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Kulmbach

Neuer Geist für die alten Hallen

Das Mainleuser Spinnerei-Brache wird zum Zentrum für Wohnen und Kultur. Die Architekten stellen die konkreten Pläne für die Umgestaltung vor.



Die alte Spinnerei in Mainleus hat eine lange Tradition. Beim Umbau zum Kultur- und Gründerzentrum wollen die Architekten das Erbe bewahren. Die ersten Millionen für das Großprojekt sind von der Landesregierung in München bewilligt worden. Fotos: Stefan Linß
Die alte Spinnerei in Mainleus hat eine lange Tradition. Beim Umbau zum Kultur- und Gründerzentrum wollen die Architekten das Erbe bewahren. Die ersten Millionen für das Großprojekt sind von der Landesregierung in München bewilligt worden. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Mainleus - Ohne die Hilfe aus München bleibt das Mainleuser Großprojekt ein Traum. "Wir hoffen weiter auf die Unterstützung des Freistaates", sagte Bürgermeister Robert Bosch noch vor einem halben Jahr. Jetzt ist er erleichtert, dass der Umbau der ehemaligen Spinnerei vorankommt. Gut sieben Millionen Euro erhält Mainleus in diesem Jahr aus dem bayerischen Städtebauförderungsprogramm, die Frankenpost berichtete. Damit ist die Marktgemeinde im Landkreis neben der Stadt Kulmbach der Hauptprofiteur der Förderoffensive Nordostbayern. Mit dem Geld kann die langersehnte Revitalisierung der Industriebrache beginnen. Die Architekten entwickeln derweil immer genauere Vorstellungen davon, wie ein neuer Geist in die alten Hallen einziehen kann.

Bewahrung des alten Charmes: Ein Kultur- und Gründerzentrum ist das erklärte Ziel. Stadtplaner und Architekt Dr. Karlfried Daab vom Büro DNR aus Leipzig hat nun die Details präsentiert. Sie fließen in den neuen Bebauungsplan ein, den die Gemeindeverwaltung derzeit aufgestellt. Im Laufe dieses Jahres sollen dann einige der alten Produktionshallen und Häuserkomplexe nach und nach abgerissen werden, um Raum für Neues zu schaffen. Im Mittelpunkt steht aber die Bewahrung des alten Charmes, den das Fabrikgelände bis heute ausstrahlt.

Geschickt aufgeschnitten: Im Frühjahr 2018 hatte das Büro DNR aus Leipzig des ersten Preis des Architekturwettbewerbs gewonnen und mit seinem Konzept für die alte Spinnerei die Jury überzeugt. "Dieser Entwurf trifft den Geist des Ortes", lobte das Preisgericht damals in seiner Laudatio. Denn das siegreiche Architekturbüro setze sich nicht nur sensibel mit der Struktur des Ortes auseinander, sondern lasse sich vom Takt der alten Hallen inspirieren. Geschickt werden die großen Fabrikhallen an den richtigen Stellen aufgeschnitten und neue Wege und Erschließungsräume in das Gebiet eingefügt. "Dabei werden für Wohnen und Gewerbe getrennte und damit sich gegenseitig nicht störende Erschließungen angelegt."

Neue Brücke am Völkerschlachtdenkmal: Das Leipziger Büro bringt viel Erfahrung mit. Zahlreiche Projekte der Stadtentwicklung und Innenstadtgestaltung haben die Architekten in ganz Deutschland schon verwirklicht. Vor wenigen Wochen starteten in ihrer Heimatstadt Leipzig die Arbeiten für die sogenannte Messebrücke. Das Bauwerk soll der Dimension der markanten städtebaulichen Achse zwischen Völkerschlachtdenkmal und Neuem Rathaus gerecht werden, erklären die Architekten. Dabei nehme die symbolische Breite von 18,13 Metern Bezug auf die Jahreszahl der Völkerschlacht.

15 Hektar im Ortskern: In Mainleus sind die Jahre zwischen 1908 und 1969 relevant. In dieser Zeit ist die Mainleuser Niederlassung der Kulmbacher Spinnerei Stück für Stück aufgebaut und erweitert worden. Der historische Bestand umfasst eine Gesamtfläche von rund 15 Hektar mitten im Ortskern. "Künftig sollen vor allem alternative Wohnformen zur Verfügung stehen", erklärt Architekt Dr. Karlfried Daab in seiner Begründung zum neuen Bebauungsplan. Apartments für Studenten sind dort ebenso geplant wie barrierefreie Bereiche für altersgerechtes Wohnen.

Neben den Wohnquartieren wird es eine sinnvolle Mischung aus Gewerbe und Freizeitmöglichkeiten geben. Attraktive Freiflächen sollen eine hohe Lebensqualität ermöglichen. Dabei bleiben identitätsstiftende Elemente der Spinnerei erhalten. Das neue Quartier werde sich in den bestehende Stadtgefüge integrieren, verspricht der Leipziger Architekt. Zudem wird die neue Erschließung auch Brücken schlagen und neue Wege schaffen, um den Ort in allen Himmelsrichtungen besser zu verbinden.

Kulturhaus und Museum: Im neuen Zentrum sollen kulturelle Einrichtungen wie ein Kulturhaus und ein Museum im alten Kesselhaus sowie Nahversorger, Manufakturen, Handwerksbetriebe und ein Oldtimer-Depot zu finden sein. Treffpunkt ist der begrünte Quartiersplatz mit Café und Biergarten. Außerdem gibt es Parkanlagen, großzügige Gemeinschaftsgärten, Kletter- und Abenteuerspielplätze, Skateranlagen und schöne Wege und Wiesen.

Gutachten zu den Altlasten: Doch bevor die einzelnen großen und kleineren Schritte umgesetzt werden können, braucht es eine umfassende Planung. Dazu gehört auch der Umweltbericht. Die Bodenbeschaffenheit und die Auswirkungen der umliegenden Gewässer sind bereits untersucht worden. Auch zu den Altlasten gibt es bereits Gutachten. Demnach sind auf dem ehemaligen Industriegelände zwar Hinterlassenschaften zu erwarten. Es handelt sich aber höchstens um geringfügige Verunreinigungen, die keine Gefahr darstellen.

Darüber hinaus liegt ein schalltechnisches Gutachten vor. Die zu erwartenden Lärmimmissionen können demnach durch baulichen Schutz minimiert werden.

Der Grundstein für den Umbau des Spinnereigeländes in Mainleus ist gelegt. Der Plan für das neue Kultur- und Gründerzentrum kommt voran. Die ersten Fördersummen fließen und schaffen die Voraussetzungen, damit das Mainleuser Jahrhundertprojekt nun Fahrt aufnehmen kann.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
19. 06. 2019
18:00 Uhr

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Stefan Linß

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19. 06. 2019
18:00 Uhr



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