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Kulmbach

Neuer Anlauf für barrierefreien Bahnhof

Staatsminister Hans Reichhart unterstützt die Kulmbacher Forderung für den Umbau. Auch Emmi Zeulner macht sich dafür stark. In der Stadt gilt das als Zeichen der Hoffnung.



Es gibt einen neuen Anlauf für den barrierefreien Umbau des Kulmbacher Bahnhofs. Starkmachen wollen sich dafür (von links) Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, OB Henry Schramm, Staatsminister Hans Reichhart, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.
Es gibt einen neuen Anlauf für den barrierefreien Umbau des Kulmbacher Bahnhofs. Starkmachen wollen sich dafür (von links) Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, OB Henry Schramm, Staatsminister Hans Reichhart, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.  

Kulmbach - Auf das Stichwort "Bahnhof Kulmbach" reagiert Bayerns scheidender Bauminister Hans Reichhart spontan mit einem kurzen Lachen. Dann sagt er: "Ich glaube, ich kenne den Bahnhof in Kulmbach aus Erzählungen in- und auswendig." Allein die Kulmbacher Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner habe ihn "gefühlt" unzählige Male darauf angesprochen. Auch dank des Engagements von Emmi Zeulner habe der Bund ein Programm für den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen zwischen 1000 und 4000 Zustiegen pro Tag aufgelegt. Das passe auf Kulmbach, aber auch auf 69 weitere in Bayern mit ähnlichen Voraussetzungen und Problemen. Sein Ministerium habe sich aber vorgenommen, einige ausgesuchte Bahnhöfe nach Berlin zu melden, versprach Reichhart. Kulmbach soll einer davon sein. Diese Nachricht stieß in Kulmbach auf große Zustimmung. Seit vielen Jahren fühlt sich die Stadt, was den Bahnhof angeht, regelrecht von der Bahn im Stich gelassen. Zahllose Versuche, den Bahnhof zu sanieren und endlich auch barrierefrei zu gestalten, sind bislang ins Leere gelaufen. Minister Reichart und auch Emmi Zeulner haben bei einem gemeinsamen Termin in Kulmbach nun die Hoffnung geweckt, dass dieses drängende Problem möglicherweise in naher Zukunft angepackt werden könnte.

Die Barrierefreiheit, betont Hans Reichhart, sei wichtig. Auch für Kulmbach. Aus jedem Regierungsbezirk werde das Ministerium zwei bis drei Bahnhöfe nach Berlin melden. Der Minister sagte zu: "Kulmbach wird dabei sein. Das kann ich definitiv versprechen." Auf der sicheren Seite ist Kulmbach damit aber noch nicht: "Was dann am Ende dabei herauskommt, hängt auch von den finanziellen Mitteln ab und davon, dass wir vor Ort kofinanzieren müssen. Das ist ein Punkt, über den man auch mit den Kommunen reden muss." Der Wille sei aber klar: "Wir wollen in der Barrierefreiheit etwas machen." Jeden möglichen Cent wolle die Staatsregierung in dieser Sache nach Bayern holen. "Ein Teil davon wird nach Bayern gehen." Der Kulmbacher Bahnhof sei im Fokus, auch weil Emmi Zeulner das Thema nicht in Vergessenheit geraten lasse. "Wir müssen schauen, dass wir damit weiterkommen."

OB Henry Schramm erinnerte daran, wie viele Vorstöße es bereits seitens der Stadt gegeben habe, dass sich am Bahnhof endlich etwas tut. Ganze Ordner fülle der Vorgang inzwischen. Auch öffentlichkeitswirksame Aktionen, wie etwa die Putzaktion, an der der OB persönlich mit einem Hochdruckreiniger mitgewirkt hat, die speckige Unterführung zu reinigen, haben nichts geholfen. Wäre die Stadt nicht eingesprungen und hätte eine Toilettenanlage auf eigene Kosten am Bahnhof gebaut, gäbe es seit vielen Jahren dort nicht einmal mehr ein "Örtchen". Auch die Rampe, die zum Bahnhofsgebäude führt, hat die Stadt selbst finanziert. Damit, sagt der OB, seien die Möglichkeiten der Kommune ausgeschöpft. Schramm appellierte an Hans Reichhart, Emmi Zeulner und auch an Martin Schöffel, die Stadt bei diesem erneuten Anlauf zu unterstützen. "Ohne diese Hilfe werden wir es nicht hinbekommen."

