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Kulmbach

Omas und Opas dominieren Klima-Demo

Die Fridays-for-Future-Demonstration an diesem Freitag hat einen neuen Teilnehmerrekord erzielt. Auf dem Marktplatz waren aber nur wenig Schüler.



Der Kulmbacher Bäckermeister Ralf Groß hat Rosinenbrötchen verteilt.
Der Kulmbacher Bäckermeister Ralf Groß hat Rosinenbrötchen verteilt.   » zu den Bildern

Kulmbach - Auf einem Wagen liegt ein "Atomkraft? Nein danke"- Banner, daneben steht eine Schülerin mit selbstgemaltem Eisbär und dem Spruch "ganz dünnes Eis". Bei der Fridays-for-Future-Demonstration am 20. September waren alle Generationen vertreten. Mit dabei waren Bürgerinitiativen, Vertreter von Vereinen und Verbänden, Scientists vor Future und Schüler. Diesmal war die Verteilung aber anders als bei den vergangenen Demonstrationen: Insgesamt versammelten sich von 11.30 Uhr an 400 Menschen auf dem Kulmbacher Marktplatz, darunter nur 30 Schüler.

20.09.2019 - Klima-Demo in Kulmbach - Foto: Gabriele Fölsche

Klima-Demo in Kulmbach
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Das hatte mehrere Gründe. Zum einen hatte die Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit durch die Medien, die vielen Plakate und einen Kettenbrief erhalten, der über WhatsApp verbreitet wurde. Die geringe Anzahl an Schülern bei der Demonstration hatte aber einen anderen Grund. Die Direktoren der weiterführenden Schulen Kulmbach hatten den Schülern verboten, für die Demonstration den Unterricht ausfallen zu lassen. Horst Pfadenhauer, der Schulleiter des MGF, habe mit Konsequenzen gedroht. "Was genau er damit meint, hat er nicht gesagt. Vielleicht einen Verweis oder Bußgeld", sagte David Götz aus dem Organisationsteam der Veranstaltung. "Das würde ich aber in Kauf nehmen."

Bei den vergangenen Demonstrationen hatten sich die Schüler mit ihren Direktoren einigen können. Einmal durften sie während der Schulzeit demonstrieren. Die folgenden Veranstaltungen mussten aber nach der Schulzeit stattfinden. Für den globalen Klimastreik, der für den Freitag ausgerufen worden war, hatten sich die Organisatoren das erste Mal ohne Zustimmung der Schulleiter für eine Demonstration in der Schulzeit entschieden.

Mehrere Redner gingen auf das Verhalten der Schulleiter ein. Jürgen Öhrlein gab den Schülerinnen und Schülern ein Rechtsgutachten für die Schule. Die Arbeit soll beweisen, dass Verweise rechtswidrig sind (siehe ausführlicher Artikel unten). Zudem bot Öhrlein an, eine Spendenaktion zu starten, falls die Schüler Bußgelder zahlen müssten. Dagmar Kreis-Lechner, Kreisvorsitzende der Grünen, hatte für die Schüler eine "Unterrichtsstunde" zum Thema Erdöl vorbereitet. Dabei haben die jungen Leute sogar Hausaufgaben bekommen. Sie sollen sich bis zur nächsten Demonstration Alternativen für die Verwendung von Erdöl überlegen.

Dafür bekamen die Schüler aber auch eine Belohnung: Bäckereiobermeister Ralf Groß vom Grünwehrbeck hatte Rosinenbrötchen mit der Aufschrift "FFF" gebacken. Normalerweise würde Groß zu der Tageszeit schlafen. Als Bäcker arbeitet er nachts. Stattdessen erklärte er auf der Bühne, wo überall Emissionen entstehen: Er berichtete, welch langen Weg industriell hergestelltes Brot bis zum Supermarktregal zurücklegt. "Von der Energie, die da für ein Brot verbraucht wird, könnte ich mehr als hundert Brote backen", sagte er.

Wie beim letzten Mal war auch diesmal Stefan Holzheu, Umweltwissenschaftler an der Uni Bayreuth und Vertreter von Scientists for Future, mit dabei. Er las aus der Erklärung vor, die 26 000 Wissenschaftler im März unterzeichnet haben: "Wenn man die Zahlen kennt, kann das sehr frustrierend sein", sagte er in seiner Rede. Die Maßnahmen kämen zu langsam. Aber die Fridays-for-Future-Bewegung sei ein Anfang, das zu ändern.

Neben Vertretern von Klimaschutzorganisationen waren auch Privatpersonen wie die Raumausstatterin Isabell Korn dabei: "Als ich von den weltweiten Klimademos gehört habe, wollte ich auch ein Zeichen setzen. Leider hat mein Arbeitgeber wenig Verständnis dafür. Der würde mich auslachen, wenn er wüsste, dass ich mir dafür freigenommen habe."

Laura Meile, Ortsgruppenleiterin von Fridays for Future in Kulmbach, arbeitet seit August an der Organisation der Demonstration. "Es ist schade, dass diesmal nicht so viele Schüler teilnehmen", sagt sie. "Aber ich finde es toll, dass wir trotzdem so viele sind. Heute sind sogar noch mehr Leute dabei als bei unserer ersten Demonstration."

Die Veranstaltung in Kulmbach ist eine von über 575 Fridays-for-Future-Demonstrationen in Deutschland. So gab es zum Beispiel auch in Hof, Bayreuth, Kronach und Bergkunststadt Klimastreiks. Auch untereinander sind die einzelnen Ortsgruppen vernetzt: "Auf dem Sommerkongress haben wir ganz viele andere Fridays-for-Future-Aktivisten getroffen, und das war total motivierend", berichtet Laura. Besonders mit der Kronacher Ortsgruppe stehe sie in engem Kontakt: "Die waren bei unserer ersten Demo in Kulmbach dabei, und seitdem helfen wir uns oft gegenseitig oder geben uns Tipps." Aber die Demonstrationen beschränkten sich nicht nur auf Deutschland. "Weltweit finden in 5449 Städten Demonstrationen statt und das in 149 Ländern", sagt Laura Meile. Die Demo in Kulmbach war Teil der Klimawoche von Fridays for Future. Sie findet anlässlich der Tagung des Klimakabinetts in Berlin und des UN-Klimagipfels in New York statt. In Kulmbach ist im Rahmen der Klimawoche am Samstag ein Gottesdienst geplant, bei dem die Aktivisten die Fürbitten sprechen.

Autor

Rebecca Ricker
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
17:32 Uhr

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Rebecca Ricker

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
17:32 Uhr



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