 10 000 Euro mehr als im Vorjahr. Grund für die Steigerung sind die Umzugskosten von der Spinnerei in das Bahnhofsgebäude.

Lebensmitteltechniker werden eingegliedert: Die Staatliche Fachschule für Lebensmitteltechnik gehört nun endgültig zum Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Kulmbach. Der Kulmbacher Schul- und Sozialausschuss folgte damit der Vorgabe der Regierung von Oberfranken. Alexander Battistella leitet beide Schulen bereits seit 2017. Die Eingliederung bringe nun viele organisatorische Vorteile, sagte er. sli


Nicole Neuber, die Bildungskoordinatorin des Landkreises, stellte die Idee der Mentor-Lesepatenschaften vor. Das Projekt wird an den Grund- und Mittelschulen eingeführt. Jeder Lesepate begleitet ein Kind mindesten ein Jahr lang. Die Lernhelfer sollen die Lesefreude und Lesekompetenz bei allen Kindern mit Unterstützungsbedarf stärken. Die ehrenamtlichen Mentoren stammen üblicherweise aus dem örtlichen Umfeld der jeweiligen Schulen. Sie treffen sich regelmäßig mit ihrem Lesepatenkind zum bewussten, gemeinsamen Lesen. "Die Treffen werden zeitlich und pädagogisch mit den Lehrkräften abgestimmt und finden in den Schulräumen statt", sagte Bildungskoordinatorin Nicole Neuber. "Ein Mentor fördert ein Kind ein- bis zweimal in der Woche eine Stunde mindestens ein Schuljahr lang."

Bevor sie ihren ersten Einsatz haben, erhalten die Lesepaten eine Qualifizierung und ausreichend Unterstützungsmaterial. Eine Koordinatorin wird als Ansprechpartnerin eingesetzt. Organisatorisch wird das Projekt an das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (Kobe) des Landratsamtes angegliedert. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Kulmbach und der Bildungsregion.

Starten soll die Initiative im kommenden Jahr. Die Schulen werden gezielt nach Lesepaten suchen. Über persönliche Kontakte und öffentliche Aufrufe sollen die Freiwilligen gefunden werden.

Die künftige Koordinatorin des Projekts erhält eine Ehrenamtspauschale von monatlich 125 Euro bis zum Jahr 2022. Zudem wird der Landkreis jährlich 2000 Euro aufwenden, um Veranstaltungen für die Ehrenamtlichen zu organisieren. Der Schul- und Sozialausschuss hat die Ausgaben einstimmig bewilligt.

"Wir können und das leisten", sagte Landrat Klaus Peter Söllner. "Das ist eine pfiffige Geschichte." Die Lesementoren haben eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Sie erfüllen eine sehr wichtige Aufgabe. In unserer Zeit, die von einem digitalen Wandel erfasst wird, sei es umso wichtiger, dass Kinder und Jugendliche über das Lesen von Büchern die Zusammenhänge begreifen lernen.

Eine weitere Idee, die kurz vor der Verwirklichung steht, ist der digitale Bildungsatlas für den Landkreis Kulmbach. "Im Internet findet man Schulen, Kindertagesstätten und Vereine. Aber nicht auf einen Blick", sagte Nicole Neuber. Der neue Bildungsatlas soll das ändern. Es handelt sich dabei um eine digitale Datenbank, die alle Adressen, Links und Angebote zum Thema Bildung umfasst. Neben Kitas und Schulen sind dort auch alle Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Kinder- und Jugendarbeit, der Erwachsenenbildung, der beruflichen Bildung, der kulturellen Bildung sowie Freizeitangebote in Stadt und Land enthalten.

Das Portal soll nützlich sein für alle Bürger und speziell für Unternehmen und pädagogisches Fachpersonal. Dank einer Such- und Filterfunktion finden die Nutzer ganz einfach die passende Institution. Die Informationen sollen strukturiert und in optisch ansprechender Form dargestellt werden, erklärte Systembetreuer Andreas Hunger vom Landratsamt. "Zurzeit werden die Daten eingearbeitet", sagte er. Der offizielle Start des digitalen Bildungsatlas ist für Anfang 2020 geplant.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
17:42 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
17:42 Uhr



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