Sie arbeite daran, die Zusage für eine barrierefreie Gestaltung des Kulmbacher Bahnhofs zu erhalten, betonte Emmi Zeulner. "Das ist eine gemeinschaftliche Anstrengung. Wir sehen, dass wir Lösungen finden." Zeulner gab sich zuversichtlich, auch wenn der Bahnhof seit vielen Jahren ein Dauerbrenner sei. Auch die Tatsache, dass Kulmbach ein Universitätsstandort wird, spiele nun eine Rolle. "Da bekommen wir hier in Kulmbach nochmal richtig neuen Schwung."

Den, da sind sich in Kulmbach wohl die meisten Menschen einig, kann der Bahnhof brauchen. Da ist zum einen das heruntergekommene und ungepflegte Gebäude, in dem es längst keinen Bahnservice mehr gibt. Da ist vor allem aber die Tatsache, dass Menschen mit einer Gehbehinderung, junge Eltern mit Kinderwägen, aber auch Reisende mit schwerem Gepäck in Kulmbach vor Unterführungen zu den Bahnsteigen stehen, die nur über Treppen zugänglich sind. Für manche macht das die Nutzung der Bahn unmöglich. Und auch Menschen, die Treppen steigen können, kommen meist nicht umhin, sich in der meist schmutzigen, muffig riechenden Unterführung zu gruseln.

"Nutzen Sie einen Rollstuhl, einen Rollator oder weitere Hilfsmittel? Vielleicht sind Sie auch mit einem Kinderwagen unterwegs oder wegen einer Verletzung nur eingeschränkt mobil. Mit der DB reisen Sie entspannt und weitgehend barrierefrei", heißt es auf der Internetseite der Deutschen Bahn. Doch gleich nach diesem Satz folgt auch schon die Einschränkung: Für weitere Informationen wird an den Mobilitätsservice des Unternehmens verwiesen. Wer wissen will, ob es Aufzüge oder Rolltreppen gibt und ob sie funktionieren, dem rät die Bahn, sich die App "Barrierefrei" herunterzuladen. Rund 1550 von insgesamt rund 5400 Bahnhöfen Bahnhöfen in Deutschland sind nach Angaben der Bahn stufenfrei gestaltet.

Der Bahnhof Kulmbach gehört nicht dazu. Das liegt auch daran, dass er bislang nie ins Raster der Ausbaupläne gepasst hat. Während beispielsweise Marktschorgast oder auch Untersteinach von einem Programm für kleine Bahnhöfe profitieren, war Kulmbach dafür zu stark frequentiert, für andere Programme wiederum war der Bahnhof in der Großen Kreisstadt zu klein.

Viel Geld muss angefasst werden, wenn dieser Bahnhof umgestaltet werden soll. Eine Machbarkeitsstudie, die allerdings schon vor Jahren erstellt worden ist, ging damals von rund neun Millionen Euro aus. Nach heutigen Maßstäben dürfte der Betrag wohl deutlich höher ausfallen. Herbert Kölbl, DB-Vertriebsbeauftragter für Bayern, hat bei einem Termin in Kulmbach im Jahr 2018 eingeräumt, der Bahn sei bewusst, dass es in Kulmbach "keine zukunftsträchtige Infrastruktur" am Bahnhof gebe. Einer zügigen Änderung dieses Status Quo erteilte Kölbl damals aber eine klare Absage. Ein Ausbau in Kulmbach sei vorerst nicht geplant. Die Hoffnungen in Kulmbach beruhen nun auf dem neuen Förderprogramm und auf einem neuen Anlauf. Dass sich Minister Reichart mit der Zusage der Unterstützung seines Ministeriums so deutlich festgelegt hat, wird in der Stadt als klares Zeichen der berechtigten Hoffnung gesehen.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
24. 01. 2020
17:16 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
24. 01. 2020
17:16 Uhr



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