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Kulmbach

Panzerknacker erbeuten mehr als 10.000 Euro

Irgendwann am Wochenende dringen Unbekannte in den Netto-Markt in Untersteinach ein. Sie brechen den Tresor auf und entkommen mit mehr als 10.000 Euro Bargeld.



Wer am Montagmorgen einkaufen wollte, musste warten: Erst gegen 9 Uhr konnte der Netto-Markt in Untersteinach seine Türen öffnen. Bis dahin war der Markt geschlossen, damit die Kriminalpolizei die Spuren des Einbruchs sichern konnte, der dort am Wochenende geschehen war. Foto: Melitta Burger
Wer am Montagmorgen einkaufen wollte, musste warten: Erst gegen 9 Uhr konnte der Netto-Markt in Untersteinach seine Türen öffnen. Bis dahin war der Markt geschlossen, damit die Kriminalpolizei die Spuren des Einbruchs sichern konnte, der dort am Wochenende geschehen war. Foto: Melitta Burger  

Untersteinach - Der Schreck war groß, als die Mitarbeiter des Netto-Markts in Untersteinach am Montagmorgen gegen 6 Uhr an ihrem Arbeitsplatz ankamen: Schnell machten sie die Entdeckung, dass es übers Wochenende ungebetene Besucher im Markt gegeben haben musste. Im Büro war der Tresor aufgebrochen und stand offen. Das darin verwahrte Geld war weg. Sofort alarmierten die Mitarbeiter die Stadtsteinacher Polizei, die die Ermittlungen wenig später an die Spezialisten von der Kripo übergab. Die Polizei spricht von einer Beute im unteren fünfstelligen Bereich. Wie viel genau den Tätern in die Hände gefallen ist, darüber schweigen die Ermittler aus taktischen Gründen. Sicher ist aber: Den Tätern sind mehr als 10 000 Euro Bargeld in die Hände gefallen. Ob auch Waren aus dem Markt entwendet wurden, ist noch nicht mit letzter Sicherheit bekannt. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums geht aber nicht davon aus. Wie es aussieht, hatten es die Einbrecher gezielt auf den Tresor in einem Büroraum abgesehen.

Zeugen gesucht

Die Polizei bittet im Zusammenhang mit dem Einbruch in den Untersteinacher Netto-Markt auch die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen, die zwischen Samstagabend, 20.30 Uhr, und Montagfrüh, 6 Uhr, verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge im Bereich der Hauptstraße und der umliegenden Straßen beobachtet haben, oder sonst zur Aufklärung dieser Tat beitragen können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Bayreuth unter der Telefonnummer 0921/506-0 in Verbindung zu setzen.

 

Der Netto in Untersteinach öffnete am Montagmorgen einige Stunden später. Kunden, die bereits am frühen Morgen ihre Einkäufe erledigen wollten, mussten sich auf später vertrösten lassen. Der Kriminaldauerdienst der Kripo musste zunächst die Spuren sichern. Das nahm einige Zeit in Anspruch. Erst gegen 9 Uhr wurde der Markt wieder geöffnet. Gründe, warum es zu dieser späten Öffnungszeit gekommen war, wollte von den Mitarbeitern keiner nennen. Das Team hielt sich bedeckt, was die Vorkommnisse anging.

 

Die Polizei berichtet, dass der oder die Täter durch ein Fenster in den Markt am Ortsrand von Untersteinach eingedrungen waren. Wann genau der Einbruch geschehen ist, darüber gibt es derzeit auch noch keine Erkenntnisse. Irgendwann zwischen Samstag gegen 20.30 Uhr und Montag gegen 6 Uhr wurde die Tat verübt, die nicht nur mit einem hohen Entwendungsschaden, sondern auch noch mit Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro endete und im Markt ein aufgebrochenes Fenster und einen demolierten Tresor hinterließ. Beides muss nun repariert, beziehungsweise ersetzt werden.

Bislang, bestätigt die Polizei, gibt es keinerlei Hinweise zur Tatzeit oder zu den Tätern. Sie kamen vermutlich nachts und verschwanden unerkannt in der Dunkelheit. Ob die Einbrecher etwas hinterlassen haben, mit deren Hilfe ihre Identität geklärt werden kann, das muss nun die Auswertung der Spurenermittlung ergeben. Erfahrungsgemäß dauert das aber eine gewisse Zeit.

Noch hat die Polizei keine Ahnung, ob die Tat dem organisierten Verbrechen zuzuordnen ist oder die Täter aus der Region stammen. Beides kommt in Frage. Einbrüche in Supermärkte, sagt Polizeisprecher Steffen Schorr vom Bayreuther Präsidium, seien kein seltenes Phänomen.

Vor einigen Jahren hatten Einbrüche in Edeka-Märkte in Thurnau und Neuenmarkt Schlagzeilen gemacht. Das nicht nur deshalb, weil die Täter in Thurnau ebenfalls viel Geld erbeuteten hatten und das Büro des Markts mit einem Feuerlöscher verwüsteten: Die Verantwortlichen für diese beiden Taten hatten zudem, wohl um einen automatischen Alarm zu verhindern, jeweils Verteilerkästen lahmgelegt und damit sowohl in Thurnau als auch später in Neuenmarkt in zahlreichen Haushalten Telefon und Internet lahmgelegt.

Während diese Täter bis heute nicht gefasst wurden, ging ein anderer Einbrecher der Polizei ins Netz und wurde inzwischen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Rumäne hatte bei einem aufsehenerregenden Coup aus dem Kulmbacher Fahrradgeschäft "Icehouse" Fahrräder im Wert von fast 50 000 Euro entwendet. Vor Gericht war immer wieder angedeutet worden, dass der Täter einer organisierten Bande angehören könnte. Zu einer Aussage über die Hintergründe seiner Tat wollte sich der Mann aber auch vor dem Richter nicht überreden lassen.

Einbrecher haben gute Chancen, mit ihren Taten straffrei davonzukommen. Von den 315 Wohnungseinbrüchen, die 2018 oberfrankenweit begangen wurden, konnte die Polizei 22,9 Prozent aufklären. Das ist zwar rund zwei Prozent besser als im bayernweiten Durchschnitt, heißt aber auf der anderen Seite, dass rechnerisch nicht einmal einer von vier begangenen Einbrüchen geklärt werden konnte. Deutschlandweit ist das Ergebnis mit einer Aufklärungsquote von nur 18,1 Prozent im Jahr 2018 noch schlechter.

Doch damit nicht genug: In einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) wurden Zahlen ermittelt, die nachdenklich stimmen. Ausgewertet wurden 2403 Einbrüche aus dem Jahr 2010 in mehreren Bundesländern, darunter auch in Bayern. 15,9 Prozent aller registrierten Taten wurden damals aufgeklärt. Das Ergebnis der Untersuchung des KFN ist ernüchternd: Im Hinblick auf die 2403 analysierten Fälle ergibt sich eine Verurteilungsquote von gerade einmal 2,6 Prozent. Mehr als zwei Drittel aller von der Polizei als aufgeklärt übermittelten Fälle stellt demnach die Staatsanwaltschaft ein, offenbar weil ihr für eine Anklage die Beweise als "zu dünn" erscheint. I

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
12:14 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
12:14 Uhr



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