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Kulmbach

Nicht nur die Haut braucht jetzt besonderen Schutz

"Hundstage" lassen die Menschen schwitzen. Wer gut durch die heißen Tage kommen will, sollte auf die Signale seines Körpers achten und sich an einige Grundregeln halten.



Wer in der Sommerhitze in die Sonne geht, sollte das möglichst zeitlich begrenzen. Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist dabei unerlässlich. Foto: Friso Gentsch/dpa
Wer in der Sommerhitze in die Sonne geht, sollte das möglichst zeitlich begrenzen. Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist dabei unerlässlich. Foto: Friso Gentsch/dpa  

Kulmbach - 35 Grad im Schatten: Momentan schwitzt man selbst, wenn man sich nicht viel bewegt. Die Hitzewelle, sagt der Wetterbericht, wird noch einige Tage anhalten. Wer sich trotzdem wohlfühlen und vor allem auch seine Gesundheit bewahren möchte, der sollte seinen Körper nicht überfordern. Ärzte und auch Ernährungsfachleute sind sich einig: Man sollte sich auf die heiße Witterung einstellen. Das heißt auch, seine Gewohnheiten umzustellen. "Wasser in Massen, Fett und Sonne in Maßen" heißt das Motto während der "Hundstage".

Viel Flüssigkeit: Dr. Thomas Koch aus Mainleus macht als erstes deutlich: "Das Wichtigste bei dieser Hitze: viel trinken! Das gilt vor allem auch für ältere Menschen." Familienangehörigen von Senioren rät der Allgemeinmediziner, darauf zu achten, dass der Opa oder die Oma genug trinkt. Gerade ältere Menschen "vergessen" das oft und schwächen sich, weil ihr Körper nicht genügend Flüssigkeit hat. Magot Schmidt, Ernährungsberaterin der AOK in Kulmbach, ergänzt: Wenn es so heiß ist wie jetzt, sollte man eher mehr als drei Liter täglich trinken. Am besten, sagt sie, sind Wasser oder Kräuter- und Früchtetees, die man gern mit etwas Fruchtsaft mischen kann. Übrigens: Trinken sollte man nicht erst dann, wenn man schon Durst hat. Durst ist ein Anzeichen dafür, dass bereits ein Mangel vorliegt. Und so verlockend es auch sein mag, sich mit einem eisgekühlten Getränk zu erfrischen, man sollte es lassen: Bauchweh droht.

Kein Alkohol: Tagsüber, wenn es so heiß ist, sollte man die Finger von alkoholischen Getränken lassen, mahnt Dr. Koch. Wer seinen Durst mit Bier löscht, spürt nicht nur ziemlich schnell die Auswirkungen im Kopf. Bier entwässert den Körper, der gerade jetzt viel Flüssigkeit braucht und ist damit als Durstlöscher gleich zweifach ungeeignet.

Leicht essen: "Die Schweinshaxe sollte man derzeit weglassen, um den Körper nicht noch zusätzlich unnötig zu belasten", rät der Mainleuser Arzt. Ernährungsberaterin Margot Schmidt empfiehlt leichte Kost, damit der Körper nicht so viel zu tun hat, um zu verdauen. Auch die Temperatur der Nahrung spielt eine Rolle. Der Körper muss zu kaltes oder heißes Essen erst auf die richtige Temperatur bringen. Das heißt, er muss über die Hochleistung, mit den Außentemperaturen zurechtzukommen, noch mehr tun. Heißt das, man sollte auf ein kühles Eis verzichten? So weit muss man nicht gehen, meint Margot Schmidt. Aber der Rieseneisbecher muss es in der größten Hitze auch nicht sein. Schnellere Erschöpfung ist die Folge, weil sich der Körper mehr anstrengen muss. Rosina Püttmann, Ernährungswissenschaftlerin am KErn in Kulmbach, weiß, was Menschen jetzt besonders gut tut: Wassermelone, Erdbeeren, Gurkensalat, Tomaten. Sie alle sind leicht verdaulich und haben auch noch einen hohen Wassergehalt. Insgesamt sind Obst, Salate, Gemüse oder auch leichte Fischgerichte jetzt das Essen der ersten Wahl. Das hilft dem Körper, bei Kräften zu bleiben. Margot Schmidt ergänzt: Frittiertes oder Gebratenes sollte man sich für Tage aufheben, an denen das Thermometer nicht 30 Grad und mehr anzeigt. Sich abends den Bauch mit Gegrilltem vollzuschlagen, kann die Nachtruhe stören. Wer fettreich isst, bevor er sich ins Bett legt, schläft in der Regel schlechter, ist nicht genügend ausgeruht. Das ist am nächsten Morgen, wenn die Hitze kommt, dann gleich doppelt schlecht.

Schneller Verderb: Einkäufe sollte man schnellstmöglich aufräumen, Grillgut in der Wärme nicht zu lange draußen stehen lassen. Wenn es so heiß ist, gedeihen Bakterien besonders gut. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verdirbt Fleisch bei zehn Grad fünfmal und bei 20 Grad bereits zehnmal schneller als bei Null Grad. Auch Milch und Fisch sind für Verderb anfälliger, wenn sie in warmer Umgebung lagern.

Keine Anstrengung: Wer sich körperlich betätigen will, sollte das auf die Morgen- oder Abendstunden verlegen, empfiehlt Dr. Koch. Für die Stunden der größten Mittagshitze sollte man sich laut dem Rat des Arztes an den Menschen in südlichen Gefilden orientieren. Sie halten mittags "Siesta", ruhen sich aus und meiden die pralle Sonne. Man sollte sich im Schatten aufhalten, so viel es geht. Wer sich daran nicht hält, riskiert Erschöpfung, Kreislaufprobleme bis hin zum Hitzschlag. "Das ist fast wie ein epileptischer Anfall, der sogar tödlich verlaufen kann, mahnt Dr. Koch. Wenn man in die Sonne geht, ist eine Kopfbedeckung dringend ratsam. "Setzen Sie sich eine Mütze oder einen Strohhut auf, um ihren Kopf zu schützen."

Nicht ungeschützt: Wer dennoch ein Sonnenbad nehmen oder sich in der Sonne aufhalten will oder muss, sollte seine Haut auf keinen Fall ungeschützt den Strahlen aussetzen, meint Dr. Koch. Vor allem Kinder, die ins Freibad gehen, sollten mit einem sehr guten Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser noch 50, eingecremt werden. Dabei ist laut Dr. Koch zu beachten: "Die Sonnenmilch nützt nur nach dem ersten Eincremen. Wer sich alle halbe Stunde nochmals eincremt und hofft, dass der Schutz dann länger hält, irrt sich." Nach etwa zehn Minuten in der prallen Sonne entwickelt ein Mensch mit heller Haut einen Sonnenbrand, wenn er nicht geschützt ist. Wer also Lichtschutzfaktor 30 aufträgt, kann maximal 30 mal 10 Minuten in die Sonne. Für Schwimmbadbesucher ist zu beachten, dass die Sonnencreme wasserfest sein sollte, damit sie sich im Wasser nicht einfach abwäscht und der Schutz wirkungslos wird.

Signale beachten: Echte Tabus will Ernährungswissenschaftlerin Rosita Püttmann aber nicht aussprechen. "Jeder muss selbst entscheiden, was er verträgt und was ihm gut tut. Die einen haben keinen Hunger, wenn es heiß ist, andere wollen dennoch ihre warme Mahlzeit."

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 06. 2019
17:08 Uhr

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Melitta Burger

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24. 06. 2019
17:08 Uhr



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