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Kulmbach

Neues Gebäude neben altem Schulhaus

Der Gemeinderat Neudrossenfeld gibt nun doch grünes Licht für den umstrittenen Neubau im Ortsteil Pechgraben. Nur drei Räte sprechen von Ungleichbehandlung.



Neben dem alten Schulhaus in Pechgraben darf nun doch ein neues Einfamilienhaus gebaut werden.	Foto: Gabi Schnetter
Neben dem alten Schulhaus in Pechgraben darf nun doch ein neues Einfamilienhaus gebaut werden. Foto: Gabi Schnetter  

Neudrosssenfeld - Trotz einer vorangegangenen Kontroverse hat der Neudrossenfelder Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend einen Neubau im Ortsteil Pechgraben genehmigt. Gegen das Einfamilienhaus stimmten lediglich die drei CSU-Gemeinderäte.

Ob sich das geplante Haus in die Umgebung einfüge oder nicht, darüber hatte das Gremium schon einmal diskutiert. Laut Bürgermeister Harald Hübner (CSU) hat der Bauherr mittlerweile nachgebessert. Deshalb spreche nun nichts mehr dagegen, wenn das Bauvorhaben von der in der Gemeinde geltenden Gestaltsatzung abweiche. Der Bauausschuss habe ebenso empfohlen, dem Neubau zuzustimmen. "Wir haben jetzt eine Planung, die verträglicher ist als die vorherige", stellte Hübner fest.

Mit dem Bauherrn sei ein Kompromiss geschlossen worden. Die Dachneigung wird statt 20 Grad nun 30 Grad betragen. Die Fenster würden anders aufgeteilt werden. Neben einem Vollgeschoss sei nun ein Kniestock vorgesehen. Die wichtigste Voraussetzung sei, so Hübner, dass der neben dem früheren Schulhaus geplante Neubau mit der Umgebung harmoniere und das Ortsbild nicht störe.

Um die Gestaltsatzung gibt es immer wieder heftige Diskussionen im Gemeinderat. Wie Hübner feststellte, wird alles, was nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegt, von der 2005 erlassenen Gestaltsatzung geregelt. Über erteilte Ausnahmen davon wird unter den Gemeinderäten häufig gestritten. So bekam etwa ein Wohnhaus am Ortseingang von Schaitz eine Befreiung von der örtlichen Bauvorschrift, die auch das Landratsamt billigte.

Lieber keine Ausnahmen sehen will Gemeinderätin Silvia Eichner (CSU). Sie machte ihren Standpunkt deutlich und mahnte: "Es handelt sich hier um eine Befreiung in allen Punkten." Grundriss, Fenster, Dachneigung, Abstandsflächen, Vollgeschosse: Alles sei anders als in der Gestaltsatzung empfohlen. Der Neubau füge sich keineswegs passend zur umliegenden Bebauung ein. Er stehe neben einem der ältesten Häuser in Pechgraben. "Das ist eine Ohrfeige für alle 42 Familien, die sich an die Vorschriften gehalten haben." Eichner übte Kritik am "planungslosen und ziellosen" Vorgehen, das zu Ungleichbehandlung führe.

Gemeinderätin Heidemarie Nitsch (FUG) wiederholte ihre Forderung, die Satzung endlich zu überarbeiten und zu modernisieren. "Dann brauchen wir nicht jedes Mal eine Einzelfallentscheidung." Silvia Eichner hatte Nitsch in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung "Ahnungslosigkeit" vorgeworfen. Dagegen verwehrte sich nun auch Franz Klatt (SPD). Eichner sagte, sie wolle lediglich eine faire Behandlung aller Bauinteressenten. "Ich bin auch bereit, mich auf moderne, zukunftsweisende Bauweisen einzulassen. Da, wo es hinpasst, wie zum Beispiel in ein Neubaugebiet." Mit 13:3 Stimmen entschied sich der Gemeinderat für den Neubau.

Björn Sommerer (FUG) hob hervor, dass sich der Bauherr sehr kompromissbereit gezeigt habe. Am Ende der Sitzung mahnte Sommerer an, dass wieder in öffentlicher Sitzung über geplante Neubaugebiete gesprochen werden sollte. "Wir sollten nicht so viel Zeit verlieren." Dem öffentlichen Gemeinderat war am Montag eine nicht-öffentliche Sitzung des Bauausschusses vorausgegangen.

Der Breitbandausbau in der Gemeinde Neudrossenfeld schreitet indes voran. Der zweite Bauabschnitt mit der Telekom sei abgeschlossen, teilte die Verwaltung mit. Der Bescheid gehe nun unterzeichnet an die Telekom zurück. Der "Masterplan" sieht vor, "weiße Flecken" bei der Internetversorgung zu schließen. Künftig würden 200 bis 250 Haushalte Glasfaser bis direkt ans Haus bekommen, trug Rainer Schimpf vor. Ziel sei jedoch, ein Glasfaseranschluss für jedes Haus. Der Anschluss pro Gebäude würde 4- bis 6000 Euro kosten. Wobei durch Synergien 1- bis 2000 Euro gespart werden könnten. Insgesamt gehe es um 1447 Parzellen. Der Strukturplan soll die Gemeindefläche und ihre Gebäude komplett erfassen. Die Gemeinde erhält dazu einen Zuschuss von 50.000 Euro. Einen Zeitplan für den Ausbau gebe es noch nicht, sagte Bürgermeister Harald Hübner (CSU).

Der Gemeinderat beschloss ferner einstimmig, das sogenannte Erfrischungsgeld für Wahlhelfer bei der nächsten Landtagswahl von 20 auf 25 Euro zu erhöhen.

Zweite Bürgermeisterin Michaela Schirmer (SPD) schlug noch eine baldige Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses vor. Viele Dinge seien zu klären, wie der bevorstehende Herbstmarkt, die Organisation des Weihnachtsmarkts und die künftige Gestaltung des Straßenfestes. Auch eine Reaktion auf den SPD-Vorschlag, Mitfahrbänke in der Gemeinde einzurichten, sei bisher ausgeblieben.

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Ute Eschenbacher
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Veröffentlicht am:
12. 09. 2018
18:28 Uhr

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12. 09. 2018
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